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Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungstrasse „SuedLink“: Der Bund Naturschutz lehnt derzeit alle Trassen-Korridore der TenneT TSO GmbH ab

Eisgeliebt

SCHWEINFURT – Eingeladen zu einem „Fachgespräch“ im Konferenzzentrum hatte die TenneT TSO GmbH, Bayreuth, eine Tochter des niederländischen Übertragungsnetzbetreibers TenneT im Versorgungsgebiet von e.on.

Zu diesem „Geheimtreffen“ (es war im Gegensatz zu den so genannten „Infomärkten“ in Wasserlosen, Elfershausen und Bad Brückenau nicht in der Presse angekündigt) waren Vertreter von  TenneT, Regierungen (Bayern, Unterfranken), des Landkreises, der Gemeinden, des Bauernverbandes, von Umweltverbänden u.a. eingeladen. Es war kein Medienvertreter anwesend. Der Bund Naturschutz Schweinfurt (BN) hat daran teilgenommen, um sich zu informieren und um seine Position darzustellen!

Die Präsentationen des Veranstalters drehten sich ausschließlich um das  „Wie“. Führen wir die Trasse rechts oder links um ein Naturschutzgebiet oder welche Strommasten gibt es?

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Zweifel an der Notwendigkeit der Trasse hat TenneT nicht. „Wir sind überzeugt, dass die Trasse so notwendig ist!“, sagte deren Vertreter. Verständlich, da jede Investition garantiert mit mehr als 9 Prozent verzinst wird. Und wenn die Leitungen nicht rechtzeitig fertig würden und Strafzahlungen anfielen, zahlen das im Wesentlichen nichtprivilegierte Stromkunden (Normalbürger, kleine Handwerksbetriebe, mittelständische Unternehmen) mit der EEG-Umlage, wie bei der Nicht-Anbindung eines Offshore-Windparks praktiziert.

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TenneT_logo_FC_C under constructionDer Bund Naturschutz lehnt derzeit alle Trassen-Korridore ab! Der BN ist nicht generell gegen den Umbau oder gar Neubau von Stromleitungen. Die Stromtrassenplanung muss eingebettet sein in ein Gesamtkonzept zum Umbau des Energiesystems hin zur effizienten Nutzung von 100 Prozent Erneuerbaren Energien (EE).  Die Planung muss dazu nachweisen, dass der Bau neuer Stromleitungen hierzu erforderlich ist. Die Notwendigkeit wurde bisher nicht nachgewiesen.

Bei der derzeitigen Planung hat man den Eindruck, dass auch bei starker Stromerzeugung aus EE die Kohlestromerzeugung nicht reduziert werden soll. Dieser Kohlestrom würde dann zu einem großen Anteil ins Ausland exportiert.

Ziel muss es sein, erforderliche Neutrassen zu minimieren! Dadurch würde das Ganze auch kostengünstiger. Wie das gehen kann, hat der BN bei früheren Einwendungen und zuletzt in seiner „Stellungnahme zum ersten Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2014, sowie zum Kriterienkatalog des Umweltberichts“ dargelegt. Diese Stellungnahme ist auf der Internetseite des BN Schweinfurt unter „Brennpunkte vor Ort“ zu finden. Ferner hat der BN bei der EU Kommission Beschwerde eingelegt, da der deutsche Gesetzgeber die „Strategische Umweltprüfung“ (SUP) nicht vollständig in deutsches Recht umgesetzt hat. Die derzeitige Trassenplanung ist nicht mit EU-Recht vereinbar und überdimensioniert.

Die Kritik des BN beginnt schon bei den Szenarien. Eine Betrachtung für 90 oder 100 Prozent EE ist nicht vorgesehen.

TennetDer BN fordert zur Verringerung des Stromleitungsbedarfs die
Berücksichtigung von weniger teurer Offshore-Windkraft im Norden dafür mehr kostengünstige Windkraft im Süden.
Berücksichtigung des angestrebten Ausbaus der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zum regionalen Ausgleich  fluktuierender EE auf 25 Prozent des Stromverbrauchs, wie es im KWK-Gesetz und im Koalitionsvertrag festgelegt ist. So könnte eine Flexibilisierung der in Bayern bestehenden Biogasanlagen bei gleicher Gesamtstrommenge und ohne zusätzliche Biomasse allein in Bayern u. U. 1400 MW oder mehr als Mittel- oder Spitzenlast bereitstellen.
Einbeziehung der Ebene der regionalen Verteilnetze
Kappung von kurzfristigen Einspeisespitzen
Berücksichtigung von Erdkabeln im Hinblick auf die Gesundheit der Anwohner.
Varianten mit Stromeinsparung. Das Stromeinsparziel von 10 Prozent bis 2020 wurde nicht berücksichtigt. Dies widerspricht dem Szenariorahmen gemäß Energiewirtschaftsgesetz.
Berücksichtigung des NOVA-Prinzips (Netzoptimierung vor Ausbau) , d.h. ersetzen bestehender Leitungen durch Hochtemperaturseile
Auswirkungen der elektrischen und magnetischen Felder sowie weiterer Immissionen durch Stromleitungen werden bei den Prüfkriterien ausgeblendet. Auch TenneT hat dazu nichts sagen können.
Die Bundesnetzagentur hat die Endpunkte (Wilster und Grafenrheinfeld) festgelegt. Auch hier gab es keine Alternativenprüfung und sie ist auch nicht vorgesehen.
Die Bundesnetzagentur hat die Endpunkte (Wilster und Grafenrheinfeld) festgelegt. Auch hier gab es keine Alternativenprüfung und sie ist auch nicht vorgesehen.
u.v.m.

Die Notwendigkeit des „SuedLink“ wird nicht ausreichend und nicht nachvollziehbar begründet. Der Versuch der Minimierung des Leitungsausbaus ist nicht erkennbar. Vernünftige Alternativen im Sinne einer Umweltverträglichkeitsprüfung wurden nicht untersucht.

Der Gesetzgeber muss sich wegen dieser Versäumnisse und seiner Intransparenz über die berechtigten Proteste der Bevölkerung nicht wundern. Das wird auch durch Schmuseveranstaltungen wie die  „Infomärkte“ von TenneT nicht ausgeglichen.

TenneT gibt den Bürgern das Gefühl, mit ihren Vorschlägen Einfluss zu nehmen. Und vielleicht wird der eine oder andere Hinweis in die Planung einfließen. Aber es lenkt perfekt von der eigentlichen Frage ab, ob die Trasse überhaupt nötig ist, sagen der lokale BN-Vorsitzende Edo Günther und Energiereferent Erich Waldherr.

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