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Das ist keine Überraschung: Im Dezember stieg die Arbeitslosigkeit saisonüblich an


Beständig

SCHWEINFURT / MAIN-RHÖN – Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön entsprach auch im letzten Monat des Jahres den langjährigen Erfahrungswerten. Wie üblich hatte die Arbeitslosigkeit in den Monaten Oktober und November ihren niedrigsten Stand im Jahresverlauf erreicht und stieg wie erwartet im Dezember an. Mit 8.696 Betroffenen waren 421 Arbeitnehmer mehr ohne Beschäftigung als im November.

Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent. Diese Erhöhung liegt auch im langjährigen Vergleich im Rahmen der üblichen saisonal bedingten Steigerung. Es wurden allerdings 273 Arbeitslose mehr gezählt als im Dezember 2013, vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote bei 3,5 Prozent. „Damit war auch der Dezember etwas ungünstiger als der Vergleichsmonat aus dem Jahr 2013, wie schon alle Monate des Jahres seit Juli“, stellt Thomas Stelzer, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, fest.


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„Es war aber kein stetig größer werdender Abstand zum Vorjahr festzustellen, die Differenz lag stets bei 0,1 Prozentpunkten, nur im September bei 0,2 Punkten“, stellt Stelzer klar. „Auch für den letzten Monat des Jahres trifft die Aussage zu, dass der Arbeitsmarkt in unserer Region sich stabil auf einem guten Niveau hält und von größeren Belastungen verschont blieb.“

Die gegenüber dem November höhere Arbeitslosigkeit ist weniger darauf zurückzuführen, dass sich mehr Menschen im Anschluss an eine Beschäftigung arbeitslos melden mussten, diese Zahl lag mit 1.218 nur um 76 (6,7 Prozent) höher. Entscheidender war die geringere Anzahl an Arbeitnehmern, die ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung beenden konnten. Dies waren mit 607 Menschen 151 oder 20 Prozent weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Monat Oktober waren es sogar 468 Abmeldungen weniger. Dieser geringere Bedarf an Arbeitskräften zum Jahresende ist üblich und betrifft zu einem großen Teil die Außenberufe und das Hotel- und Gaststättengewerbe.


Entsprechend war auch ein erheblicher Anteil bei den Arbeitslosmeldungen diesen Bereichen zuzuordnen. Viele der Betroffenen haben bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses bereits eine Wiedereinstellungszusage erhalten. Diese Zusage gewinnt aus Sicht der Arbeitgeber mit dem Fachkräfte-Engpass gerade auch in diesen Bereichen zunehmend an Bedeutung. Eine Garantie, im Frühjahr wieder auf die bewährten Kräfte zurückgreifen zu können, stellt sie allerdings nicht dar. Immer häufiger vergleichen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zum Saisonbeginn im Frühjahr die Konditionen an ihrer bisherigen Arbeitsstätte auch mit den Angeboten anderer Arbeitgeber.

Der Zugang an neuen Angeboten blieb mit 729 praktisch unverändert auf dem Niveau des Vormonats (735) und der Bestand nahm gegenüber dem November sogar weiter zu, von 2.673 auf 2.725. Damit betreuten die Vermittlungsfachkräfte des gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 327 Stellen oder 15 Prozent mehr als im Dezember 2013. Im gesamten Jahr 2014 gab es nur im August und September mehr gemeldete offene Stellen. Der Leiter der Arbeitsagentur sieht diese Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Ein hoher Stellenbestand ist grundsätzlich ein Indiz für eine stabile Situation, denn die Nachfrage nach Arbeitskräften ist ein Frühindikator für die mittelfristig zu erwartende Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Andererseits zeigt die hohe Zahl offener Stellen bei immerhin noch fast neuntausend Menschen ohne Arbeit, dass es zunehmend schwieriger wird, Arbeitsuchende und Arbeitgeber passgenau zusammenzuführen.“

Auf der einen Seite sei die durchschnittliche Vakanzzeit aller gemeldeten offenen Stellen seit dem Dezember 2013 um 27 Prozent auf 162 Tage gestiegen, so Stelzer weiter, „und auf der anderen Seite beobachten wir eine gewisse Verfestigung der Arbeitslosigkeit bei einem nicht unerheblichen Teil unserer Kunden.“ Der Anteil der Langzeitarbeitslosen, also der Menschen, welche bereits ein Jahr oder länger ohne Beschäftigung sind, an allen Arbeitslosen betrug im Dezember insgesamt 26,2 Prozent, also über ein Viertel. Da das Arbeitslosengeld I bei Arbeitslosen, die das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nur maximal für ein Jahr gezahlt wird, ist hier naturgemäß der Anteil mit 12,2 Prozent deutlich geringer als im Bereich des Arbeitslosengeldes II (Hartz IV) mit 43,4 Prozent. Die Problematik ist allerdings nicht neu, auch im Herbst 2008, der letzten Phase mit einer sehr guten Arbeitsmarktsituation (Arbeitslosenquote 3,7 Prozent im Oktober) vor der Finanz- und Wirtschaftskrise, lag der Anteil der Langzeitarbeitslosen bei einem Wert um 25 Prozent.

Bei der Einschätzung des tatsächlich vorhandenen Stellenangebotes kann davon ausgegangen werden, dass bundesweit ca. 50 Prozent aller Stellen den Agenturen für Arbeit gemeldet werden. Die Besetzung von geringfügigen Stellen, so genannter 450 Euro – Jobs, spielt im Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Schweinfurt und der Jobcenter eine wesentlich kleinere Rolle, im Agenturbezirk haben sie nur einen Anteil von 7,7 Prozent.

Die Zahl der Betriebe bzw. Betriebsabteilungen, die für alle oder einen Teil ihrer Arbeitnehmer vorsorglich Kurzarbeit angemeldet haben, ging um 10 auf 35 zurück, die Zahl der betroffenen Menschen verminderte sich geringfügig von 2.565 auf 2.546. Der größte Teil davon entfällt auf einen Großbetrieb mit über 1.300 gemeldeten Arbeitnehmern, noch bei drei weiteren Betrieben wird eine dreistellige Anzahl Arbeitnehmer möglicherweise von Kurzarbeit betroffen sein. Die übrigen Meldungen verteilen sich auf Klein- und Mittelbetriebe, einen recht hohen Anteil haben dabei Betriebe aus der Möbel- und Einrichtungsbranche.

„Ich gehe davon aus, dass die Arbeitslosigkeit weiterhin einen saisontypischen Verlauf nehmen wird“, blickt der Leiter der Arbeitsagentur auf die nähere Zukunft. „Das würde bedeuten“, so Stelzer weiter, „dass wir die höchste Arbeitslosigkeit im Januar und Februar verzeichnen werden und ab März mit dem Frühjahrsaufschwung zu rechnen ist“. Wie stark der Ausschlag nach oben im Januar und Februar sein wird, hängt wie jedes Jahr auch von der Strenge des Winters ab. Aber auch das in der Region Main-Rhön besonders stark vertretene produzierende Gewerbe könnte einen recht großen Einfluss haben. Derzeit sind noch eine erhebliche Anzahl Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer befristet in der Produktion beschäftigt. Die Vermittlungsfachkräfte erhalten überwiegend Rückmeldungen, welche eher darauf hindeuten, dass es in vielen Fällen zu keiner weiteren Vertragsverlängerung kommen wird. Damit würden die Betroffenen zumindest vorübergehend gezwungen sein, sich arbeitslos zu melden, sofern sie nicht im direkten Anschluss eine neue Beschäftigung aufnehmen können.



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