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Großes Interesse an Steigerwaldbahn-Konferenz: Nach wie vor geteilte Meinung hinsichtlich einer möglichen Reaktivierung


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LANDKREIS SCHWEINFURT – Auch wenn die Meinungen über eine mögliche Reaktivierung der Steigerwaldbahn im Landkreis Schweinfurt noch immer sehr auseinander gehen, war man sich bei einer Sache hinsichtlich der Konferenz zu diesem Thema im Landratsamt Schweinfurt einig: „Ich habe von allen Teilnehmern die Rückmeldung, dass es gut und richtig war, dass wir – das Landratsamt – einmal alle Interessensvertreter zusammengebracht haben, um das Thema sachlich und mit all seinen Aspekten zu diskutieren“, sagt Landrat Florian Töpper.

Das Landratsamt hatte Befürworter wie Gegner eingeladen und so waren die unterschiedlichsten Interessensgruppen und Akteure bei der Konferenz vertreten: Bürgermeister der Anrainergemeinden der Strecke (auch aus dem Landkreis Kitzingen), Handwerkskammer für Unterfranken, Industrie- und Handelskammer Schweinfurt-Würzburg, Förderverein Steigerwald-Express e. V., Verkehrsgemeinschaft Schweinfurt, Fahrgastverband ProBahn, Verkehrsclub Deutschland und viele mehr. Insgesamt rund 40 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt und diskutierten sachlich unter der Leitung der Moderatorin Dorte Meyer-Marquart.


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Nach der Einführung in die Thematik durch den Nahverkehrsbeauftragten Michael Graber (Landratsamt Schweinfurt) folgte die Vorstellung der beiden Gutachten von Dr. Konrad Schliephake (im Auftrag des Fördervereins Steigerwald-Express) und Peter Roßkothen von der kobra Nahverkehrs GmbH und Thomas Müller vom Ingenieurbüro Wallerich & Co. (beide im Auftrag des Landkreises Schweinfurt). Kurz zusammengefasst: Beide Gutachten kommen zu dem Ergebnis, dass grundsätzlich ausreichend Fahrgastpotential für eine Reaktivierung vorhanden wäre. Für und Wider müssten aber in jedem Fall abgewogen werden.


Anschließend konnten die Teilnehmer zu folgenden Themen ihre Stellungnahmen abgeben: Verkehrliche Belange und Anforderungen an die Attraktivität in Bezug auf den ÖPNV; Siedlungsentwicklung; Umwelt, Klimaschutz und Gesundheit (Lärm); Kreisentwicklung, Wirtschaftsförderung inklusive Tourismus; erforderliche Bahninfrastruktur; Kosten und Finanzierung.

Groß war das Interesse auch seitens der Zuhörer. Insgesamt rund 70 Bürger aus der Region, darunter auch etwa 20 Mitglieder des Kreistags, verfolgten aufmerksam die insgesamt viereinhalb stündige Veranstaltung. Auch die Bürger konnten anhand von Zetteln und Pinnwänden ihre Fragen und Meinungen äußern. Eine kurze Meinungsabfrage am Ende der Konferenz zeigte, dass die Auffassungen noch immer weit auseinanderliegen.

Eine finale Entscheidung hinsichtlich der Haltung des Landkreises Schweinfurt obliegt jedoch ohnehin den politischen Vertretern des Landkreises. Alle an der Strecke zwischen Schweinfurt und Gerolzhofen liegenden Gemeinden, also Sennfeld, Lülsfeld, Frankenwinheim, Gerolzhofen (hat seinen Antrag inzwischen wieder zurückgezogen), Sulzheim, Grettstadt und Gochsheim haben einen Antrag auf Entwidmung der Gleise gestellt, um die Grundstücke, die zum Teil mitten in der Ortschaft liegen, einer neuen Nutzung zuzuführen.

Der Landkreis wurde deshalb von den dafür zuständigen Stellen (Eisenbahn-Bundesamt bzw. Regierung von Mittelfranken) zu einer Stellungnahme aufgefordert. Landrat Florian Töpper wird daher das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Kreistagssitzung am 14. März 2019 stellen. „Eine mögliche Reaktivierung der Steigerwaldbahn ist eine grundlegende Entscheidung für die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs bei uns im Landkreis. Ich bin froh, dass wir nun Fristen für die Stellungnahmen erhalten haben, die es mir ermöglichen einen Beschluss unter Beteiligung aller 60 Kreistagsmitglieder zu fassen“, so der Landrat.

Auf den Bildern:
Eindrücke von der Konferenz zur möglichen Reaktivierung der Steigerwaldbahn am 28. Januar 2019 im Landratsamt Schweinfurt.
Fotos: Landratsamt Schweinfurt, Uta Baumann



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Ein Kommentar

  1. Mit Steigerwaldbahn würde der südliche Landkreis SW sowie der östliche & mittlere Landkreis KT ein anderer sein, mit heute wohl noch unabsehbaren positiven Folgen.

    Den Anrainer-Bürgermeistern sollte bewusst sein, dass neben sicherlich berechtigten praktischen und finanziellen Gemeinde-Interessen sie derzeit unumkehrbar(!) die Weichen für die Zukunft samt späteren Generationen für einen ganzen Landstrich stellen!

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