Home / Lokales / Der Gaudiwurm ist gerettet: Der Schweinfurter Faschingsumzug findet trotz diverser Probleme am Dienstag wieder auf der altbekannten Wegstrecke statt
SCHWEINFURT - Man stelle sich folgendes Szenario vor: Die rund 30.000 bis 40.000 Bürger aus Stadt, Landkreis und Umgebung machen sich wie immer am Faschingsdienstag auf den Weg in die Schweinfurter Innenstadt. Doch der Gaudiwurm, den sie sich eigentlich anschauen wollten, setzt sich ab 13 Uhr nicht in Bewegung. Ganz so abwegig war das für dieses Jahr gar nicht.

Der Gaudiwurm ist gerettet: Der Schweinfurter Faschingsumzug findet trotz diverser Probleme am Dienstag wieder auf der altbekannten Wegstrecke statt


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SCHWEINFURT – Man stelle sich folgendes Szenario vor: Die rund 30.000 bis 40.000 Bürger aus Stadt, Landkreis und Umgebung machen sich wie immer am Faschingsdienstag auf den Weg in die Schweinfurter Innenstadt. Doch der Gaudiwurm, den sie sich eigentlich anschauen wollten, setzt sich ab 13 Uhr nicht in Bewegung. Ganz so abwegig war das für dieses Jahr gar nicht. Denn die ESKAGE, die Erste Schweinfurter Karnevals-Gesellschaft, die den Faschingsumzug stets organisiert, stand relativ dicht vor einer Absage. „Unsere Belastungsgrenzen sind eigentlich erreicht“, weiß Hermann Guth.

Der neue Zugmarschall, sein Vorgänger Werner Dürr und Pressesprecher Karlheinz Surauf luden heuer erstmals im Vorfeld die Medien ein, um die Entwicklungen aufzuzeigen. Zum einen geht es um das Finanzielle. „3000 Euro bringen wir eigentlich immer mit“, sagt Guth. Obwohl die Stadt einen Zuschuss gewährt, unter anderem die Reinigungsarbeiten der Straßenzüge danach in die Hand nimmt, hat die Karnevalsgesellschaft Kosten. 1000 Euro beispielsweise für die Versicherung, eine Veranstalter-Haftpflicht. Dixi-Klos müssen geliehen und aufgestellt werden. Und Kapellen, die extra vom Land mit dem Bus anreisen, bekommen einen kleinen Zuschuss. Das, was die Teilnehmer an Bonbons ins Volk werfen, müssen sie ohnehin selbst bezahlen.


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Das noch größere Problem zwei war aber: Die Auflagen haben sich verschärft. Nicht explizit für 2013, aber schon letztes Jahr. Zur Sicherung der Wegstrecke zwischen Spitalseeplatz, Theater, Zeughaus, Kornmarkt und der anschließenden Schleife um den Marktplatz bis vor´s Rathaus ist Personal notwendig, dass die ESKAGE ehrenamtlich nicht mehr aufbringen kann. Oder kaum noch. „Bei 18 Euro in der Stunde bekommt man solche Leute von überall her“, weiß Guth. Für nicht mal einen Apfel und ein Ei aber nur schwer. 70 Personen sollten letztes Jahr die Strecke sichern. So viele Ordnungskräfte wären 2013 nicht mehr zu beschaffen gewesen.


Doch die Beteiligten, Ordnungsamt, Polizei und Gesellschaft, gingen aufeinander zu. „Wir sind die Strecke geistig abgelaufen“, berichtet Hermann Guth, „und oben vom Wagen habe ich schon immer gesehen, dass es Bereiche gibt, wo wenig Leute stehen.“ In der Zehntstraße beispielsweise, in der Bauerngasse, zwischen Zeughaus und Roßmarkt oder in der Hohen Brückengasse. „Wieso sollten wir dort die volle Mannschaft hinstellen“, fragte Guth nicht ohne Grund. Und so sind heuer nur noch 55 Personen notwendig zum Absichern. Das stemmt die ESKAGE, „und deshalb findet unser lieb gewonnener Gaudiwurm wieder auf der altbekannten Wegstrecke statt“, verkündet Karlheinz Surauf. Eine Alternative wäre noch gewesen, nach dem Zeughaus gleich rechts Richtung Roßmarkt abzubiegen. „Dann aber wären 60 Prozent der Wegstrecke weggefallen“, errechnete Hermann Guth, „und die Menschenmenge wäre eh da gewesen, hätte sich auf einen geringeren Platz verteilt. Dann wäre das Gefahrenpotenzial eher höher.“

745 Personen in Fußgruppen sind für Faschingsdienstag gemeldet, dazu sechs Kapellen mit 140 Musikern und 40 Motivwägen und Fahrzeuge mit nochmals 250 Personen. Die drei besten Ideen werden auch heuer wieder prämiert, dazu vom Stadtjugendamt die zwei besten Einfälle von Gruppen oder Personen, die sich kritisch mit dem Thema Alkohol auseinandersetzen. Zehn Anmeldungen diesbezüglich liegen bereits vor. „Spaß ist auch ohne Vollrausch möglich“, weiß Hermann Guth, der zudem auf einen etwas sachlicheren Ablauf hofft, was das Einwirken der Polizei betrifft. Im Umkreis des Marktplatzes herrscht Halteverbot für alle Motivwägen. Letztes Jahr wurden Teilnehmer deshalb mehr oder weniger aus dem Zentrum verjagt. Bekannt ist ein Protestbrief der Brauerei aus Werneck, die ein Piratenschiff in den Umzug schickte, die danach den Mast umlegen musste, die von den Ordnungshütern aber mit der Androhung eines Bußgeldes aus der Stadt gejagt wurde.

Unser Bild mit den drei Personen zeigt von links den neuen Zugmarschall Hermann Guth, ESKAGE-Pressesprecher Karlheinz Surauf und den Präsidenten und einstigen Zugmarschall Werner Dürr.

Die Stadtwerke Schweinfurt weisen indes darauf hin, dass die Schweinfurter Stadtbusse am kommenden Dienstag, den 12. Februar 2013, den Roßmarkt aufgrund des Faschingsumzugs, ab 12.30 Uhr, nicht mehr bedienen können. Die Sperrung ist bis ca. 16:00 Uhr geplant. Je nach Verlauf des Umzugs kann die Sperrung aber auch länger andauern. Die Fahrgäste werden daher gebeten, die jeweils nachgelagerte Haltestelle zu nutzen. Dies sind wie folgt:

Linien 11 (Bergl), 12 (Oberdorf) und 91 (Grafenrheinfeld): Haltestelle Gericht
Linie 21 (Mozartstraße): Haltestelle Schelmsrasen
Linien 22 (Hainig), 24 (Niederwerrn) und 25 (Oberwerrn): Haltestelle Kunsthalle
Linie 31 (Gartenstadt): Haltestelle Friedhofstr.
Linien 32 (Maibacher Str.), 41 (Haardt), 42 (Eselshöhe/Sonnenteller), 44 (Hambach): Haltestelle Obertor
Linien 51 (Hochfeld), 52 (Deutschhof), 61 (Hafen Ost), 62 (Maintal), 71 (Schonungen), 81 (Sennfeld) und 82 (Gochsheim): Haltestelle Museum Georg Schäfer.


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