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Auf dem Foto: Die „Napoleonsbuche“ im Naturwaldreservat Brunnstube bei Ebrach war bereits geschätzte 150 Jahre alt, als Napoleon um 1806 durch den Steigerwald marschierte. Sie erreichte ein Alter weit über 300 Jahre. Fotografin: Ulla Reck

Dicke Buchen im Steigerwald schützen: Befürworter fordern mal wieder den „Nationalpark jetzt!“


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UNTERFRANKEN – BUND Naturschutz (BN) und Freundeskreis Nationalpark Steigerwald fordern Ministerpräsident Markus Söder und die Bayerische Staatsregierung auf, die verbliebenen dicken Buchen im Nordsteigerwald zu verschonen und alt werden zu lassen. Buche ist Baum des Jahres 2022 und wichtige Baumart in Zeiten des Klimawandels. Jetzt Baumpatin/ Baumpate werden!

Anlässlich des Tages des Baumes am 25. April unterstreichen der BUND Naturschutz in Bayern und der Freundeskreis Nationalpark Steigerwald ihre Forderung nach einem Nationalpark. „So wie Bayern zu Recht sein reiches Kulturerbe schützt, muss es auch die staatlichen Buchenwälder im Steigerwald als Naturerbe in einem Nationalpark schützen! Lassen Sie die Bäume weiterleben und im Schutz des Nationalparks alt werden“, appelliert der BN-Vorsitzende Richard Mergner an die Politik.


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Gerade in Zeiten des Klimawandels drängt sich ein Nationalpark Steigerwald förmlich auf, betont der BN-Waldexperte Ralf Straußberger: „Durch das geschlossene Kronendach hält die Buche ihre Wälder auch im Sommer feucht und kühl und wirkt wie eine Klimaanlage auf ihre Umgebung. Von Natur aus können Buchen über 300 Jahre alt und über 1,50 Meter dick werden – das heißt rund doppelt so alt und so dick wie im Wirtschaftswald. So könnten sie im Nationalpark noch viele Jahrzehnte Kohlenstoff speichern und als effektive Kohlendioxid-Senke wirken.“


Rotbuchenwälder können nur in Europa geschützt werden

Die im Steigerwald besonders oft vorkommende Rotbuche ist Baum des Jahres 2022. Ralf Straußberger unterstreicht in diese Zusammenhang: „Die von Natur aus häufigste Baumart in Deutschland und Bayern hat durch menschliche Eingriffe Flächenverluste von über 90 Prozent gegenüber früher erlitten. Angesichts dieser besorgniserregenden Lage ist es an der Zeit, die letzten großflächigen Rotbuchenwälder zu schützen, die es nur in Europa gibt.“

Um auf die besondere Bedeutung der dicken Buchen aufmerksam zu machen, wirbt der BN für deren Schutz durch ideelle Baumpatenschaften im Kernbereich des diskutierten Nationalparks Steigerwald: https://www.bund-naturschutz.de/spenden-helfen/patenschaft

Hintergrundinfos Steigerwald:

Der Nordsteigerwald gilt in Expertenkreisen als international herausragendes Waldgebiet: Hier findet sich eine große Standortvielfalt, von steilen Schluchten, feuchten Bachtälern bis hin zu trockenen Hügelrücken. Entsprechend vielfältig ist auch das Klima in den Wäldern. Eine breite Palette verschiedener Buchen- und Laubwaldgesellschaften wächst hier gemischt und nebeneinander auf so großer Fläche, dass es als das bedeutendste Vorkommen deutschlandweit gilt. In kleinflächigen Naturwäldern mit uralten Baumriesen haben sich viele europaweit geschützte Arten erhalten. Buchenwälder bieten wichtige Lebensräume für Vögel, Fledermäuse, Insekten oder Pilze, aber erst ab einem Alter über 180 – 200 Jahren – ein Alter, das Wirtschaftsforste nicht erreichen.

Auf dem Foto: Die „Napoleonsbuche“ im Naturwaldreservat Brunnstube bei Ebrach war bereits geschätzte 150 Jahre alt, als Napoleon um 1806 durch den Steigerwald marschierte. Sie erreichte ein Alter weit über 300 Jahre.
Fotografin: Ulla Reck


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