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Fünf Jahre nach der Abschaltung: Rückbau des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld kommt gut voran


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GRAFENRHEINFELD – Anlässlich des fünften Jahrestags der Leistungsbetriebseinstellung des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld (KKG) lud Anlagenleiter Bernd Kaiser am 24. Juni zum Online-Pressegespräch, um über die Fortschritte des Rückbaus und weitere geplante Maßnahmen zu informieren.

Das KKG war von 1982 bis 2015 in Betrieb und sorgte 33 Jahre lang für eine sichere Stromversorgung der Region Mainfranken. Am 27. Juni 2015 um 23:59 Uhr stellte es seinen Betrieb ein. Die Erteilung der Stilllegungs- und Rückbaugenehmigung erfolgte im April 2018. „Seitdem haben wir uns selbst und auch einiges an Material im Kraftwerk bewegt. Veränderung ist heute unser täglicher Begleiter“, so Bernd Kaiser.


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Im Rahmen des Rückbaus wurden von April 2018 bis Ende Mai dieses Jahres bereits rund 6.700 von insgesamt 20.500 Komponenten stillgesetzt und 765 von insgesamt 31.500 Tonnen zurückgebaut. Um die demontierten Anlagenteile reinigen, zerlegen und gegebenenfalls zerkleinern zu können, entsteht derzeit im Kontrollbereich des KKG ein Reststoffbehandlungszentrum mit mehreren Behandlungsstationen.

Weitere Großprojekte sind bereits in Planung: Ab 2021 werden die Einbauten im Reaktordruckbehälter zerlegt, der Reaktordruckbehälter selbst und die vier großen Dampferzeuger sollen in den Jahren 2023 und 2025 folgen. „Diese Schritte werden sich voraussichtlich über die kommenden zehn Jahre erstrecken: Von außen nicht sichtbar wird sich das Reaktorgebäude Schritt für Schritt in eine – im wahrsten Sinne des Wortes entkernte – Gebäudehülle verwandeln“, erklärt Bernd Kaiser und ergänzt, „Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Nachbarn am Rückbaufortschritt teilhaben lassen.“


Mit veränderter Personalstruktur in die Zukunft

Seit Beginn des Rückbaus ist die Belegschaft von knapp 300 auf knapp 200 Mitarbeiter geschrumpft. Für die Anpassungen in der Personalstruktur besteht ein mit den Arbeitnehmervertretern vereinbarter langfristiger Personalplan. „Bereits mein Vorgänger Reinhold Scheuring hat sich sehr darum bemüht, jedem einzelnen Mitarbeiter Klarheit darüber zu verschaffen, wie lange seine Funktion im Kraftwerk noch erhalten bleibt und welche Entwicklungsmöglichkeiten in der Zukunft bestehen“, so Anlagenleiter Bernd Kaiser. „Diese Planung muss selbstverständlich durch konkrete Interessensausgleichsverhandlungen abgesichert werden. Gerade haben wir dies für die nächsten vier Jahre geschafft. Veränderung ist etwas Positives, vorausgesetzt man hat Klarheit über die persönliche Zukunft – so sehen das auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Passend dazu hat sich die Betriebsorganisation in eine Rückbauorganisation verwandelt: Teilbereiche wurden zusammengelegt und neue Bereiche geschaffen. Nicht wenige KKG-Mitarbeiter haben sich in neue Aufgaben eingearbeitet. Auch technisch hat sich einiges getan: Viele Systeme wurden an den abgeschalteten Anlagenzustand angepasst, um beispielsweise Energie zu sparen. Systeme, die nicht mehr benötigt werden, wurden bereits stillgesetzt und abgebaut. Ein wichtiger Meilenstein für den Rückbau – die Brennstofffreiheit – soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

Zum Hintergrund

Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld war von 1982 bis 2015 in Betrieb. Der Druckwasserreaktor hatte eine elektrische Leistung von 1.345 MW brutto. Die Anlage verlor im Rahmen der 13. Novelle des Atomgesetzes ihre Berechtigung zum Leistungsbetrieb und wurde am 27. Juni 2015 endgültig abgeschaltet. Mit der Erteilung der Stilllegungs- und Rückbaugenehmigung startete der Rückbau der Anlage im April 2018. Derzeit sind am Standort knapp 200 PreussenElektra-Mitarbeiter beschäftigt.



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