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„Ein Leben ohne Schreiben ist möglich, aber sinnlos!“: Und deshalb gibt´s mal wieder ein Buch von Tommy Jaud


Frankens Saalestück

KÖLN – Drei Jahre nach „Der Löwe büllt“, dem Buch mit dem etwas seltsamen Namen, bei dem jeder einen Schreibfehler vermutet, veröffentlicht Tommy Jaud im Oktober mal wieder ein neues Werk. „Komm zu nix“ heißen die Gute Laune-Storys, die wie immer im Scherz Verlag (S.Fischer) erscheinen. Und zwar am 26. 10..

Mit dem 52-Jährigen gebürtigen Schweinfurter, der lange schon im wesentlich unattraktiveren Köln lebt, unterhielt sich SW1-News-Vielschreiber Michael Horling. Beide wuchsen einst nahezu als Nachbarn im noch beschaulicheren Dittelbrunn auf.


Mezger



Tommy, alle paar Jahre tut es gut, wenn irgendwo die Nachricht von einem neuen Buch von Dir erscheint. Wie gut tut es Dir nach so vielen Jahren als Autor, wenn man mal wieder was raushauen kann?
Tommy Jaud: Ziemlich gut eigentlich. Ein Leben ohne Schreiben ist möglich, aber sinnlos, zumindest für mich.


Lang ist´s her: Tommy Jaud 2006 auf dem Schweinfurter Marktplatz

Möglichst kurz zusammengefasst und trotzdem bitte neugierig machend: Worum geht es in „Komm zu nix“?
Tommy Jaud: Es geht um unser aller Alltag, im Wesentlichen aber freilich um meinen als Autor. Und der unterscheidet sich vermutlich gar nicht mal so sehr von dem vieler Leser: wir alle haben so viel unterschiedlichen Kram um die Ohren, dass wir zu den wichtigen Dingen gar nicht erst kommen und am Ende des Tages fix und fertig auf der Couch zusammenklappen im festen Glauben, mal wieder nix geschafft zu haben.

„Gute Laune-Storys“ sind ein bisschen was anderes als ein Roman. Wie schon „Einen Scheiß muss ich“. Wechselst Du nun immer ab?
Tommy Jaud: Da hab ich gar keinen Plan. Die Ratgeber Parodie „Einen Scheiß muss ich“ hat mir halt sehr viel Spaß gemacht beim Schreiben. Romane sind komplexer und oft ist es auch wirklich knifflig, alle Fäden und Figuren zusammenzuhalten, den großen Bogen zu schreiben. Gute Laune Geschichten sind kurzweiliger und definitiv auch witziger. Was nicht heißen soll, dass ich keinen Roman mehr schreibe. Wenn ich dazu komme…

Zum 2019er Roman „Der Löwe büllt“ vergingen damals vier Jahre Pause, nun sind es nur drei. Anfangs hast Du auch mal nur ein oder zwei Jahre gebraucht. Wer bestimmt oder wie ergibt sich der Rhythmus?
Tommy Jaud: Neben meinen Büchern hab ich ja noch einige andere Projekte. Aus den einen wird mal was, aus den anderen nicht. Das Drehbuch für „Hummeldumm“ ist zum Beispiel eine echte Herausforderung für mich, aber erst wenn mal ein Film draus wird, sieht man die Arbeit. Also hoffentlich. Und dann hat uns ein gewisser Putin ein ziemlich witziges Theaterstück zerbombt: die Diktatoren-Komödie, die ein lieber Kollege und ich da erschaffen haben, war nach  Kriegsbeginn im wahrsten Sinne des Wortes tot.

Wenn so ein Buchprojekt abgeschlossen ist, was ja nun mutmaßlich länger schon der Fall war – brauchst Du dann erstmal lange Wochen Erholung – oder reifen da schon wieder erste Ideen für das nächste Projekt?
Tommy Jaud: Leider hab ich die meisten Ideen, wenn ich mich erhole. Und neue Projekte kann man eigentlich nicht planen: sie kommen einen in den Kopf oder halt nicht.

Inzwischen bist Du auch schon 52 Jahre alt. War der 50. etwas Besonderes?
Tommy Jaud: Nö.

„Komm zu nix“ stellst Du angeblich in der Buchhandlung Collibri am Schweinfurter Marktplatz bei einer Lesung vor?
Tommy Jaud: Wir sind da dran, aber das ist noch nicht wirklich fix. Im November wird es wohl eher die Buchhandlung selbst oder die Rathausdiele.

2004 ging mit „Vollidiot“ die Buch-Erfolgsgeschichte los. gibt´s zum 20-Jährigen vielleicht mal wieder eine Fotsetzung, wie 2007 bereits mit „Millionär“ über das Leben von Simon Peters?
Tommy Jaud: Also ganz ehrlich: ich glaube, da ist zu Ende erzählt, ich schreib lieber was Neues. Bin ja jetzt auch schon was älter…. also erfahrener. Reifer!

Warum wurden bislang eigentlich nur „Vollidiot“ und „Resturlaub“ verfilmt? 
Tommy Jaud: Gute Frage. Bei „Hummeldumm“ gab es ja schon mal einen Versuch, jetzt liegt der Ball bei mir und der Produktionsfirma Terra Mater. Bei „Einen Scheiß muss ich“ liegen die Rechte in den USA, hier versuchen wir was im TV-Bereich, aber natürlich: Hollywood hat nicht wirklich auf uns gewartet.

Mal was ganz anderes zum Schluss: Auf welchen André Rieu Konzerten warst Du zuletzt?
Tommy Jaud: Auf keinem. Mein letztes Konzert war „Rammstein“ in Riga.

Wir danken für das Gespräch und wünschen alles Gute!
Tommy Jaud: Auch so. Danke.

Fotos auf dem Aufmacherbild: Patrik Runte


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