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„Ewige Abneigung geschworen“: Als die Fantastischen Vier mal in Schweinfurt waren und dennoch nicht auftraten


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SCHWEINFURT – Keiner kommt nach Schweinfurt – und alle machen mit: Diese Aktion sorgte für Aufsehen und brachte Künstlern aus der Region ein bisschen Geld in die Kassen. Wer auch nicht bei diesem nicht stattfindenden Event aufgetreten ist, waren die Fantastischen Vier. Obwohl gar nicht angekündigt. Vor fast 30 Jahren aber gaben die Rapper fast mal ein Konzert in der Stadt.

1992 war das. Anegkündigt für die Schreinerei am Obertor, wo heute des neu gebaute Wohnheim der Lebenshilfe stand. Dominik Brähler, mittlerweile in Leipzig lebend, ein Schweinfurter, der mit seiner Blues Agency zusammen mit Ralf Hofmann später das Honky Tonk-Kneipenfestival erfand, erinnert sich.


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Herr Brähler, wissen Sie noch genau, an welchem Tag die Fanta 4 in Schweinfurt hätten auftreten sollen?
Dominik Brähler: So genau weiß ich das nicht mehr, es war aber kurz danach als die Fantas mit „Die da“ Nr. 1 der Charts waren.


Was genau haben Sie damals beruflich gemacht, wie kam es zum Kontakt zu dieser bei der Buchung ja noch komplett unbekannten Band?
Dominik Brähler: Ich hatte damals ja schon die Blues Agency, damals noch mit Georg Nägle, den viele noch von Suzi Cream Cheese kennen. Der Kontakt kam über einen Booker, bei dem wir auch schon Künstler für die Bluestage gebucht haben. Das war ein Jahr (!) bevor die in die Charts kamen. Wir fanden einfach die Band damals toll, dass die damit eine ganze Ära prägen würden war damals nicht abzusehen. Daher bekamen wir auch einen super Deal für das Konzert

Plötzlich schoss „Die da!“ in die Charts. Auf Pro 7 lief letzten Samstag eine Reportage mit Erinnerungen der Band. Vor den Toren der kleinen Clubs standen nun drei mal so viele Leute, wie hinein durften. War kurz vor dem Schreinerei-Auftritt klar, dass der Laden zu klein ist?
Dominik Brähler: Na ja die Schreinerei war ausverkauft, man hätte aber bestimmt das Doppelte verkaufen können.

Wieviele Leute passten damals in den Saal der Schreinerei hinein?
Dominik Brähler: Gute Frage, ich glaube so um die 500…

War die Band in Schweinfurt oder erfolgte die Abage schon eher? Erzählen Sie mal…
Dominik Brähler: Die waren wirklich da, standen vor der Schreinerei, haben sich den Saal angeschaut und dann ihr Veto eingelegt. Okay, die hatten auch einen LKW voller Technik dabei, mit dem der ganze Saal voll gewesen wäre. Die Fantas und vor allem ihr Manager Bär Läsker waren ziemlich unentspannt. Ich brüllte zuerst mit Bär, dann mit Smudo rum, dann sind sie wieder heimgefahren.

Waren Sie damals sauer, dass das Konzert nicht stattfinden konnte?
Dominik Brähler: Sauer ist gar kein Ausdruck. wir haben erst ein sehr emotionales Plakat für die Gäste geschrieben. „Kommerzschweine“ war noch das Netteste, was drauf stand. Dann haben wir sämtliche Promo CD´s vernichtet und ewige Abneigung geschworen.

Die Fantastischen 4 heute – Foto: Carsten Klick

Gab´s nochmal Kontakte danach zur Band?
Dominik Brähler: Leider nein, aber uns wurde zugetragen, dass die Fantas das in der Nachbetrachtung auch nicht mehr so cool fanden. Heute kann ich das auch ein bisschen verstehen – und es ist ja auch in der Pro7 Reportage raus gekommen -, dass die Fantas mit diesem schnellen Erfolg erst mal nicht umgehen konnten. Vielleicht sollten wir die einfach mal anschreiben, ob die das nachholen könnten. Wäre sicher eine schöne Presseanfrage (lacht). Apropos „Keiner kommt nach Schweinfurt“, übrigens eine tolle Aktion: Das „Fette Brot“ sollte auch mal kommen, zum 2. Honky Tonk, die sollten in der Disharmonie – wo auch sonst – spielen, aber damals gab es in Hamburg noch Samstagsunterricht und einer der Herrn Brote konnte nicht mehr schwänzen. Die Story konnte ich aber letztes Jahr bei einer Lesung in Leipzig der breiten Öffentlichkeit vorstellen. Disharmonie war den Rest des Abends der running Gag…

Eigentlich würde sich das Willy-Sachs-Stadion nach Corona eignen für ein Open-Air mit den Fantastischen 4 vor 20.000 Fans, oder?
Dominik Brähler: Auf jeden Fall. Ich habe ja meinen Frieden gemacht und es ist schon stark, wenn man 30 Jahre als Band zusammen hält und sich aber auch stetig weiter entwickelt. Vielleicht sollten wir das wirklich mal anfragen, aufgrund der Geschichte. Das Fette Brot könnte dann gleich mit auftreten. Oder Materia, der hat ja auch schon Honky Tonk gespielt. Wäre für mich ein starkes Line up…

Wie sehr trifft Corona Sie und die Blues Agency? Kann man den Verdienstausfall in etwa beziffern?
Dominik Brähler: Von 26 geplanten Honky Tonks musste ich 22 absagen, dann kann man es sich ausrechnen. Es ist quasi Totalverlust..

Wie schauen Sie in die Zukunft? Zumindest leicht optimistisch? Sind denn schon irgendwelche Events wieder angedacht?
Dominik Brähler: Ich bin ja nicht nur Bluesagent, sondern auch Fan vom Club, da stirbt die Hoffnung nie (lacht). Nein im Ernst, es war am Anfang der Pandemie wirklich schlimm und wir wussten wirklich erstmal nicht, was wir tun können. Es war ja damals schon absehbar, dass das ein ganz langer Weg wird. Wir hatten aber das Glück, das wir aufgrund des Leipziger Koch Kunst Festes, bei dem die Köche mit regionalen Produzenten zusammen arbeiten konnten, viele Kontakte hatten. Daraus ist jetzt eine Genussmanufaktur entstanden, die sich ganz und gar regionalen Erzeugnissen widmet, diese veredelt und in Gläser abfüllt. Dazu vertreiben wir Bio Burger Buns und Patties in Bioland Qualität und haben einen Leipziger Lebkuchen erfunden. Sehr spannend, macht Spaß und liegt voll im Trend.

Wie oft sieht man Sie noch in Schweinfurt?
Dominik Brähler:In Schweinfurt eher selten, man sieht mich eher in Würzburg, weil da meine Mutter und meine Schwester leben. Ich verfolge die Dinge in Schweinfurt aber sehr intensiv in Medien und Socialmedia und bin nach wie vor sehr interessiert, was in SW passiert.

Wir danken für das Gespräch und wünschen alles Gute!

Fotos: Fantastische 4 / privat

Die Fantastischen 4 heute – Foto: Robert Grischek


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2 Kommentare

  1. Warum ist die Blues Agency denn seinerzeit von Schweinfurt nach Leipzig „umgezogen“?
    Schade eigentlich auch, dass keinerlei (intensiven) Kontakte mehr nach Schweinfurt bestehen.
    Da wundert es mich, dass es noch so viele Sponsoren aus der Region gibt.

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