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Die Taube aus dem Landkreis Schweinfurt brachte Menschenrechtsdiskussionen nach Bolivien – Frank Weber organisierte Festival und Markt in Cochabamba


Keiler

LANDKREIS SCHWEINFURT – Über 350 Augenpaare fokussiert auf den Redner, aufmerksame Schülerinnen und Schüler: Von der Stille, Aufmerksamkeit und Atmosphäre, wie sie am Mittwoch in der Aula des Beruflichen Schulzentrums Alfons Goppel (BSZ) herrschten, träumen üblicherweise die meisten Lehrer – oftmals vergebens. Diesmal aber lauschten die Schülerinnen und Schüler der Landkreis-Einrichtung dem Redner, der aus dem fernen Bolivien kam und über seine Arbeit berichtete: Frank Weber war zu Gast, um die Menschenrechtstaube wieder zurück nach Unterfranken zu bringen.

Vor gut eineinhalb Jahren ist die goldfarbene Menschrechtstaube vom Büro des Landrats aus in die neue Schonunger Realschule geflogen, hat ein paar Abstecher in die Ludwig-Derleth-Realschule Gerolzhofen gemacht, ist mit zum Schüleraustausch in die Gerolzhöfer Partnerstadt Scarlino geflattert und war anschließend für ein halbes Jahr im Celtis-Gymnasium. Durch diese Aktionen wurden verstärkt Menschenrechtsthemen im Unterricht aufgegriffen.


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Im Sommer hat die goldfarbene Taube mit einem Ölzweig als Friedenszeichen im Schnabel dann ihre weiteste Reise angetreten: Frank Weber, Vorsitzender der Straßenkinderhilfe e.V., hat die Menschrechtstaube in Schweinfurt in Empfang ge- und anschließend mit nach Südamerika genommen.


13.000 Kilometer trennen Schweinfurt und Cochabamba. An diesem Vormittag im Beruflichen Schulzentrum sind die Schülerinnen und Schüler aus Stadt und Landkreis Schweinfurt den Schülerinnen und Schülern aus dem fernen Land ganz nah. Weber, der seit 27 Jahren in Bolivien lebt, berichtet von seiner Arbeit, von der politischen Situation und von den Aktionen, die die Richard-von-Weizsäcker-Schule in Cochabamba („Centro Educativo Richard von Weizsäcker“) anlässlich des Empfangs der Taube durchgeführt hat: u.a. einen „Markt der Menschenrechte“ und ein „Festival der Menschenrechte“ – ein großes Spektakel im Zentrum der 650.000-Einwohner zählenden Stadt. Mit überwältigender Resonanz: etliche Zeitungen sowie mehrere Radio- und Fernsehsender berichteten über den Markt und das Festival, interviewten den in Bolivien bekannten Deutschen, machten die Menschenrechte zum Thema.

„Menschenrechte erfordern Menschen, die reif sind“, sagte Weber, der mal laut, mal leise sprach, mal ruhig stand, dann wieder energisch gestikulierte. Wichtig dabei ist die Solidarität, die man ebenso lernen muss, wie lesen und schreiben, gab er den jungen Menschen des BSZ mit auf den Weg. Weber betonte, dass „soziale Gerechtigkeit die Voraussetzung für sozialen Frieden“ ist, ebenso das nachdrückliche Bewusstsein, dass jeder Mensch etwas Besonderes ist. „Diese Menschenrechtstaube hat die Diskussion zu den Schülern und Lehrern gebracht“, in Cochabamba ebenso wie in Stadt und Landkreis Schweinfurt.

„Menschen sind nicht gleich, aber gleichwertig“, sagte Landrat Harald Leitherer: „Ich bitte Sie: Sehen Sie jeden Ihrer Mitmenschen als gleichwertig an. Es ist die Pflicht einer jeder Demokratie, die Menschenrechte zu achten und notfalls auch mit Nachdruck zu verteidigen.“

Die Tauben wurden anlässlich des 60. Jahrestages der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte der Vereinten Nationen gefertigt. „Wir wollen mit unserer Taube die Themen Menschenrechte und Frieden in den Unterricht unserer Schulen bringen – die Empfänger verpflichten sich, die Menschenrechte zu achten und zu erhalten“, so Leitherer weiter.

30 Tauben in Lebensgröße hat der Künstler Richard Hillinger geschaffen, jede einzelne steht für einen der 30 Artikel der Menschenrechte. Dem Künstler geht es vor allem auch darum, die Menschenrechte durch Unterricht und Erziehung im Bewusstsein zu verankern. Und so werden in den kommenden Monaten im Unterricht im BSZ die Menschenrechte, Werteerziehung, Religionen sowie Krieg und Frieden thematisiert.

Im Bild (v.l.) Frank Weber, Landrat Harald Leitherer und BSZ-Schulleiter Rainer Schöler gemeinsam mit Klassensprechern und Schülervertretungen.


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