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Autonome Elektrobusse vs. Steigerwaldbahn: Gibt es nur ein Entweder-oder? Oder wäre auch ein ergänzendes Miteinander möglich?


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GEROLZHOFEN / SCHWEINFURT – Immer wieder werden autonom fahrende Elektrobusse als Alternative zur Reaktivierung der Steigerwaldbahn genannt. Solche Elektrobusse werden u.a. von ZF in Schweinfurt entwickelt. Es gibt auch bereits Pilotstrecken, z.B. in München, Brandenburg, Aachen und Friedrichshafen.

Eignet sich autonomes Fahren auf einer 50 km langen Strecke zwischen Kitzingen und Schweinfurt?


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Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat sich intensiv mit dieser Frage befasst und kommt zu folgendem Ergebnis:


„1. Die bestehende Trasse ist für die Kombination von Busverkehr mit Radweg viel zu schmal – dort würden selbst zwei Busse sich nicht begegnen können; und außerdem ist sie unnötig, da Radwege und Straßen, auf denen Busse fahren können, parallel bereits existieren.

2. Autonome Busse bringen gegenüber einer Bahnstrecke oder einem konventionellen Busverkehr keinerlei technologische Vorteile, im Gegenteil: Die auf dem Markt erhältlichen autonomen Busse fahren höchstens 15 km/h und haben wenige Sitzplätze pro Bus; …

4. Die Frage, wie die Kreuzung der Strecke mit „normalen“ Straßen funktionieren soll, ist völlig ungeklärt, sowohl technisch als auch finanziell, während diese Dinge im Falle von Bahnübergängen klar geregelt sind.“

Thomas Vizl, Mitglied im Stadtrat Gerolzhofen und im Kreistag Schweinfurt, hat sich Gedanken gemacht.

Mit nur 15 km/h auf einer 50 km langen Strecke unterwegs? Niemand wird erwarten, dass angesichts der extrem langen Fahrzeiten viele Menschen dieses Verkehrsmittel nutzen würden. Zugegeben: die Entwicklung geht weiter und die Fahrzeuge werden schneller werden. Der E-Mover von ZF kann zwar bereits 70 km/h erreichen. Doch bis autonom fahrende Fahrzeuge die geplante Geschwindigkeit der Bahn (80 km/h nach Ausbau) in der Praxis erreichen und auch im öffentlichen Verkehr fahren dürfen, wird noch einige Zeit vergehen. Zudem fährt bei den Pilotprojekten noch immer zur Sicherheit ein Fahrer mit. Auch endet ein Pilotprojekt irgendwann – und was geschieht dann mit der Strecke? Kann der Fahrgast in den kleinen Fahrzeugen auch Fahrräder mitnehmen?

Vor allem: wer baut die neue Straße auf der alten Bahntrasse? Wer übernimmt die Baukosten, wer übernimmt den laufenden Unterhalt, wer zahlt für den Räumdienst im Winter? Wie sind die Kreuzungen gesichert? Welchen Rechtsstatus hat diese neue Straße? Wer baut und unterhält den ebenfalls geforderten parallelen Radschnellweg?

Fragen, Fragen, Fragen, die von den Gegner der Bahnreaktivierung nicht beantwortet werden. Die Gemeinden würden sich eventuell die Augen reiben, wenn sie erführen, welche Aufgaben und Kosten auf sie zukommen.

Wäre es nach den Gegnern der Bahnreaktivierung gegangen, wäre die Strecke längst nicht mehr vorhanden und das Grundstück in kleine Parzellen verkauft. Denn wird die Strecke rechtlich als Bahnstrecke entwidmet, hat sie keinen Schutz mehr könnte der Eigentümer (eine Gleisrückbaufirma) diese an die meistbietenden Interessenten verkaufen. Das „Luftschloss“ der autonomen E-Busse wäre geplatzt!

Vizls Meinung: autonom fahrende E-Busse werden kommen. Allerdings in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch nicht als Regionalbusse, die kilometerweit durch ländliche Regionen fahren, sondern im innerstädtischen Verkehr oder als Zubringer zu Bahn, U- und S-Bahn.

Denkbar in unserer Region wäre damit die Anbindung der Steigerwaldbahn zwischen Großlangheim und Kitzingen-Bahnhof (als Alternative zum Bahn-/Straßenbahn-konzept), in Schweinfurt als Anbindung der Steigerwaldbahn zwischen Sennfeld, der Innenstadt von Schweinfurt weiter zu den Standorten der Hochschule und zum Endpunkt Hauptbahnhof oder auch z.B. in Gerolzhofen als Zubringer zur Bahn.

Diese Entwicklung ist aus Thomas Vizls Sicht zu fördern. Pilotprojekte mit der Fa ZF in Schweinfurt sind hier sehr sinnvoll und würden von ihm unterstützt. Hiermit kann die Region auch den notwendigen Strukturwandel in der Großindustrie unterstützen.

Moderne und attraktive Mobilität braucht kein Gegeneinander der verschiedenen Systeme, sondern die Verkehrssysteme müssen sich ergänzen und aufeinander abgestimmt werden.

Es ist sehr bedauerlich, dass bestimmte Kreise, vor allem in der CSU, nur gegen die Reaktivierung einer modernen Steigerwaldbahn arbeiten und nicht erkennen, welches großes Potential in guter Infrastruktur für die Region zwischen Main und Steigerwald hier liegt. Vizl meint, dies schadet der Region. Sein Appell: „lassen Sie uns die bestmögliche Lösung für die Region gemeinsam suchen: Steigerwaldbahn + autonom fahrende E-Busse.

Ersetzen wir das „statt“ durch ein „und“. Ebenfalls sollten niemand mehr von alten, lauten, schmutzigen Dieselzügen sprechen. Moderne Bahnfahrzeuge sind leise, sauber, fahren ebenfalls mit E-Akkus oder Wasserstoff. Sachliche, kontroverse Diskussion Ja, Fake-News und Unterstellungen Nein.“



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