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Der geplante Stadtwald auf dem Gelände der Ledward-Barracks soll ein großes und parkähnliches Naherholungsgebiet werden


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SCHWEINFURT – Ein bisschen sieht man ihr den dicken Hals an, den Dr. Ulrike Schneider seit ein paar Wochen hat. Die Schweinfurter Stadträtin der Liste (Freie Wähler) ist bekanntlich eine der Initiatoren des Bürgerentscheids „Stadtwald statt Landesgartenschau“, den nun ja auch die ödp unterstützt. Man sieht sich Unwahrheiten oder Halbwahrheiten seitens der LGS-Befürworter ausgesetzt, konnte nun aber die Pläne für einen Stadtwald auf dem Gelände dieser für 2026 geplanten LGS vorstellen.

Schneider spricht inzwischen von einem „Kampf“. Beispielsweise bekam sie von der Stadt Schweinfurt, die auch weiterhin fest verbreitet, die Landesgartenschau 2026 wäre schon sicher, keine Pläne des Geländes, weshalb man nun eigene Zeichnungen anfertigen musste. Und die Initiatoren ärgern sich, dass seitens der LGS-Befürworter ihre vorgesehener Stadtwald immer anders definiert werde, als ihr Pläne das vorsehen. Beispielsweise ist da die Bezeichnung „Stadtwäldchen“…

Es geht jedoch um eine Fläche von mindestens 10 Hektar. „Alle Förster sagen: Das ist ein Wald! Der Wildpark an den Eichen hat gerade mal 15 Hektar, ist also nur ein Drittel größer“, sagt Dr. Schneider, Und gerade im Westen Schweinfurts gibt es bislang keinerlei Wald. In der Stadt ohnehin nicht, auch nach Niederwerrn schauend nicht. Die Stadt spricht bislang von gerade mal 7 Hektar. Nachgemessen kommt man auf dem für die LGS vorgesehenen Gelände der einstigen Ledward-Barracks gar auf fast 12 Hektar. Dazu gehört ein 2,34 HA großer, vorgesehener Zusatz auf dem Kesslerfield.


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Die Kreisvorsitzende Esther Wagenhäuser und Stefan Bretscher von der ödp unterstützen das Anliegen mit dem Stadtwald, über den die Bürger Schweinfurts am 20. Januar 2019 abstimmen können. „Schützt unser Klima, spart unsere Steuern“ lautet der Slogan. Dass ein Stadtwald Millionen Euro an Kosten nicht verursachen wird, dass gerade wachsende Bäume für´s Klima perfekt sind und die Co2-Belastung reduzieren, dürfte inzwischen jeder Grundschüler wissen.

Die Verantwortlichen sehen längst die Sachebene seitens der Gegenseite verlassen und glauben, dass es für die Befürworter der Landesgartenschau nur noch um das Prestige und um Macht geht, nicht mehr darum, was die Umwelt oder die Stadt Schweinfurt sinnvoll sei. Bei einer wesentlich kleineren Fläche als in Würzburg wäre die Besuchererwartung für Schweinfurt 2026 – die Rede ist von 750.000 Gästen – natürlich auch geringer. Doch Dr. Schneider, die ödp´ler und die anderen Gegner, glauben, dass nach Schweinfurt ohnehin wesentlich weniger Besucher als nach Würzburg kommen würden. Ganz einfach deshalb, weil die Großstadt halt auch zahlreiche weitere Attraktionen bietet. In Schweinfurt sei zudem eine Anbindung der Innenstadt an die LGS an diesem Ort nicht möglich.

Zum geplanten Stadtwald: Was die Verantwortlichen nun präsentierten, hat ja nun wirklich seinen Reiz. Kleinbäume und Büsche im Randbereich, dann Bäume, ausgesucht auf die Bedürfnisse der Zukunft (Stichwort Erderwärmung und weniger Niederschläge). Ebereschen, Ulmen, Ahorn, Pappeln wären vorgesehen. Infotafeln im Eingangsbereich könnten über den Klimawandel informieren. Ein Naturlehrpfad für Familien und die benachbarten Schulen sorgen für einen erlebbaren Wald. Der hätte einen Naturteich mit einer Lichtung, könnte um die zwei Kilometer lange Rundwege enthalten, jeweils 2,50 Meter breit. Bänke zum Ausruhen garantieren einen echten Naherholungswert. Teile der Wege verlaufen auf unterirdischen Fernwärmeleitungen. Die aber würden rein gar nicht den Wald darüber stören. Weil man über ihnen die Wege (siehe die beiden geraden auf dem Bild unten) entlang legen könnte… Konkret: Die Länge der Waldwege beträgt: 1444 m (1,44 km) in den Ledward Barracks und 817 m im Kessler Field inkl. den Zwischenstücken, das sind in Summe 2261 m.

Die Stadtwald-Befürworter wissen, dass manche Baumarten in zehn Jahren schon zehn Meter hoch sein könnten. Selbst bei langsamer wachsenden wäre es insgesamt höchst realistisch, dass 2026 an dieser Stelle, sollte die LGS abgelehnt werden, schon ein echter Wald steht. Mit parkähnlichen Zügen, für einen Bruchteil von Kosten, selbst später sogar Ertrag abwerfend durch den Verkauf von Holz. Die Stadt und damit die Schweinfurter Steuerzahler könnten einen hohen Millionen-Betrag sparen „und das Geld könnte man dann in wirklich klimarelevante Projekte stecken“, sagt Dr. Schneider.

Dass die Schweinfurter Bevölkerung dieser Landesgartenschau anscheinend in großen Teilen und mehrheitlich ablehnend gegenüber stehen, haben die Befürworter des Stadtwaldes längst erkannt. Das parallele städtische Ratsbegehren mit dem Titel „Stadtgrün mit Zukunft: Bürgerpark für alle“ sorge nun aber für Verwirrung bei den Schweinfurtern. Und gerade von der SPD sehen sich die Stadtwald-Leute derzeit sehr enttäuscht. Obwohl die ja eigentlich auch keine LGS will….

„Unsere Gegner haben das ureigene Interesse, den Stadtwald schlechtzureden. Ob sich die Stadt Schweinfurt ihr Vorgehen überhaupt erlauben kann?“, fragt Dr. Schneider und hält sich bewusst rechtliche Schritte vor gerade aufgrund der auf sieben Hektar heruntergestuften Fläche zur Verunsicherung der Bürger. „Es ist aber David gegen Goliath“, weiß sie, aufgrund der seitens der Stadt zur Verfügung stehenden Werbemittel für die Landesgartenschau.

Die öpd lädt für den Mittwoch, 12. Dezember, um 19 Uhr ins KuK zu einem Diskussionsabend ein, zu dem mittlerweile Oberbürgermeister Sebastian Remelé als Befürworter der Landesgartenschau sein Kommen zusagte. Weitere Informationen folgen. „Wir müssen vom hohen Ross runter. Weltweit werden Bäume gepflanzt. Warum sollte sich die Stadt Schweinfurt davon rausnehmen?“, fragt Stefan Bretscher.

Klar ist: Wenn der Schweinfurter ein parkähnliches Erholungsgebiet haben möchte anstelle eines Prestigeobjektes Landesgartenschau, mit dem die Stadt Würzburg durch das Millionen-Defizit heuer finanziell furchtbar auf die Nase fiel, dann muss er/sie eigentlich für den Stadtwald stimmen. Doch ob er/sie das am 20. Januar das nächsten Jahres auch so macht?

Michael Horling
redaktion@inundumsw.de







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Ein Kommentar

  1. rudolf pröschel

    …es kann nicht sein was nicht sein darf -oder ähnlich-. als landkreisbewohner (allerdings 60 jahre in sw gelebt) finde ich das traurig wie verbohrt mancher CSU Politiker auch in der Provinz ist. ca. 5 mio € miese soll Würzburg bei seiner lgs gemacht haben…. man sollte mal fragen wie gut der Oberbürgermeister und seine CSU räte schlafen können wenn sw vielleicht 7 mio € miese macht. klimawandel und folgen sind lange nicht bei der CSU in sw angekommen. schade um jedes wort das hier verloren wird. schlaf weiter sw

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