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gfi-Zertifizierungsfeier der neuen HEROES-Gruppenleiter in Schweinfurt


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SCHWEINFURT – Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre: Das ist die Idee hinter dem HEROES-Projekt der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi). Junge Männer aus so genannten Ehrenkulturen setzen sich dabei für Gleichberechtigung und gegen Unterdrückung ein. Heute erhielten sieben Teilnehmer ihr Zertifikat.

Anlässlich der Zertifizierungsfeier der neuen HEORES waren Innenstaatssekretär Gerhard Eck, die Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Gudrun Brendel-Fischer, und gfi-Geschäftsführer, Josef Weingärtner, vor Ort. Sieben HEROES nahmen im Schweinfurter Rathaus ihr Zertifikat entgegen. Es berechtigt sie, ehrenamtlich Workshops an Schulen und Jugendeinrichtungen gegen Unterdrückung im Namen der Ehre und für Gleichberechtigung zu halten. Keine leichte Aufgabe, denn die jungen Männer befinden sich zwischen den Traditionen ihrer Herkunftsländer, dem kulturellen und sozialen Hintergrund ihrer Eltern und den Werten und Anforderungen der deutschen Gesellschaft, in der sie leben.


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Josef Weingärtner, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi), betonte in seinem Grußwort: „Alle Menschen haben in unserer Gesellschaft die gleichen Rechte – ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Herkunft, ihrer Nationalität, ihres Alters und ihres sozioökonomischen Status. Für manche junge Männer ist das aber nicht selbstverständlich: Sind sie in so genannten Ehrenkulturen verwurzelt, in denen die Unterdrückung von Frauen im Namen der Ehre noch allgegenwärtig ist. Das Projekt HEROES möchte das ändern und wendet sich gezielt an Jugendliche und junge Männer mit Migrationshintergrund im Alter zwischen 16 und 21 Jahren.“

Ziel ist es, den jungen Männern die Möglichkeit zu geben, sich von Machtstrukturen zu distanzieren. Seit November 2018 treffen sich die Teilnehmer aus Syrien, Afghanistan und Somalia wöchentlich zu HEROES-Gruppenstunden mit ihren Leitern. Die gfi-Mitarbeiter haben selbst Migrationshintergrund und weisen damit ein ähnliches Erfahrungsspektrum wie die Zielgruppe auf. Sie stellen eine Art „große Brüder“ dar, die es geschafft haben, sich von tradierten Rollenvorstellungen zu lösen. Damit sind sie Vorbilder, Leiter und Freunde zugleich. Mohammed Daoudi stammt aus Marokko, Sinan Neugebauer hat türkische Wurzeln. Sie sprechen mit den Jungs über heikle Themen, wie z. B. Ehre, Gleichberechtigung, Unterdrückung und Homosexualität.


„Durch theaterpädagogische Übungen setzen sich die Jugendlichen intensiv mit Konfliktthemen auseinander und erlernen zugleich Präsentationsmethoden, Argumentationshilfen und szenisches Rollenspiel als Vorbereitung auf ihre Workshops“, erläuterte gfi-Projektleiterin Claudia Federspiel. Mit einem solchen Rollenspiel haben drei der neuen HEROES auf der Veranstaltung eine typische Vater-Sohn-Problematik vorgeführt.

Zahlreiche Vertreter der allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen haben an der Übergabe der Zertifikate teilgenommen. „Dies zeigt das wachsende Interesse an unserem Projekt und die Dringlichkeit, diese Themen an Schulen anzusprechen“, sagte Thomas Fleck, gfi-Koordinator in Schweinfurt.

Das HEROES-Projekt startete im Dezember 2013, die erste Gruppe begann im April 2014 mit ihrer Ausbildung. Im Mai 2015 erhielten die ersten HEROES ihr Zertifikat. Der Schweinfurter Standortleiter Stephan Zeller zog eine positive Zwischenbilanz des Projektes: „Von insgesamt 35 bisher ausgebildeten jungen Männern wurden 25 zertifiziert. Von ihnen halten aktuell 20 HEROES Workshops ab, einer ist sogar Gruppenleiter.“

Die gfi ist eine Gesellschaft des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (bbw) e. V.. Unter dem Dach des bbw sind 17 Bildungs-, Integrations- und Beratungsorganisationen mit rund 10.500 Mitarbeiter*innen an bundesweit mehr als 300 Standorten tätig. Damit wurde eine Bildungskette geschaffen, die von der frühkindlichen Erziehung über Aus- und Weiterbildung bis hin zur Hochschule der Bayerischen Wirtschaft reicht.

Die Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) ist ein freier und gemeinnütziger Träger sozialer Dienstleistungen mit derzeit rund 1.300 Beschäftigten, die im süddeutschen Raum – überwiegend in Bayern – tätig sind. Der Sozialdienstleister ist unter anderem Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband, Landesverband Bayern e. V. Im Rahmen ihrer Zielsetzungen unterstützt die gfi Menschen bei ihrer beruflichen und sozialen Integration sowohl pädagogisch, psychologisch wie medizinisch-therapeutisch. Ihre Hauptaufgaben liegen in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, Beruf und Teilhabe sowie der Betreuung an Schulen.



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