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Bayerische Landesausstellung „Main und Meer“: Wo ist das Wasser geblieben oder: das Virtuelle Wasser


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SCHWEINFURT – 129 Liter Trinkwasser verbraucht im Durchschnitt jeder Einwohner, jede Einwohnerin in Bayern täglich. Der eine etwas mehr, die andere etwas weniger. Nur etwa 5 Liter Wasser werden allerdings getrunken oder zum Kochen verwendet. Der weitaus größere Teil fällt für Körperpflege (ca. 46 Liter), die Toilettenspülung (ca. 35 Liter), für das Waschen der Wäsche (ca. 15 Liter) oder fürs Geschirrspülen (8 Liter) an.

Doch bei diesen 129 Litern Trinkwasser bleibt es nicht, wenn das sogenannte Virtuelle oder Versteckte Wasser einberechnet wird. Dann werden aus den 129 Litern fast 4.000 Liter Wasser, die jeder Einwohner in Bayern durchschnittlich an einem Tag vergeudet. Schon eine Tasse Kaffee verschlingt unglaubliche 130 Liter. Dieses Virtuelle oder Versteckte Wasser, das für Bewässerung oder bei der Herstellung anfällt, steckt in all unseren Lebensmitteln und Konsumgütern. Es bleibt für uns aber in der Regel unsichtbar, denn mit der Erzeugung eines Produkts haben wir eher selten direkt zu tun.


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Dramatisch wirkt sich dieser virtuelle Wasserverbrauch in ohnehin schon wasserarmen Regionen aus. Es kann aber auch ein wasserreiches Gebiet betroffen sein. Dies zeigt das Beispiel des Aralsees. Durch einen großangelegten Baumwollanbau und die damit verbundene intensive Bewässerung, für die man die Zuflüsse des Sees nutzte, verlor der Aralsee seit den 1960er Jahren fast die Hälfte seiner Fläche. Denn für eine Jeans müssen etwa 11.000 Liter Virtuelles Wasser aufgewendet werden, für ein T-Shirt immerhin noch 2.700 Liter. Aus dem viertgrößten Binnengewässer der Welt wurde ein sterbender See. Weite Teile des Sees sind völlig ausgetrocknet, das Wasser ist verschwunden. Wo vor 50 Jahren Fischer auf ihren Schiffen den See befuhren, sind heute verrostete Schiffwracks und Rinder zu sehen – eine Umweltkatastrophe mit gigantischen Ausmaßen.


Mehr über Jeans, Rindfleisch, Schuhe und das Versteckte oder Virtuelle Wasser gibt es in der Bayerischen Landesausstellung „Main und Meer“ in der Schweinfurter Kunsthalle zu entdecken. Veranstalter sind das Haus der Bayerischen Geschichte und die Stadt Schweinfurt in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit.

Unser Bild zeigt den Schiffsfriedhof am Aralsee in Moynaq im Jahr 2011. Die Austrocknung des Aralsees in Kasachstan ist dramatisch: Wo einst Schiffe führen, herrscht nun trockenes Land.

© Nora Aumayr & Roman Schauer, Wien


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