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Heißes Thema Schweinfurter Stadttauben: Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, kommt´s zu einem runden Tisch?


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SCHWEINFURT – Mittwochabend, eine Online-Pressekonferenz zum Thema Stadttaubenschutz in Schweinfurt. Und was es da zu hören gab, war durchaus erschreckend. Vor allem Dr. iur. Christian Arleth, juristischer Referent der Tierschutzbeauftragten des Landes Berlin und Mitglied der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V. machte deutlichst klar, dass die Stadt Schweinfurt gegen das Tierschutzgesetz verstößt – und dafür wurde sie nun auch angezeigt.

Kurz zusammen gefasst: Stadttauben sind Haustiere, die artgerechte Fütterung zu verbieten ist Tierquälerei, Kommunen sind verpflichtet, Taubenschläge zu errichten. Die Stadt Schweinfurt verstößt gegen das Tierquälereiverbot, ebenso durch das Aushungernlassen. Strafrechtliche Konsequenzen sind gegen Bedienstete wie den Ordnungsreferenten Jan von Lackum oder Oberbürgermeister Sebastian Remelé möglich.


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Der Vorwurf lautet zudem, dass dem Stadtrat bei seiner Sitzung kurz vor Weihnachten relevante Informationen vorenthalten wurden, weil OB Remelé einen Vortrag von Dr. Ulrike Schneider (ÖDP, Zukunft.) einfach unterbrach und der Stadträtin, die gerade wichtige Informationen vorlesen wollte, das Wort raubte. Entgegen der Geschäftsordnung und kurz vor einer eiligen Abstimmung, in der das Fütterungsverbot mehrheitlich bestätigt wurde. Von Lackum hätte zuvor zudem sehr einseitig aus der Stellungnahme des Amtstierarztes zitiert und eine wesentliche Stelle verschwiegen. Und damit die Abstimmung beeinflusst.


Zur Expertenrunde schalteten sich aus ganz Deutschland am Mittwochabend diverse Fachleute zu. Dr. Ulrike Schneider berichtete zunächst von „erbitterten Kämpfen“ gegen die Windmühlen der Stadtverwaltung. Was Jasmin Poyotte von der Tierschutzorganisation White Angels, der Taubenhilfe, bestätigen kann. Abgemagerte, kranke Tiere hätte es in Schweinfurt schon vor Corona gegeben, danach wurde die Not vor allem im letzten Winter mit dem Futtermangel noch größer. Dann durfte man rund ein Jahr an festen Stellen füttern, doch die Stadt verbot es wieder zu Winterbeginn.

Verhungerte Jungtiere und zum Fliegen zu schwache Tauben seien die Folgen aktuell. „Das Sterben der Tauben findet in Schweinfurt elendig statt“, sagt Poyotte. Sie erlebt täglich den Sterbenskampf mit. Anders als die abstimmenden Stadträte… Dr. Michael Göde, Tierarzt aus Schweinfurt und Kooperationspartner der Taubenhilfe Schweinfurt, nimmt pro Jahr um die 50 Tauben auf. Er rechnet für Februar und März mit zahlreichen weiteren Tieren in seiner Praxis.

Dr. Kirsten Toennies, Tierärztin und Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Vogelkunde aus Hattersheim bei Frankfurt, regt Taubenhäuser und kontrolliertes Füttern an – nur dann könne man die Tauben-Population auch im Zaun halten. Und ja: Die Tiere, um die es in Schweinfurt geht, seien von Menschen gezüchtete Haustauben, also Haustiere, keine Wildtauben.

Dr. Christian Arleth, ein gebürtiger Schweinfurter, findet den Rückruf der Fütterungserlaubnis sogar in doppelter Hinsicht rechtswidrig. Auch weil sich die Tiere schon an die Fütterungen gewohnt hätten. Tierquälerei sei das in der Form des Unterlassens. Er schäme sich extrem für den Umgang seiner Heimatstadt mit den hilfsbedürftigen Tieren.

Axel Kröner, alteingesessener Schweinfurter und in Frankfurt bei einem Taubenprojekt aktiv, zitierte Oliver Kahn („Eier, wir brauchen Eier!“) und möchte Fronten aufweichen. Der Tausch der echten gegen Kunststoffeier beispielsweise am Frankfurter Hauptbahnhof würde weniger Leid für die Tiere bedeuten, eben halt auch weniger Tiere. Letzten Samstag fand der Tausch in Schweinfurt von bereits 21 Eiern statt. Unter einer Brücke nahe der Stadtgalerie. „Wenn´s nach mir geht, wird es an dieser Brutstelle die nächsten Jahre kein einziges Kücken mehr geben“, verspricht er. Und ruft auf, ihm weitere Brustellen zu melden.

Natascha Wothke von Pro Animale für Tiere in Not e.V. forderte die sofortige Erlaubnis der Fütterung. Mit dem Ziel einer gesunden reduzierten Taubenpopulation. Pro Animale würde federführend verantwortlich tätig werden und sogar für das erste Jahr die Kosten des Futters übernehmen. Das als Angebot an die Stadt.

„Tierschutzrechtlich bedenklich wäre ein Fütterungsverbot nur dann, wenn es auf eine an die Zufütterung gewohnte Population, ohne die entsprechend vorherige Bestandsreduktion angewendet würde. Genau das ist aber geschehen, und wer weiß, wie der Stadtrat entschieden hätte, wenn ihm dieser Passus des Gutachtens vorgelegen hätte. Dem Stadtrat werden relevante Informationen vorenthalten!“, sagt eine empörte Dr. Ulrike Schneider.

Das war maßgeblich der Grund für die Pressekonferenz nun…. Welche Folgen sie hat? Und ob es ein Umdenken seitens der Schweinfurter Stadtverwaltung gibt? Wird man sehen! „Wir haben absolute Experten, die man nur an einen runden Tisch holen muss“, regte Dr. Schneider appellierend an in Richtung Rathaus. Mit zwei Forderungen: Betreute Taubenschläge an den richtigen Stellen plus die Aufhebung des Fütterungsverbotes. Dann würde sich ein Stadtproblem ganz schnell erledigen können.


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