Home / Lokales / „Da schläft der Kollege aus China wahrscheinlich schon!“: Der DGB ruft zu den nächsten Betriebsratswahlen und zum „Mitreden, Mitbestimmen, Mitgestalten“ auf

„Da schläft der Kollege aus China wahrscheinlich schon!“: Der DGB ruft zu den nächsten Betriebsratswahlen und zum „Mitreden, Mitbestimmen, Mitgestalten“ auf


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SCHWEINFURT – Vom 1. März bis 31. Mai läuft heuer der reguläre Zeitraum für Betriebsratswahlen. Die Gewerksschaften im DGB, der in der Region Schweinfurt-Würzburg um die 65.000 Mitglieder hat, in Stadt und Landkreis Schweinfurt rund 18.000, hat man die Wahl unter das Motto „Mitreden, Mitbestimmen, Mitgestalten“ gestellt. Weil selbst kleine Betriebe ab fünf Beschäftigten das Recht haben, einen Betriebsrat zu wählen, hatten der DGB-Regionsvorsitzende Frank Firsching und fünf weitere Gesprächspartner zu einem Informationstermin eingeladen.

Sehr akzeptiert seien diese Wahlen mit bundesweit 81 Prozent Beteiligung im Jahr 2010 bei den letzten Wahlen. Ein paar gute Beispiele nannte das gewerkschaftliche Sextett dafür, warum es Sinn mache, die betrieblichen Interessen vertreten zu lassen. Rainer Reichert, Betriebsratsvorsitzender des Leopoldina Krankenhaus Schweinfurt, weiß, dass einige Betriebsvereinbarungen sonst nicht möglich gewesen wären. Eine elektronische Zeiterfassung beispielsweise, die Eingliederung Schwerbehinderter oder die Ablehung einer Kameraüberwachung in allen Stockwerken. Heike Stäblein, Betriebsratsvorsitzende der Rhön-Reinigungsgesellschaft mbH, berichtet, dass nun erst Rufbereitschaft bezahlt wird, die MitarbeiterInnen für die Kleiderordnung nicht selbst bezahlen müssen. „Man kann mit einem Betriebsrat vieles schnell regeln, was nicht im Gesetz steht und Problemfälle abwälzen“, sagt sie. „Viele sagen, ´das hätte ich schon viel eher machen sollen´“, berichtet Carmen Schulze von Erfahrungen. Die Gewerkschaftssekretärin IG Bau betreut alleine 18 Betriebsräte im Bereich der Gebäudereinigung.


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DGB Betriebsratswahlen allePeter Kippes, 1. Bevollmächtigter IG Metall Schweinfurt, weiß, dass Arbeitszeiten und die dazu passende Internationalisierung der Betriebe eines der großen Themen der Mitarbeiter sind. „Bei Kunden aus Asien oder Amerika ist ein Kontakt zu normalen Arbeitszeiten schwer möglich. Da schläft der Kollege aus China wahrscheinlich schon. Und das Motto ´Aus der Region für die Region´ mag charmant sein für einen Bauern in Franken. Aber wenn BMW Kupplungsteile in Asien produzieren lässt, dann bereitet uns das in Schweinfurt zunehmend Bauchschmerzen!“


Sascha Spörl, Gewerkschaftssekretär IG Bergbau, Chemie, Industrie, der in Schweinfurt unter anderem die Firma Fresenius Medical Care betreut, findet, dass Betriebe „innovativer, flexibler und krisensicherer sind mit einem Betriebsrat. Und sie können auf den Globalisierungsdruck schneller reagieren. Aber ein Betriebsrat alleine macht ein Unternehmen noch nicht besser“, weiß er. „Wenn man miteinander redet, auf Augenhöhe, wenn man konsensorientiert an die Zusammenarbeit rangeht, als Partner und nicht als Gegner, dann kann man erfolgreich sein!“

Unser Bild mit allen Personen zeigt von links hinten: Rainer Reichert (Betriebsratsvorsitzender Leopoldina Krankenhaus Schweinfurt), Heike Stäblein (Betriebsratsvorsitzende Rhön-Reinigungsgesellschaft mbH), Sascha Spörl (Gewerkschaftssekretär IG Bergbau, Chemie, Industrie); vorne von links: Peter Kippes (1. Bevollmächtigter IG Metall Schweinfurt), Frank Firsching (DGB-Regionsvorsitzender und Carmen Schulze (Gewerkschaftssekretärin IG Bau).


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