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Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club fordert: Die Stadt Schweinfurt muss mehr für die Radfahrer tun


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SCHWEINFURT – Im Landkreis Schweinfurt, vor allem aber in der Stadt Schweinfurt gibt es beim Ausbau der Radwegnetze und bei der Förderung des Radverkehrs noch viel Luft nach oben. Das hat der Schweinfurter Kreisvorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) bei der Jahresversammlung an zahlreichen Beispielen deutlich gemacht.

Vorsitzender Martin Dettmar freute sich aber laut einer Pressemitteilung auch, dass etliche Vorschläge des ADFC auch bereits umgesetzt worden seien. Als städtisches Beispiel nannte er in seinem bebilderten Vortrag die vom Gesetzgeber ermöglichte Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht, nicht nur in Tempo-30-Zonen. Radfahrer dürfen dort jetzt die Fahrbahn benutzen, sie können aber aufgrund der entsprechend geänderten Beschilderung auch die Fußwege mitbenutzen.


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In zahlreichen bisher radweglosen Straßen sorgten seit geraumer Zeit auch mehr Schutzstreifen für größere Sicherheit der Radfahrer. Kritik übte Dettmar allerdings daran, dass einzelne Schutzstreifen wie etwa in der Dittelbrunner oder Carl-Zeiß-Straße an neuralgischen Punkten unterbrochen seien, die Radfahrer dort ihrem gefährlichen Schicksal überlassen werden. Der in der Ignaz-Schön-Straße auf die Fahrstraße verlegte Schutzstreifen sei trotz Hinweisen bis heute unvollständig umgesetzt.

Kein Verständnis zeigte Dettmar für den nicht erfolgten Lückenschluss in der Niederwerrner Straße zwischen Schelmsrasen und Nikolaus-Hofmann-Straße. Trotz Beschlüssen im Stadtrat, bereitgestellter Mittel und einer Alternativplanung nach Anwohnerprotesten wegen wegfallender Parkplätze werden die Radfahrer noch immer ihrem Schicksal auf dieser vielbefahrenen Straße überlassen. Maßgeblich verantwortlich machte der ADFC-Vorsitzende dafür OB Sebastian Remele, der diesen Lückenschluss aus politischen Gründen verhindere.


Das sei beim Blick auf die steigende Zahl tödlich verunglückter Radfahrer (2018 bundesweit 432 und damit 14 Prozent mehr als 2017, darunter war jeder Vierte mit einem Pedelec unterwegs), schwer nachvollziehbar. Weil viele der Todesopfer der älteren Generation angehörten, verlangten schließlich auch die Unfallversicherer mehr und breitere Radwege und das vor allem im Kreuzungsbereich.

Dettmar erinnerte in diesem Zusammenhang an die gemeinsame Aktion mit der Verkehrswacht im Frühjahr letzten Jahres: Auf den gelben Schutzwesten (erhältlich bei der Verkehrswacht) wird auf den vorgeschriebenen 1,5 Meter-Abstand von Autofahrern beim Überholen eines Radfahrers hingewiesen. „Viele Autofahrer wissen das leider immer noch nicht“, bedauerte Dettmar.

Die Kampagne „Europäische Mobilitätswoche“ des Umweltbundesamtes hat die neu formierte Fahrrad-Gruppe der Lokalen Agenda aufgegriffen und Vorschläge für im September durchführbare Aktionen an die Stadt geschickt. Ebenso im September auch wird auch von der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen AGFK geprüft, ob Schweinfurt sich künftig „fahrradfreundliche Kommune“ nennen darf. Insofern sei es verwunderlich, dass es dem geplanten Radverkehrskonzept der Stadt „an einem vorzeigbaren Leuchtturmprojekt und an Visionen fehlt, die bisher bekannten Planungen eher an Malaktionen erinnern“, so Dettmar. Versuche, dass auch der Landkreis der AG beitritt, scheiterten bisher.

Mit Beginn der Radsaison starten im März auch wieder die Critical-Mass-Fahrten, wie in den letzten Jahren immer am letzten Freitag eines Monats. Am 29. März um 18 Uhr ab Marktplatz kann jeder „kritische Radfahrer“ teilnehmen. Mit den Fahrten, die jeweils eine Stunde dauern und gefährliche Stellen in der Stadt zum Ziel haben, soll das bei vielen Autofahrern noch immer fehlende Bewusstsein für die Radfahrer geweckt und damit für ein besseres Miteinander im Verkehr geworben werden. Stark macht man sich damit auch für die Kampagne „mehr Platz fürs Rad“. „Die Radverkehrsförderung soll für die bayerischen Kommunen zur Pflicht und damit verbindlich werden“, sagte Dettmar.

Der 2013 wiederbelebte Kreisverband des ADFC wächst kontinuierlich und zählt aktuell 162 Mitglieder. Jeden zweiten Dienstag eines Monats (19 Uhr) ist Treffen und Sprechstunde für Mitglieder und interessierte Radfahrer in der Gaststätte Sicilia in der Johann-Sebastian-Bach-Straße 2. Das nächste Mal am 9. April.

Grafik: Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club / www.adfc.de



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