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Healing: Eine einzigartige Gameshow kommt in den Spitalseebunker nach Schweinfurt


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SCHWEINFURT – Es ist ein Ort des Glamours und der dramatischen Geschichten: „Healing“, die schillerndste und unbarmherzigste Unterhaltungsshow der Welt. Für die Teilnehmenden steht alles auf dem Spiel und kein Fehltritt bleibt unbemerkt, denn das Tribunal sieht alles. 

„Healing“ ist keine echte Show, sondern ein Spiel zum Mitmachen, das im Sommer 2021 in Schweinfurt und im Internet stattfindet. Dazu verwandelt ein Team aus Kunst- und Kulturschaffenden mit dem Namen „denialofservice.fail“ den Spitalseebunker in Schweinfurt in den Schauplatz eines einzigartigen Rollenspiels, das Elemente von Video Games, Theater und Installation verbindet.





Darin gibt es viel zu erkunden und zu erleben: einen verwinkelten Bunker voller Bildschirmen und Kameras, futuristischen Gewächshäusern, Online-Welten in 3D, aber auch ständige Überwachung und ein knallhartes Sozialkreditsystem. Der Bunker wird bevölkert von Gestalten, die alle ihre eigene Geschichte zu erzählen haben und von Teilnehmenden und professionellen Darstellenden gespielt werden. Sie stehen in ständigem Kontakt mit dem sogenannten Tribunal – ebenfalls Teilnehmende, die im Internet das Geschehen im Bunker verfolgen und bewerten.


Denn „Healing“ kann sowohl live vor Ort in Schweinfurt, als auch online auf der ganzen Welt gespielt werden, sechs Stunden lang dauert ein Durchgang. Alle Beteiligten spielen mit und nehmen Einfluss auf die Handlung. Publikum gibt es nicht, denn die Teilnehmenden und die Profi-Darstellenden nehmen gleichzeitig und auf Augenhöhe am Spiel teil. Wer ein Ticket für die Show ergattert, wird zu einer eigens dafür entwickelten Community-Plattform weitergeleitet, die den Namen „Nexus“ trägt.

Dort entwickeln die Teilnehmenden mit einem Konfigurator selbst ihre Spielfiguren: Welche Geschichte hat die Figur? Was sind ihre Stärken und Schwächen, ihre Hoffnungen und Ziele? In „Healing“ geht es für die Spielenden nicht ums Gewinnen, sondern darum, gemeinsam spannende Geschichten zu erleben. Darin geht es um die Unterdrückung durch ein technokratisches System und um Widerstand, um Geheimnisse, Liebe und Solidarität, um die blinde Verehrung von Stars und vor allem die Jagd nach einem guten „Score“. Dieser sogenannte „Lifescore“ bestimmt das ganze Leben in „Healing“ und hängt davon ab, wie gut das eigene Verhalten zu diesem alternativen System passt.

Eine Besonderheit des Projektes ist es, dass Online und Offline zu einem gemeinsamen Spielort verschmelzen. Die Teilnehmenden können wählen, ob sie live vor Ort im Bunker um ihren „Lifescore“ kämpfen wollen oder ob sie online als Teil des Tribunals das Verhalten der anderen Teilnehmenden bewerten wollen. Dazu wird der Bunker komplett durch Audio- und Videosysteme überwacht. Das Tribunal hört und sieht alles, aber wird selbst ebenso bewertet. Es ist ein Leben für die Likes.

Dabei sind verschiedene Strategien möglich: Aufmerksamkeit erreichen und das System zum eigenen Vorteil nutzen, Ränke schmieden, andere diskreditieren. Alles ist möglich, alles ist erlaubt – zumindest auf fiktionaler Ebene. Für die Teilnehmenden gelten klare Spielregeln, die „Healing“ für alle Beteiligten zu einer sicheren und konsensualen Erfahrung machen soll. In „Healing“ geht es darum, dass es eben doch einen Unterschied macht, wie man sich in einem solchen System verhält: Widerstand oder blinde Treue?

Darüber hinaus bietet das Projekt die Möglichkeit, sich durch ausführliche Vorbereitung in Workshops vor dem Spiel und eine sorgfältige Nachbereitung intensiv mit der Thematik auseinanderzusetzen: Welche Themen des Spiels sind bereits Teil unserer Wirklichkeit? Was sind wir bereit zu tun, um positiv wahrgenommen und akzeptiert zu werden?

Durch den Ansatz von analoger und digitaler Spielebene kann das Projekt auch in der Pandemie durchgeführt werden, die Berücksichtigung von Hygienemaßnahmen wurde von Anfang an in der Entwicklung mitgedacht. Mit dem KulturPackt für Schweinfurt e.V. wurde ein lokaler Kooperationspartner gefunden, mit dem ein Rahmenprogramm rund um die Veranstaltungen umgesetzt wird. Mit Workshops, Lesungen und Filmabenden richtet sich das Programm an Menschen jeden Alters.

Die finale Umsetzung und der Ausbau des „Nexus“, sowie des Spiels „Healing“, wird seit dem 28. Juni im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne co-finanziert werden. Schließlich handelt es sich dabei um Community-Projekte, deren Ergebnisse wiederum Communities von Theater- und Rollenspielenden, Kunst- und Kulturbegeisterten zur Verfügung gestellt werden sollen. Die tiefgreifende Begegnung von Kybernetik und Theater, von Digitalität und Performance, eröffnet neue Potentiale, neue Reichweiten, neue Publikumszusammensetzungen. Die Digitalisierung erlaubt eine eine bewusste, sichere Verschmelzung von analoger und digitaler Welt – aber dafür braucht es eine sichere Basis.

Um dieses ambitionierte Projekt umzusetzen, kommen Expert*innen aus verschiedensten Bereichen zusammen: Technik, Game Design, Performance, Kommunikation, Theater und Film. Diese bunte Mischung aus Expert*innen hat sich unter dem Namen „denialofservice.fail“ zusammengetan. Es ist eine große, aber auch spannende Herausforderung, derart vielfältige Perspektiven so zusammen zu führen, dass schließlich daraus ein rundes Spiel entsteht – das obendrein Raum für Gestaltung durch die Teilnehmenden bietet. Seit Juni landet das Team von „denialofservice.fail“ im Spitalseebunker, um dort die Welt von „Healing“ zu erschaffen. Mitglieder des Teams kommen aus der Region Schweinfurt und aus ganz Deutschland, ihre Projekte mit Gaming und Theater setzen sie weltweit um, jüngst in Mexiko und Russland.

Gemeinsames Ziel ist es, erlebnisreiche Kunst zu kreieren. Kritisch, divers, transparent sind die Maßstäbe, nach denen Projekte mit spielerischem und lebendigem Charakter entstehen. „Healing“ benutzt dazu die Plattform „Nexus“, die im Sommer 2021 eröffnet und die zukünftig für eine Community eine sichere Basis für immersive Kulturprojekte bieten soll. Die für Healing entwickelte Software wird anderen Projekten kostenlos unter einer Open Source-Lizenz zur Verfügung gestellt.

Termine: 07.08 / 08.08 / 14.08 / 15.08 / 21.08 / 22.08 / 28.08 / 29.08

Die Tickets gibt es zu selbstgewählten Preisstaffeln von 15€ / 20€ / 30€ auf www.healing.dos.fail und auf www.startnext.com/healing-dos-fail

Förderung:
Das Projekt wird vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Stadt Schweinfurt gefördert. Außerdem freuen wir uns über die Unterstützung durch die Firma Riedel Bau, der Vogtlandhalle Greiz und sorembâ IT & Bürotechnik.

Alle Fotos: 2021 | denialofservice.fail | CC BY-ND


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