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Biergarten-Drama beendet: Warum der Antoni-Kellerbau oberhalb von Traustadt nun endlich öffnen darf


Eisgeliebt

TRAUSTADT – Biergärten heißen in Oberfranken „Keller“ – und einen solchen gibt es nun auch – oder eigentlich schon ganz lange – im Landkreis Schweinfurt. Den Antoni-Kellerbau oberhalb von Traustadt (Gemeinde Donnersdorf), der zur gleichnamigen Metzgerei gehört und zum Wirtshaus in der Dorfmitte.

An vorerst fünf Tagen in diesem Jahr sollte der Antoni-Kellerbau öffnen. Erstmals am Vatertag, dem 26. Mai, dann an den beiden Pfingsttagen. Doch das Landratsamt erteilte dazu kurzfristig keine Genehmigung. Warum das? Die Geschichte ist eine längere…





Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Biergarten gebaut und war ein beliebtes Ziel. In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts schlief der Betrieb ein, wurde die immer noch vorhandene Kegelbahn nicht mehr genutzt, zogen auch die bis dato oben ihren Sport betreibenden Schützen in ein eigenes Gebäude im Dorf.


Mitte der 90er Jahre öffnete der Kellerbau sporadisch wieder, zur 850 Jahre-Feier des Ortes Traustadt 1998 wurde er hergerichtet, war wieder öfters geöffnet. 2005 zerstörten Vandalen das Gelände und Gebäude, erneut ein Ende…

2018 aber wurde Ingrid Biermann, die zusammen mit Metzger und Wirt Raimund Antoni die Gaststätte betreibt, immer wieder aufgefordert, den Kellerbau neu zu öffnen. Gesagt, getan: 2019 war wieder donnerstags und sonntags auf, gab es Getränke, Brotzeiten und Bratwürste. Um die 20 Autos standen meistens oben auf dem Hügel, dazu kamen viel mehr Radfahrer und Wanderer. Und was dann kam: Corona.

Damals aber schon hatte das Landratsamt das fehlende fließende Wasser angemerkt und eine Leitung als Bedingung gemacht für einen weiteren Betrieb. Antoni und Biermann und mit Herbert Kuhn ein Freund der Familie, ein früherer Ingenieur, wollten dann auch gleich Pläne vorlegen für eine Stromleitung, wenn denn eh schon gebuddelt wird. Und auch das Problem der fehlenden Toiletten, inzwischen mit einem neben der Kegelbahn stehenden WC-Wagen gelöst, sollte mit sogar festen Klos angegangen werden. Im Januar 2021 gaben die Betreiber ihren Bauantrag ab und wollten rund 120.000 Euro investieren.

Unten geht´s weiter…

Die Antwort als Vorbescheid lautete: Grundsätzlich könne man bauen, doch 26 Auflagen und Hinweise machten das Vorhaben kompliziert. So sollte die Wasserleitung nicht zu den Antonis wie geplant gelegt werden, sondern auf den kürzesten Weg Richtung Kreisstraße, wo dann aber auch ein Schacht notwendig wäre. Für das Abwasser müsse man eine extra Leitung legen. Mit 180.000 bis 200.000 Euro an Kosten wurden die nötigen Investitionen immer teurer.

Dann hatte das Landratsamt Bedenken, was die Parkplätze auf dem 30 Meter höher als das Dorf liegenden Kellerbau betrifft. Und die Ausfahrt auf die Kreisstraße, die außerhalb des Ortes zu gefährlich wäre. Anders übrigens anscheinend als bei den Gartenträumen jüngst, wo diese Ausfahrt jedes Jahr genehmigt ist. Offizielle Parkplätze gibt es nur rund 700 Meter entfernt am Sportplatz.

Dieses Jahr sollte der Kellerbau in Traustadt dennoch öffnen. An fünf Tagen, neben den bereits genannten drei auch am Dreifaltigkeits-Sonntag am 12. Juni und dann am 16. Juni, an Fronleichnam. Die Betreiber beriefen sich auf § 12 des Gaststättengesetzes, wo es heißt: „Aus besonderem Anlass kann der Betrieb eines erlaubnisbedürftigen Gaststättengewerbes unter erleichterten Voraussetzungen vorübergehend auf Widerruf gestattet werden.“

Die Gemeinde Donnersdorf gab ihr Okay, weil sich die Betreiber darauf beriefen, den Gewölbekeller zu öffnen, wo früher das Eis des Winters gelagert wurde, um der früheren Brauerei vor Ort das Bier zu kühlen. Und sie wollten dort oben im Kellerbau diejenigen Leute verpflegen, die nicht weit entfernt den neuen FriedWald am Zabelstein besuchen.

Drei Tage vor dem Vatertag aber kam der Einspruch des Ordnungsamtes, was eine Öffnung verbot. Also schaltete sich der einstige Donnersdorfer Bürgermeister und Bayerische Innenstaatssekretär Gerhard Eck ein. Doch auch er konnte keine Genehmigung für Pfingsten erreichen.

Bei einer Unterschriftenaktion, deren Listen im Landgasthof Antoni in Traustadt und in der gleichnamigen Metzgerei in der Rügshöfer Straße 10 in Gerolzhofen auslagen, trugen sich bis Donnerstagabend bereits über 250 Personen ein.

Nun aber kam endlich das Okay: Am Sonntag, den 12. Juni, darf ab 14 Uhr und bis Einbruch der Dunkelheit geöffnet werden, ebenso an Fronleichnam, Donnerstag, den 16. Juni. Der Dreifaltigkeitstag gilt als besonderer Anlass, es wird eine Blasmusikkapelle spielen.

Spätere Öffnungstage sind laut Ingrid Biermann und Raimund Antoni angedacht. Beide befinden sich eigentlich schon im Rentenalter. Ob sich größere Investitionen da noch rechnen, um den Kellerbau noch öfters öffnen zu dürfen? Man wird sehen…

Schon am Samstag wollen Ingrid Biermann, Raimund Antoni und Herbert Kuhn hoch „auf den Keller“. Und privat feiern bei einer geschlossenen Gesellschaft. Denn das ist auf einem privaten Gelände allemal immer erlaubt.


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