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Der April brachte den erwarteten Frühjahrsaufschwung auf dem Arbeitsmarkt


Pressebeck

SCHWEINFURT / MAIN-RHÖN – Üblicherweise geht die Arbeitslosigkeit nach dem Winter bereits im März deutlich zurück. Wegen der lang anhaltenden ungünstigen Witterung verschob sich der Frühjahrsaufschwung in diesem Jahr aber in den April. In diesem Monat nun war die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat deutlich niedriger, und zwar 0,3 Prozentpunkte. Sie lag damit bei 3,8 Prozent, in der Region Main-Rhön waren 9.127 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet, 666 weniger als im März. Der Vorjahreswert wurde allerdings nicht erreicht. Vor einem Jahr waren es 405 Arbeitslose weniger, die Quote lag damals bei 3,7 Prozent.

„Durch den langen Winter hatten sich viele Wiedereinstellungen in den Saisonbeschäftigungen bis in den April verschoben und sorgten somit erst jetzt für den erwarteten Rückgang der Arbeitslosigkeit. So konnten fast 20 Prozent mehr arbeitslose Menschen wieder eine Arbeit aufnehmen als im März,“ kommentiert Thomas Stelzer, der Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt, die aktuelle Situation. „Der weitaus größte Anteil dieser Menschen, nämlich 1.193, gehörte zu den Kunden der Agentur für Arbeit und bezog Arbeitslosengeld I, da er bis zum Herbst versicherungspflichtig beschäftigt war“, erklärt Stelzer weiter, „aber auch 219 Kunden aus den Jobcentern, also dem Bereich des Arbeitslosengeldes II, konnten dank der verstärkten Nachfrage eine Erwerbstätigkeit beginnen.“


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Weniger erfreulich ist die Tatsache, dass sowohl die Langzeitarbeitslosen, also Arbeitnehmer, welche bereits ein Jahr oder länger arbeitslos gemeldet waren, als auch schwerbehinderte Arbeitslose nicht von der Frühjahrsbelebung profitieren konnten. Sowohl die Zahl der Langzeitarbeitslosen (+2), als auch die Anzahl der schwerbehinderten Menschen ohne Beschäftigung (-8) blieb praktisch unverändert. Die Wiedereinstellungen in der Baubranche erfolgen allerdings in diesem Jahr nicht so zügig wie im Hotel- und Gaststättenbereich. Einige Baufirmen zögern mit Blick auf ihre noch nicht so gut gefüllten Auftragsbücher trotz der besseren Witterungsverhältnisse mit der Aufstockung ihres Personals. Sie laufen damit aber auch Gefahr, ihre eingearbeiteten Fachkräfte an andere Firmen zu verlieren.


Das Gros des Bedarfs an zusätzlichen Arbeitskräften für die neue Saison wurde dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter der Landkreise bereits im Februar und März gemeldet. Entsprechend geringer war der Zugang an neuen Stellenangeboten im April. Mit 630 Stellenzugängen war die Nachfrage deutlich niedriger als im März mit 810 und im Februar mit 739 Angeboten. Auch gegenüber dem Vorjahr ging der Bedarf um 186 Stellen zurück. Der Agenturleiter führt diesen Rückgang im Jahresvergleich auf fehlende Impulse aus den Produktionsbetrieben zurück: „Der Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften stützt sich in diesem Frühjahr sehr stark auf die saisonal bedingte Steigerung der Nachfrage. Aus den Produktionsbetrieben dagegen werden nach wie vor wenig neue Stellenangebote gemeldet. Hier gleichen im Gegenteil viele Betriebe ihren Auftragsrückgang mit Kurzarbeit aus, welche natürlich grundsätzlich die Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausschließt.“

Der Bestand an offenen Stellen ging im April nur um 56 Arbeitsangebote auf 2.064 zurück. Dies ist auch ein Indiz dafür, dass die zeitnahe Besetzung vieler offenen Stellen mit geeigneten Arbeitskräften nach wie vor schwierig ist. Die schwächere Nachfrage aus dem Produktionsbereich kommt hier allerdings dem Handwerk zu gute. Etliche Arbeitnehmer hatten in den Produktionsbetrieben lange auf eine unbefristete Beschäftigung gehofft und ziehen nun doch eine Beschäftigung in einem Handwerksbetrieb vor. Während die Nachfrage in den Gesundheits- und Pflegeberufen unverändert nur schwer zu befriedigen ist, muss bei den Büroberufen etwas differenziert werden. Hier übersteigt zwar das Angebot an Arbeitskräften die Nachfrage insgesamt deutlich, dennoch gestaltet sich die Besetzung vieler offener Stellen dann schwierig, wenn spezielle Fachkenntnisse beispielsweise in der Lohnbuchhaltung gefordert sind. Ein weiteres Problem stellt in diesem traditionell überwiegend von Frauen besetzten Berufsbereich die Übereinstimmung der gewünschten Arbeitszeiten mit den durch den Betriebsablauf bedingten Anforderungen der Arbeitgeber dar.

Während die Anzahl der Betriebe, welche vorsorglich Kurzarbeit angemeldet hatten und die Zahl der davon betroffenen Arbeitnehmer im ersten Quartal des Jahres kontinuierlich gestiegen war, blieben diese Zahlen im April weitgehend unverändert. Im März hatten 72 Betriebe Kurzarbeit angemeldet, im April waren es 76. Betroffen waren in beiden Monaten fast 5.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, im März 4.944 und im April 4.757. Erfahrungsgemäß tritt bei rund zwei Dritteln der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für die vorsorglich Kurzarbeit angemeldet wurde, diese auch tatsächlich ein.

Keine signifikanten Änderungen gab es seit dem Vormonat, als erstmals in diesem Beratungsjahr eine Zwischenbilanz gezogen wurde, auf dem Ausbildungsstellenmarkt. Auch im April war das Verhältnis zwischen den bisher gemeldeten 3.180 Ausbildungsstellen und den 3.174 gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern zahlenmäßig ausgeglichen. Das Verhältnis zwischen den aktuell noch unbesetzten 1.508 Ausbildungsstellen und den 1.254 Jugendlichen, die noch auf der Suche nach einer Stelle sind, verschob sich leicht weiter zu Gunsten der jungen Menschen. Hier können inzwischen rechnerisch 100 Bewerber unter 120 unbesetzten Stellen wählen. Vor fünf Jahren beispielsweise mussten sich 100 junge Menschen ohne Ausbildungsstelle noch 60 unbesetzte Stellen teilen, das Angebot heute ist also doppelt so groß.



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