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Essstörungen im Kindes- und Jugendalter: Symposium des Leopoldina-Krankenhauses mit fünf Vorträgen und über 200 Teilnehmern


Keiler

SCHWEINFURT – Essstörungen, insbesondere die Magersucht, sind in den letzten Jahren zunehmend in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gerückt. Leider muss von einer steigenden Anzahl Betroffener und einem immer früheren Störungsbeginn ausgegangen werden.

Somit kommt den Störungsbildern in der kinder– und jugendpsychiatrischen Versorgung, aber auch in anderen Kontexten, wie z. B. der Schule, immer mehr Bedeutung zu.





Deshalb befasste sich das diesjährige Symposium der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Leopoldina-Krankenhaus am 12.10. in fünf Vorträgen mit diesem immer wichtiger werdenden Thema. PD Dr. W. Briegel, Leiter der überregional bedeutsamen Veranstaltung und Chefarzt der Schweinfurter Klinik, konnte hierzu im Konferenzzentrum auf der Maininsel über 200 Teilnehmer begrüßen.


Nach einem fundierten Überblick über Symptome, Häufigkeit, Ursachen und Behandlungsansätze bei Magersucht und Bulimie durch Julia Löffler, stellvertretende Leitende Psychologin der Klinik im Leopoldina-Krankenhaus, schlug Dr. Nikolaus von Hofacker, langjähriger Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychosomatik am Klinikum Harlaching, einen Bogen von den frühen Fütterstörungen hin zu Essstörungen im Grundschulalter. Er machte dabei deutlich, dass regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten im Familienkreis eine vorbeugende Wirkung haben.

Dr. Wally Wünsch-Leiteritz, leitende Ärztin des Bereichs Esstherapie an der Klinik Lüneburger Heide, referierte zur Behandlung von Essstörungen während eines Klinikaufenthaltes, außerdem stellte sie Ansätze der ambulanten Nachbetreuung in sogenannten Therapeutischen Wohngruppen vor. Sie betonte dabei, wie wichtig eine möglichst unmittelbar nach Entlassung aus der Klinik anschließende ambulante Behandlung ist.

Das besondere Problem der Körperbildstörung bei Essstörungen wurde von PD Dr. T. Legenbauer, Leiterin der Forschungsabteilung der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Ruhr-Universität Bochum, genauer beleuchtet. Sie zeigte dabei auch, dass gesunde Menschen ihr Gewicht typischerweise niedriger einschätzen als es tatsächlich ist, während dies bei Menschen mit Essstörungen gerade umgekehrt ist. Während Menschen ohne Essstörungen im Spiegel eher ihre „Schokoladenseiten“ betrachten, so Legenbauer, richten Menschen mit Essstörungen ihr Augenmerk insbesondere auf Bereiche, die sie an sich selbst nicht mögen.

Nach einer abschließenden Diskussion bedankte sich Briegel bei allen Referenten und den Teilnehmern und kündigte an, dass sich das Symposium im Jahr 2014 mit dem Thema „Traumatische Erlebnisse und deren Folgen“ beschäftigen wird.

Auf dem Bild von links: Dr. med. Nicolaus  von Hofacker (München), Julia Löffler (KJPPP Leopoldina Schweinfurt), PD Dr. Tanja Legenbauer (Uniklinik Bochum), PD Dr. Wolfgang Briegel (Chefarzt KJPPP Leopoldina Schweinfurt),Fr. Dr. Wally Wünsch-Leiteritz (Klinik Lüneburger Heide).


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