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Der DGB-Kreisverband mahnt: Die Armut in Schweinfurt verfestigt sich!


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SCHWEINFURT STADT UND LAND – Die Bevölkerung von Stadt und Land Schweinfurt ist nach einer Analyse des DGB stark von Hartz VI betroffen. Zugleich gelingt es vielen Hilfeempfängern/ Hilfeempfänge-rinnen nur schwer, den Hilfebezug längerfristig oder auch nur befristet zu überwinden.

5.076 erwerbsfähige Bürgerinnen und Bürger aus Stadt und Landkreis Schweinfurte erhielten im Dezember 2012 Hartz-IV-Leistungen. Dabei lag der Schwerpunkt mit 3600 Personen in der Stadt Schweinfurt, wo die Integration von Langzeitarbeitslosen in den regulären Arbeitsmarkt kaum gelingt. Besorgniserregend ist, dass Hartz-IV-Empfänger/ Empfängerinnen lange nur mit staatlichen Fürsorgeleistungen überleben können:



–         3.201 Hilfeempfänger waren in den vergangenen 24 Monaten mindestens 21 Monate lang auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen, davon 2336 in der Stadt


–         2.157 Personen waren sogar länger als 4 Jahre lang im Hartz-IV-Bezug. Mit 1.616 Arbeitssuchenden ist die Anzahl der Abgehängten in der Stadt Schweinfurt auch im Vergleich mit anderen Städten besonders hoch.

„Den Jobcentern und dem Hartz IV- System ist es bisher nicht gelungen, eine Verfestigung prekärer Lebenslagen zu verhindern“, so Frank Firsching, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Schweinfurt. „Die Anzahl dieser hilfebedürftigen Menschen geht weit über die der Arbeitslosen hinaus. Viele Hartz-IV-Bezieher/Bezieherinnen befinden sich in Fördermaßnahmen oder gehen einer Beschäftigung nach, die durch niedrige Löhne, eine geringe Stundenzahl oder durch eine kurzfristige Dauer nicht existenzsichernd und prekär ist. Andere haben Betreuungspflichten oder befinden sich noch in Ausbildung“, so Frank Firsching. Trotz der Verhärtung im Hilfebezug gibt es auch im Hartz-IV-System relativ viel Bewegung. Ständig kommen andere hinzu, während andere doch immer wieder den Hilfebezug beenden können.

Der DGB Kreisvorsitzende sieht insbesondere die Bundesregierung gefordert: Durch die massive Kürzung der Arbeitsförderung in den vergangenen Jahren haben sich die Förderchancen für Hartz-IV-Empfänger/Empfänge-rinnen massiv verschlechtert. Die zuständigen Jobcenter hätten einfach die Qualifizierungsmittel durch die Sparpolitik von Kanzlerin Merkel nicht mehr zur Verfügung. Auch im Koalitionsvertrag findet sich keine Kehrtwende. Es ist lediglich davon die Rede ein nicht näher definiertes ESF- Bundesprogramm für Langzeitarbeitslose auflegen zu wollen.

Angesichts der prekären Situation fordert der DGB auch die Jobcenter zu mehr Anstrengungen zur Vermeidung und zum Abbau von Langzeitbezug auf. „Dazu braucht es eine stärkere Professionalisierung der Betreuung. Stabilisierungs-, Unterstützungs- und Eingliederungsmaßnahmen müssen stärker am Ziel der Nachhaltigkeit ausgerichtet werden. Zudem müssten die sozialintegrativen Maßnahmen der Stadt – wie Schuldnerberatung, etc. – sowie abschlussorientierte Qualifizierungen für diese Zielgruppe ausgebaut werden. Ebenso sollten Menschen bei einer Jobvermittlung noch längere Zeit nachbetreut werden, um ein neues Arbeitsverhältnis möglichst stabilisieren zu können


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