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Dank der Superhelden mindestens drei Linke im künftigen Schweinfurter Stadtrat? Wahrscheinlich wär´s besser für alle!


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SCHWEINFURT – „Besser für alle“: So lautet der immer wieder kehrende Werbeslogan, mit dem die 44 Kandidaten der Linken in die Schweinfurter Stadtratswahl ziehen, in der man besser abschneiden möchte als bei den Kommunalwahlen 2014. Damals wählten 7,23 Prozent links, was zu drei Stadtratsposten reichte. Bei den OB-Wahlen schnitt die Partie besser ab. Trotzdem nominiert man diesmal niemanden.

Frank Firsching, vor sechs Jahren mit ziemlich genau 11 Prozent noch besser abschneidend als 2010, tritt nicht wieder an. Der heute 55-Jährige sagt auch warum: Weil rund ein Jahr lang hinter den Kulissen daran gearbeitet wurde, einen Gegenkandidaten für Oberbürgermeister Sebastian Remelé zu suchen, der als gemeinsamer, überparteilicher Kandidat hätte antreten können, so wie es Landrat Florian Töpper nun tut, der unter anderem von den Grünen ausdrücklich unterstützt wird. Dann aber präsentierten die Grünen überraschend Holger Laschka, die SPD zog mit Marietta Eder nach – doch die Linken bleiben dabei und halten sich an die Abmachung.


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Für sie zählen die Stadtratswahlen, für die sie sich eine ziemlich ungewöhnliche Werbekampagne ausgedacht haben mit sechs Schwerpunkten und ein paar weiteren Programmteilen. Jeweils stehen für die Industriestadt Schweinfurt Superhelden des Alltags im Mittelpunkt; „normale“ Menschen, wegen denen die Gesellschaft funktioniert. Werte möchte man mit Leben erfüllen. Die fünf „Spitzenkandidaten“ präsentieren bei der Kampagne auf Plakaten jeweils ein Zukunftsthema. Als da wären:


1.) Bezahlbar wohnen: Superheldin ist hier eine ein Haus bauende Dame. „Mehr von uns ist besser für alle“, lautet der Slogan, dem sich in diesem Fall der Fraktionsvorsitzende Frank Firsching angenommen hat. Die Linke unterstützt voll und ganz das Bürgerbegehren „Bezahlbar wohnen in Schweinfurt“ und fordert bis zum Jahr 2026 den Neubau von mindestens 600 Sozialwohnungen in Schweinfurt. von der Stadt Schweinfurt, die 30 Prozent an Förderung bekommen könnte, was die Mieten errechnete 15 Prozent günstiger machen könnte, würde man selbst tätig werden und das nicht die städtische Tochter SWG machen lassen. Die könne – wie jetzt im neuen Stadtteil Bellevue – einige der vorhandenen Wohnblöcke sanieren. Doch da erhielt ein ortsfremdes Unternehmen den Zuschlag beim Kauf die Liegenschaften. So entstehen nun hochpreisige Eigentumswohnungen…

2.) Andrea C. Greber, 60 Jahre alte Germanistin und auf Listenplatz zwei, steht für Bildung und Kinderbetreuung. 1000 Krippenplätze für Kinder bis drei Jahre wollen die Linken schaffen, mit der Stadt als Trägerin und mit einem kostenlosen Mittagessen. Bislang sind nur ein Viertel der nachgefragten abgedeckt. Oft wollen oder gar müssen die jungen Eltern wieder zur Arbeit gehen. Eine Investition in Kinder sei eine Investition in die Zukunft. Ebenfalls gewünscht: Ganztagsangebote der Schulen für alle in Schweinfurt!

3.) Sinan Öztürk, seit 2008 Stadtrat, steht für gute Arbeit in Schweinfurt. Der Superheld dazu zerreißt gerade einen befristeten Vertrag. Solche sind den Linken Dornen in den Augen. Genauso wie Personen, die bei der Stadt oder ihren Tochtergesellschaften oder GmbHs deutlich unter Tarif beschäftigt sind. Mindestens 300 Anträge diesbezüglich hätten die Linken seit 2008 im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzungen gestellt, alle abgeblockt. Was sie noch fordern: Einen Industriedialog. „Es reicht nicht, dass man nach Schweden fährt und dort vom Hausmeister empfangen wird“, sagt Sinan Öztürk andeutend.

4.) Kerstin Reichert (46) will von Listenplatz vier aus den Klimaschutz sozial denken. Der Stadtbus müsse einerseits durch Elektrobetrieb umweltfreundlich, aber auch attraktiver werden. Letzteres durch einen halbstündigen Takt bis Mitternacht und am Wochenende bis 1 Uhr. Plus nächste Ausbaustufe in Verbindung mit dem Landkreis. Bis 2026 solle das Fahren mit dem Stadtbus möglichst kostenfrei sein, im ersten Schritt wenigstens an den Samstagen. Doch noch gebe es noch nicht mal den Willen, das zu testen. Die Linke will die Steigerwaldbahn reaktivieren, findet die Idee prima, diesen Express als Straßenbahn über die Innenstadt weiter in die Rhön fahren zu lassen. Beim Neubau der Maxbrücke sei jetzt schon die Machbarkeit einer solchen Citybahn zu prüfen. Natürlich sei auch eine zusätzliche Linie von beispielsweise Bad Königshofen nach Ochsenfurt sinnvoll. Wie auch der Ausbau des städtischen Radwegenetzes.

5.) Ergotherapeut Robert Striesow (33) steht für gute Pflege. Pflegekräften gehörten die größtmögliche Unterstützung. Das städtische Fredericke Schäfer-Heim müsse nicht nur baulich, sondern diesbezüglich auch konzeptionell erneuert werden, dürfe an Stelle des jetzigen Rückert-Baus kein Heim für die Oberschicht werden. Und das Leopoldina-Krankenhaus brauche zusätzliche Mitarbeiter. „Die Beschäftigten dort sind am Limit“, weiß Sinan Öztürk.

6.) betrifft die Integration statt Hetze. Respektvoll und friedlich müssen alle Menschen in Schweinfurt zusammenleben. Interkulturelle Begegnungszentren iu den Stadtzeilen könnten helfen. Man müsse auf Neubürger zugehen „und nicht darauf warten, bis die Leute kommen“, sagt Andrea C. Greber. Die Bereitschaft zur Integration müsse freilich auf beiden Seiten vorhanden sein. Wobei nichts Unmögliches gefordert werden sollte, wie es Frank Firsching mit einem anschaubaren Beispiel ausdrückt: „Es ist nicht so, dass der Italiener bei uns Schweinebraten essen muss statt Pizza!“

Für die kostenfreie Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs oder die „City Bahn“ benötige man zwar die Unterstützung des Bundes. Doch auch die Schweinfurter Stadtkasse sei ja noch gut gefüllt. Kosten für weitere neue Parkhäuser – die Tiefgarage Kulturhalle kostete der Stadt knapp 15 Millionen Euro – könne man so sparen. Die Linken fragen sich, wieso man das Theater für 38 Millionen Euro sanieren oder ein Kulturforum für 14 Millionen Euro bauen müsse. Sie regen weiterhin beispielsweise an, beim Sozialausweis auch das Silvana und die Landesgartenschau einzubeziehen, die freie Kultur und die Sportvereine mit eigenen Liegenschaften besser zu fördern oder ein Konzept für ein barrierefreies Schweinfurt zu erarbeiten.

Mindestens mit Fraktionsstärke, also mit drei Personen wollen die Linken wieder in den Stadtrat einziehen. Genauso wichtig für sie: Die Mehrheitsverhältnisse dort, bislang eindeutig zu Gunsten der CSU. zu ändern. „Wir wollen, den Politikwechsel und dass Sebastian Remelé abgelöst wird“, sagt Frank Firsching. Und wen unterstützen die Linken im Schweinfurter OB-Wahlkampf? „Wir werden nicht die Arme verschränken und uns den Wahlkampf anschauen“, so Sinan Öztürk. Innerparteilich wird man darüber im Februar reden, die Basis soll entscheiden, für wen man eine Wahlempfehlung abgeben wird: Eder oder Laschka. „Ziel ist eine Stichwahl, und in der gab´s dann ja schon in der ein oder anderen Stadt eine Überraschung“, weiß Firsching.

Ende Februar auf alle Fälle schon mal zwei schöne Termine für Freunde der lokalen Politik und solche, die es noch werden wollen: Am Aschermittwoch spricht bei der Traditionsveranstaltung der Linken im Saal des TV Oberndorf ab 18.30 Uhr der Bundestagsabgeordnete Klaus Ernst, und am Tag danach, den 27. Februar, kommt ab 17.3 Uhr der bekannte und beliebte Gregor Gysi in Naturfreundehaus.

Unser Aufmacherbild zeigt von links: Sinan Öztürk, Andrea C. Greber und Frank Firsching.

www.die-linke-sw.de

Die 44 Kandidatinnen und Kandidaten der Linken für die Stadtratswahlen:

1
Frank Firsching
Geschäftsführer Gewerkschaft
55

2
Andrea C. Greber
Lektorin M.A.
60

3
Sinan Öztürk
Gewerkschaftssekretär
44

4
Kerstin Reichert
Bilanzbuchhalterin
47

5
Robert Striesow
Ergotherapeut B.Sc.
33

6
Agnes Conrad
Studentin
23

7
Ali Mursa Tas
Zerspanungsmechaniker
52

8
Carmen Starost
Erzieherin i.R.
61

9
Michael Dörfer
Sachbearbeiter
64

10
Anna-Rosa Braun
Studentin
24

11
Wolfgang Trüdinger
Logistikarbeiter
55

12
Petra Schleyer
Logistikarbeiterin
57

13
Rainer Nickel
Rentner
72

14
Berfin Aydin
Schülerin
24

15
Frank Hertel
Kaufmännischer Angestellter
49

16
Tatjana Braun
Justizangestellte
51

17
Dominik Höhn
Speditionskaufmann
41

18
Birgitt Vogel
Bürokauffrau
64

19
Wolfgang Ziller
Gewerkschaftssekretär i.R.
75

20
Sandy Insam
Seniorenbetreuerin
49

21
Udo Goger
Altenpfleger
51

22
Sonay Sanli
Visual Merchandiserin
26

23
Volker Reiter
Werbekaufmann
52

24
Marga Riedelsheimer
Rentnerin
67

25
Stéphane Boyer
Betriebsrat
48

26
Andrea Stenzinger
Verkäuferin
60

27
Richard Lohr
Rentner
60

28
Stefan Müller
Rentner
62

29
Andre Nickel
Industriemechaniker
50

30
Peter Schüllermann
Arbeiter
62

31
Patrick Schön
Betriebswirt (HWK)
37

32
Jürgen Dietz
Rentner
67

33
Rudolf Mihaly-Schuld
Industriemechaniker
53

34
Frank Jauch
Gewerkschaftssekretär
47

35
Karl-Heinz Poggel
Speditionskaufmann i.R.
68

36
Johann Weber
Maschinenführer
45

37
Anton Röhsler
Berufskraftfahrer
54

38
Andreas König
Bauingenieur
46

39
Haydar Sanli
Schweißer
58

40
Hasan Öztürk
Rentner
74

41
Florian Wehner
Groß- und Außenhandelskaufmann
32

42
Thomas Pösl
Schleifer
54

43
Arnold Conrad
Angestellter
59

44
Werner Starost
Werkzeugmacher i.R.
65



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Ein Kommentar

  1. Es gibt noch viel mehr Themen für die Linken im Wahlkampf:

    >Besser für alle wäre, wenn die Stadt den Langweiler LGS abstoßen würde, der die völlig überlastete Bauverwaltung von viel wichtigeren Aufgaben abhält !!!
    >Besser für alle wäre, wenn die Stadt wieder Industriegrundstücke anbieten könnte (null im Angebot)
    >Besser für alle wäre, wenn die Stadt Baugrundstücke für junge Familien anbieten könnte (null im Angebot)
    >Besser für alle wäre, wenn es ein Parkhaus am Hbf gäbe (viel zu geringes Angebot für Pendler/P&R)
    >Besser für alle wäre, wenn die Stadt den Freistaat bittet, die Conn Barracks wie einst das Maintal an SW anzugliedern, da der Landkreis mit der Konversion völlig überfordert ist (null Ergebnis, außer Motorpool)
    >Besser für alle wäre, wenn die Stadt den Freistaat bittet, die unnötige Technische Uni in Nürnberg als TU Nürnberg-SW aufzubauen (Ledward/Conn). ER-N hat bereits ein großes techn. Studienangebot, während die SWer Großindustrie gute Fachkräfte dringend benötigt – es geht um Bestandssicherung! Während Nbg. seine Großindustrie längst verloren hat.
    >Besser für alle wäre, wenn die Stadt sich beim Freistaat für eine direkte Fernverbindung durchs Werntal zum Frankfurter Flughafen einsetzt, was immer wichtiger für die SWer Wirtschaft wird! Statt des Main-Spessart-Expresses, der an jeder Milchkanne hält.

    Deshalb wünsche ich den Linken noch mehr Mut im Wahlkampf. Denn noch nie gab es so viele Chancen & Pflichten für SW und gleichzeitig so viel Lethargie im Rathaus!

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