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Die Stadtgalerie in Rot: „Die Hoffnung ist groß, aber der Schuh drückt gewaltig!“


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SCHWEINFURT – „Lady in Red“ war Anica Helbing zwar nicht, aber die seit rund zwei Jahren in Schweinfurt ansässige Center-Managerin der Stadtgalerie Schweinfurt bestaunte in der zunehmenden Dunkelheit am Montagabend mit leider zu wenigen Passanten und Kunden am Haupteingang Schrammstraße den mit der unter gehenden Sonne zunehmend auch sich in Rot verwandelnden Einkauf-Tempel.

Das war ein Zeichen. Und eine Art Protestaktion mehrerer Leidensgenossen gleichzeitig, die ein Signal setzen wollten: Der Einzelhandel sieht so langsam Rot. „Wir hatten schon lange Geduld, müssen aber langsam Gehör finden. Wir MÜSSEN nun einfach wieder öffnen. Den Händlern steht das Wasser bis zum Hals“, sagt Helbing mit Blick auf die nächste Ministerpräsidenten-Konferenz am kommenden Mittwoch. Das „MÜSSEN“ sagt sie übrigens genauso so, dass es auch groß geschrieben werden MUSS.



Anica Helbing – Foto: Stadtgalerie Schweinfurt

Nun hat die Stadtgalerie ja eigentlich geöffnet. Diesen Montag kamen drei weitere Läden dazu, nachdem die Friseure wieder aufmachen durfen. Mittwoch kommt ein Blumenladen dazu, der erst wieder Ware ordern musste. Während des Lockdowns durften in erster Linie die Optiker und die Apotheke Kunden empfangen. Ansonsten war aber Schicht im Schacht. Die Gastronomie hätte ihre Leckereien anbieten können, aber nur die Smoothie-Experten von „Immergrün“ versuchten das auch die letzten Wochen zur Mittagszeit. Ansonsten fehlte der Gastronomie die so wichtige Frequenz im Center. Und das Abendgeschäft, das aktuell nicht möglich ist: Um 18 Uhr schließen die Tore. Dann, wenn die Farbe Rot ins Spiel kommt.


„Die Hoffnung ist groß. Die Befürchtung aber genauso“, sagt Anica Helbing mit Blick auf Mittwoch. „Irgendwann geht´s nicht mehr!“ Daher wollte man am Montagabend ein Zeichen setzen. Symbolisch mit der angeleuchteten Fassade. Bewegung sei in ganz Deutschland. Nun müssen einfach irgendwann die Läden wieder öffnen, sonst…

„Wir hatten ja schon Corona-Insolvenzen“, weiß die Center-Managerin. Jemand, der Sportler-Nahrung anbot, die bundesweit insolvente Modekette Hallhuber, Herzog & Bräuer, denen es nicht besser erging, der Vertragspartner des Reno-Schuhladens… Traurige Nachrichten. Wasser auf die Mühlen der Kritiker der Stadtgalerie, die es schon immer wussten: In Schweinfurt läuft sowas nicht – und die Innenstadt zerstört es auch noch. Aktuell nicht unwirklich. Alleine Corona-geschuldet?

„Wir haben ungefähr 20 Leerstände. Teils aber wurden Laden und deren Flächen zusammen gelegt. Wir sind in Endverhandlungen mit großen Marken. Aber aktuell unterschreibt niemand, weil auch niemand weiß, wie es weiter geht. Niemand expandiert oder macht einen Laden auf“, sagt Anica Helbing. Die deshalb auch keine Namen kommunizieren kann von neuen Shops, die durchaus nach Schweinfurt kommen könnten. Demnächst. Bald. Oder halt auch gar nicht…

Fakt ist: „Das Center wird nicht dicht machen. Die Eigentümer stehen zu den Standort, haben investiert in Umbaumaßnahmen, weil wir wissen, dass manche Ladenflächen so nicht passen“, sagt Helbing. Textilunternehmen seien dabei bei den Interessenten, Firmen aus dem Bereich Telekommunikation. Lösungen sind in Sicht, warten aber auf ein Zeichen aus der Politik. Der einstige Tegut, eine der Ankerflächen, hat noch immer keinen interessierten Nachfolger, was auch daran liegt, dass laut Bebauungsplan das Sortiment beschränkt ist. Ein Anbieter von Sportartikeln könne so nicht einziehen. Man hat schon Hervis im Center, mehr gehe da nicht laut Vorschriften.

Und nun? „Wir hoffen, dass am 8. März weitere Läden öffnen dürfen“, sagt Anica Helbig. Und wenn nicht? „Keine Ahnung… Aber der Schuh drückt gewaltig…“


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