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Eilantrag an den OB: Können die Tauben in Schweinfurt doch noch gerettet werden?


Pressebeck

SCHWEINFURT – Können die Tauben in Schweinfurt doch noch gerettet werden? Zur Fütterung jedenfalls für die vom Sterben bedrohten Tiere und für eine zu errichtende Unterkunft gibt es nun einen fraktionsübergreifenden Eilantrag zur heutigen Stadtratssitzung.

Unterzeichnet von Dr. Ulrike Schneider (Initiative ZUKUNFT./ödp), Frank Firsching (Die Linke), Stefan Labus (Freie Wähler), Ralf Hofmann (SPD) und Holger Laschka (Bündnis 90/Die Grünen).


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Hier der Antrag:


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Remelé,

die aktuelle Corona-Pandemie beeinflusst nicht nur das Leben von uns Menschen, sondern auch das der Tierwelt, mit weitreichenden Folgen. Die ohnehin schon prekäre Lage der Tauben in deutschen Städten verschlechtert sich – bedingt durch den derzeitigen Lockdown und das Ausbleiben der Menschen finden die Tauben in unserer Stadt kein Futter mehr und drohen zu verhungern. Das Fütterungsverbot wird spätestens jetzt zu einem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, da die Tauben als verwilderte und nun obdachlose Haustiere (Stadttauben entstammen zu fast 100% privaten Züchtungen) auf die Versorgung durch die Menschen angewiesen sind.

Andernfalls sterben sie einen langwierigen und qualvollen Tod durch Verhungern. Ihre durch die Menschen angezüchtete Ortstreue und Unfähigkeit, sich selber zu versorgen, wird ihnen zum Verhängnis. Hinzu kommt, dass die Fütterungsverbote ihren Zweck – die Bestandsminimierung – gar nicht erfüllen. Denn aufgrund der Züchtung brüten Tauben auch bei Nahrungsknappheit und zeugen stetig weiter Nachkommen, auch im Winter. Diese Methode der Bestandsminderung ist daher zum einen für die Tiere eine vom Züchter auferlegte, nicht hinnehmbare Qual, zum anderen ist sie nicht einmal zielführend.

Die Stadttaubenhilfe White Angels bietet in dieser schwierigen Situation dankenswerter Weise Hilfe an. Sie würde an drei Futterplätzen (Rossmarkt, Georg-Wichtermann-Platz und Marktplatz) täglich eine gewisse Menge an Taubenfutter (eine Taube benötigt 25-30 Gramm Futter pro Tag) zur Verfügung stellen und auch die Kosten hierfür übernehmen. Sie tut dies gekennzeichnet als Taubenhilfe, damit die Öffentlichkeit weiß, dass dies durch genehmigtes Personal und unter Einhaltung strenger Sicherheitsvorgaben geschieht.

Werden die Tauben nicht artgerecht versorgt, wird das Elend für alle größer – es gibt mehr Taubenkadaver in der Innenstadt, das „Stress-Brüten“ nimmt zu, die Population steigt (!), die Menge des Taubenkots ebenso.

Um dieses Szenario nicht Realität werden zu lassen, stellen wir folgenden Antrag:

Die Stadt Schweinfurt wird aufgefordert,

1. eine kontrollierte, artgerechte und regelmäßige Fütterung der Stadttauben zuzulassen und das Fütterungsverbot während der Pandemie aufzuheben.

2. der Taubenhilfe White Angels einen finanziellen Zuschuss zu gewähren, da sie nicht nur im Sinne der Tiere, sondern auch im Sinne der Bürger und der Stadt agiert (Zuschusshöhe 350 Euro: 70% der durchschnittlich 500 Euro/Monat für Taubenfutter, Medikamente und Transportkisten).

3. die Taubenfrage zeitnah auf eine tierschutz-adäquate und professionelle Weise zu lösen, indem sie in der Innenstadt und in anderen betroffenen Gebieten betreute Taubenhäuser einrichtet.

Die Tauben sind Teil unseres Stadtbildes und damit Teil unserer zivilisierten Welt. Es ist an der Zeit, die damit verbundenen Aufgaben wahrzunehmen – schon gar in diesen extremen Zeiten der Viruspandemie.

PS: In Städten wie Mainz, Würzburg, Nürnberg oder Gerolzhofen hat man bereits Taubentürme nach dem Augsburger Modell errichtet. Hier werden die Tiere gefüttert – auch und gerade um ihre Population durch artgerechte Haltung und das Austauschen von Gips-Eiern auf eine humane Art zu reduzieren. Der im Juli 2019 auch in Schweinfurt gestellte Antrag wartet noch auf seine Annahme und Umsetzung.

Kostendeckung:
Die notwendigen Mittel sind angesichts der Corona-Krise außerplanmäßig bereitzustellen.

Hier noch etwas Wissenswertes von Brigitte Oettl, ehrenamtlich tätig bei StraßenTAUBE und StadtLEBEN e.V.:
www.strassentaube-und-stadtleben.de/information/die-haustaubenhaltung-evolution-durch-jahrtausende-von-mythos-%C3%B6konomie-zum-soziokulturellen-e/

Tauben


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