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Die Kunsthalle Schweinfurt zeigt ein halbes Jahr lang Strukturbilder von Max Ackermann – zahlreiche Highlights vom 5. bis 8. Dezember


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SCHWEINFURT – Strukturbilder von Max Ackermann zeigt die Kunsthalle Schweinfurt vom 6. Dezember an bis zum 15. Juni 2006 im Untergeschoss. Zudem findet am Samstag, den 7. Dezember, 14 Uhr, eine Kunstaktion mit Jürgen Wolf statt und ein Tag der offenen Tür am Sonntag, den 8.12., mit Programm von 10 – 17 Uhr.

Max Ackermann (1887-1975) zählt heute unbestritten zu den Lichtgestalten der Künstler der sogenannten zweiten Moderne und als Vertreter abstrakter Malerei zu ihren Pionieren. Bereits 1912 – also noch lange vor dem Durchbruch dieser Ausdrucksform im Deutschland der Nachkriegszeit – entstehen unter dem Einfluss von Adolf Hölzels Farb- und Formtheorie in Stuttgart bereits erste ungegenständliche Arbeiten. Dort begegnet Ackermann im Frühjahr 1928 Kandinsky anlässlich einer gemeinsamen Ausstellung. Nach der Machtergreifung Hitlers zog sich Ackermann in die „innere Emigration“ nach Hornstaad am Bodensee zurück, ein Schicksal, das er mit Künstlern wie Fred Thieler, Fathwinter, Otto Ritschl oder Mac Zimmermann teilen musste, die ebenfalls mit repräsentativen Arbeiten in der Kunsthalle Schweinfurt vertreten sind.


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Ackermann netz 2Bietet die Sammlung Joseph Hierling (die am Sonntag um 11 Uhr mit einer Matineé ebenfalls im Untergeschoss neu eröffnet wird) mit Werken zum expressiven Realismus in der Kunsthalle Schweinfurt Einblicke in die Zeit zwischen den Weltkriegen, so setzt die Sammlung in städtischem Besitz Wegzeichen im weiten Feld der deutschen Kunst nach 1945. Bereits seit den 1980er Jahren konzentrieren sich das Sammlungskonzept und die Wechselausstellungen auf deutsche Kunstäußerungen der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart – etwa Quadriga, ZEN 49, Junger Westen, SPUR und andere. Neben diesen Epoche prägenden Künstlergruppen sind es vor allem einige wenige Einzelpersönlichkeiten, die entscheidend deutsche Kunstgeschichte im Neu- oder Wiederbeginn nach 1945 und im Dialog zwischen Figuration und Abstraktion schrieben, dazu zählt Max Ackermann.


1999 konnten die Museen und Galerien der Stadt Schweinfurt durch die generöse Unterstützung des Dresdener Galeristen Johannes Döbele ein charakteristisches Gemälde von Max Ackermann aus dem Jahre 1947 erwerben, das ein Highlight der städtischen Kunstsammlung darstellt. Auch deshalb stand eine monografische Ausstellung zum seinem Werk seit Langem auf der Wunschliste.

Ackermann netz 3Die Ausstellung in der Kunsthalle Schweinfurt geht auf die Initiative von Herrn Dr. Markus Döbele zurück. Seinem Konzept liegt seine Dissertation bei Prof. Christa Lichtenstern in Saarbrücken bearbeitet zugrunde. Er zeichnet nicht nur für die Realisierung, sondern auch für die profunde Exponatauswahl verantwortlich. Die von ihm als versierten Max-Ackermann-Kenner hervorragend kuratierte Ausstellung in der Kunsthalle Schweinfurt trägt dazu bei, die Bedeutung einer bisher nur wenigen Experten bekannten Seite des Künstlers Max Ackermann in der deutschen Kunst zu unterstreichen.

Max Ackermann wurde 1887 in Berlin geboren. Die Familie stammte aus Thüringen und lebte fortan wieder im thüringischen Ilmenau. 1906–1912 studierte er in Weimar, Dresden, München und Stuttgart. 1912 Bekanntschaft mit Adolf Hoelzel. Erste gegenstandsfreie Experimente. 1921 Einrichtung einer „Lehrwerkstätte für Neue Kunst“: Auseinandersetzung mit Konstruktivismus. 1930 Stuttgarter Volkshochschule „Seminar für absolute Malerei“. Tessin-Aufenthalt. 1936 Lehrverbot an der Stuttgarter Volkshochschule. Heirat, Umzug nach Horn am Bodensee. 1953 Studienreise in die Provence. 1956 Aufenthalt auf Teneriffa. 1957 zum 70. Geburtstag Verleihung des Professorentitels. 1964 Ehrengast der Villa Massimo in Rom. Reise nach Neapel. Aufenthalt auf Ischia. 1975 Tod von Max Ackermann am 14. November.

Ackermann netz 4Max Ackermanns „Strukturbilder“ waren bisher der Öffentlichkeit unbekannt und diejenigen, die von der Existenz dieser Werke Kenntnis hatten, hielten diese für missglückte Experimente oder unvollendete Bilder im Anfangsstadium. Eine solche Beurteilung lag nahe, da diese Werke in Farbe, Form und Komposition nicht der Harmonie zu entsprechen scheinen, die man von den bekannten lyrischen Abstraktionen Ackermanns kennt und schätzt. Nach Studien der Bilder, Notizen und Tagebüchern Ackermanns wuchs für den Kurator und Katalogautor Markus Döbele die Gewissheit, dass der Künstler selbst diese Bilder vollendet und auch in diesen sein künstlerisches Konzept verwirklicht sah.

Ackermann netz 5Es kam ein „anderer“ Ackermann zum Vorschein als derjenige, den man zu kennen glaubte und dessen „Anders-Sein“ auf Entdeckung wartete. Eine Erforschung dieser Werkgruppe gewann an Reiz, weil mit den gewonnenen Erkenntnissen eine differenziertere Sicht auf das Gesamtwerk und Ackermanns Kunst- und Harmoniebegriff möglich wird. Die Ausstellung ist als Zusammenfassung der bisherigen Forschungsergebnisse zu den Strukturbildern zu verstehen. Es geht dabei nicht darum, den einen bisher „untypischen“ gegen den „typischen“ Ackermann auszuspielen. Vielmehr soll die Betrachtung des Gesamtwerks und somit auch des „typischen“ Ackermanns um einige Aspekte bereichert werden.

In Kooperation mit dem Max-Ackermann-Archiv, Bietigheim-Bissingen. Der Dank gilt zudem Zeppelin Museum Friedrichhafen – Technik und Kunst Sammlung Würth, Künzelsau, Galerie der Stadt Sindelfingen – Lütze-Museum, Galerie Döbele Dresden sowie zahlreichen privaten Sammlern, die namentlich nicht genannt werden möchten.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch zum Preis von Euro 25, Euro, das im Verlag Nünnerich-Asmus in Mainz verlegt worden ist.

www.kunsthalle-schweinfurt.de

Öffnungszeiten:
Täglich: 10.00 – 17.00 Uhr, Donnerstag 10.00 – 21.00 Uhr, montags geschlossen. Jeder 1. Sonntag im Monat freier Eintritt.
Führungen buchbar unter Tel. 09721/514744

Highlights in der Kunsthalle Schweinfurt vom 5. bis 8. Dezember

5. 12. 2013, 19 Uhr
Eröffnung der Ausstellung „Max Ackermann Strukturbilder“

7. 12.2013, 14 Uhr
Weihnachtsbaumaktion mit Jürgen Wolf

8.12.2013, 11 Uhr
Eröffnung der Dauerpräsentation „Die Sammlung Joseph Hierling, Expressiver Realismus“

8.12.2013, 10 bis 17 Uhr
„Alles Kunst“ – Tag der offenen Tür in den Ausstellungen der Kunsthalle Schweinfurt

8. 12. 2013 Tag der offenen Tür
Programm 10 bis 17 Uhr
„Alles Kunst“
10 Uhr     Öffnung der Kunsthalle
11 Uhr        Eröffnung der Dauerpräsentation „Die Sammlung Joseph Hierling, Expressiver Realismus“
11:15 Uhr     Sammlerführung mit Joseph Hierling
11 Uhr        Führung durch die Ausstellung  „Die Sammlung Gunter Sachs
12 Uhr    Rundgang durch die Ausstellungen
13 Uhr    Rundgang durch die Ausstellungen
14 Uhr    Kuratorführung durch die Ausstellung „Max Ackermann Strukturbilder“ mit Dr. Markus Döbele
14 Uhr    Rundgang durch die Ausstellung „Die Sammlung Gunter Sachs
15 Uhr        Sammlerführung durch die Dauerpräsentation „Expressiver Realismus“ mit  Joseph Hierling“
15 Uhr    Rundgang durch die Ausstellungen
16 Uhr    Rundgang durch die Ausstellungen
17 Uhr    die Kunsthalle schließt ihre gelbe Türe.

Zwischen 14 und 17 Uhr finden Kreativführungen und weitere Vermittlungsangebote des P-Seminars Kunst des Celtis-Gymnasiums statt. An der Kasse liegen kostenlose Quizfragen für Kinder und Jugendliche bereit.


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