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„Ich liebe Schweinfurt“: Ein Rundgang durch die Stadt mit Peter Hofmann – Teil 2


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SCHWEINFURT – InundumSw.de-Redakteur Christopher Richter hat das Schweinfurter Unikat, den Hobby-Historiker und Musiker sowie Rechtsanwalt Peter Hofmann auf einem Rundgang durch seine Heimatstadt Schweinfurt begleitet. In der letzten Ausgabe war der Standort des früheren Höpperles-Turm die erste Station.

Zweite Station war der Bereich um den Fichtel´s Garten.
Hobby-Historiker Peter Hofmann läuft zielstrebig in allerlei verwinkelte Nischen, zeigt ehemalige Türme der Stadtmauer, die heute teilweise als Wohnhäuser genutzt werden, teilweise ziemlich verfallen sind. In der Nähe der Fahrschule Kuch befindet sich ein solcher Wohnturm in einem Hinterhof, ein anderer fristet ein recht verfallenes Dasein in einem Hinterhof der Neuen Gasse. Bei der Turmbaustelle hat sich etwas verändert, Historiker Hofmann hält es mit seinem Fotohandy fest.
Station 2: Der Parkplatz neben der SPD-Geschäftsstelle, von der aus ein halber oder eher ein Achtel-Turm-Rest in einem Nachbargarten zu erkennen ist.


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Stichwort SPD, Stichwort Politik. Zwölf Jahre lang war Peter Hofmann Stadtrat in Schweinfurt. Er war Vorsitzender der Jungsozialisten und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Sozialdemokraten im Gesundheitswesen.“ Ein Posten, der ihm interessante Bekanntschaften brachte, mit Nachwuchskräften, die damals noch weitgehend unbekannt waren: Zum Beispiel mit Gerhard Schröder, der später Bundeskanzler wurde, oder mit Heidemarie Wieczorek-Zeul, der ehemaligen Bundesentwicklungsministerin. Mit 21 Jahren sei er zur Politik gekommen, hat seine Partei von Anfang an aufgemischt, berichtet er. Mit Hilfe der der damaligen Opposition (CSU) hat er einen Parkplatz vor dem alten Rathaus verhindert, mit Hilfe der Presse gegen ein Parkhaus auf dem Wichtermann-Platz (damals noch Postplatz) erfolgreich rebelliert „Für mich war das die Initialzündung, dass man in der Kommunalpolitik was bewegen kann!“, meint Hofmann. Bei der damals mit absoluter Mehrheit regierenden SPD Schweinfurt kam der gelegentlich eigene Weg jedoch nicht immer gut an.


Nach einem Praktikum als Apotheker in der Kronen-Apotheke packte Hofmann neuer Ehrgeiz. Er studierte Jura, eigentlich, um mit dieser Ausbildung in die Politik zu gehen. Ihm wurde sogar – nach eigenen Worten ein relativ sicherer Bundestagswahlkreis in Karlsruhe – zur Kandidatur angeboten. Dann aber ein Umdenken Hofmanns, denn er entschied sich gegen den „Ruhm“ eines Berufspolitikers und für ein Leben als Privatmann. „Ich habe das Angebot abgelehnt und mich für die Familie entschieden“, sagt der zweifache Familienvater Hofmann rückblickend. Kein Wort des Bedauerns in seiner Stimme.

Wie sieht er die Wahlchancen seiner SPD bei den nächsten Wahlen? Zu Steinbrück möchte er lieber nichts sagen, die Fragen zu Lafontaine und Helmut Schmidt kann der Reporter wegen eines Folgetermins Hofmanns nicht mehr stellen. Das schwierige Vermächtnis, das Schröder seinen Genossen mit der Agenda 2010 hinterlassen hat, verteidigt Hofmann, der sich keinem Flügel in seiner Partei zuordnen möchte, vehement: „Ohne diese Maßnahmen, die ihm seinen Posten gekostet haben, würde es uns heute nicht so gut gehen, wie es uns geht!“ Diese Entscheidungen seien ebenso positiv zu bewerten, wie das „Nein“ zum Irakkrieg gegen den Widerstand der Opposition. Hofmanns Interesse war der Einsatz für die Sanierung der Altstadt und die Erweiterung der Fußgängerzone. Um die Erhaltung und Wiederbelebung der Altstadt will er sich weiter kümmern.

Station 3: Motherwell-Park. Der unserer schottischen Partnerstadt gewidmete Park neben dem Habaneros.
Hier steht Hofmann lässig neben dem 14 Meter durchmessenden und aus zwölf Granitsteinblöcken bestehenden Kunstwerk „Steinkreis“ des 2009 verstorbenen Schweizer Künstlers Franz Baumberger. Dass die kleine Tafel, die erläutert, dass das Kunstwerk im Jahre 2011 aus einer Spende der Revival-Band-Veranstaltung Klassentreffen angeschafft wurde, wahrscheinlich von der Vandalen zerstört wurde, ärgert den Kunstfreund Hofmann.

Musik, die ist heute noch die Leidenschaft des 62-Jährigen. „Mit 14 Jahren habe ich meine Eltern so lange genervt, bis sie mir eine Gitarre gekauft haben“, erinnert er sich. Dann habe er das Spielen gelernt, nach Gehör, Notenlesen habe er erst später gelernt. Das war Mitte der 60er Jahre. Die „Beatles“ waren seine Lieblinge. Dass er damals mit Schlaghose, Beatlesfrisur und dreiknöpfigem Hemd herumgelaufen ist, ist überraschend, wenn einem der in grauem Anzug seriös gekleidete Anwalt Hofmann mit dem lichten Haar gegenübersteht. Sein Vater, damals Rektor der Ludwig-Schule (heute heißt die Schule Friedensschule), wollte und konnte den jungen Rebell nicht bremsen. Mit 14 Jahren gründete er mit Schulkameraden vom Humboldt die Gruppe „Outlaws“.

Bald folgten erste Konzerte, der Vater saß an der Kasse und verteilte die Eintrittstickets. 1989 initiierte er die Beat-Revival-Veranstaltung „Klassentreffen“. Die Erlöse aus den Konzerten der ehemaligen Schweinfurter Schülerbands, wie Kalli & The Four Machines, The Midyards, The Outlaws, The Rockets und The Shades in der Stadthalle erbrachten mehr als 75.000 Euro und wurden in vier Kunstwerke im Stadtgebiet in Schweinfurt aber auch in soziale Projekte, investiert. Neben dem Steinkreis sind dies die beiden Bronzeskulpturen „Metamorphose“ an der Stadtmauer, die Chrom-Nickel-Skulptur im Rathausinnenhof und die Steinskulptur „Lichtzeichen“ an der Nordseite des Marktplatzes. Heute singt Hofmann mit seiner Frau Nurcan, der Rechtsanwaltskollegin Bianka Brückner und Bastian Späth im Vokalensemble „4 For Fun.“

Teil drei dieser Serie folgt demnächst.

Peter Hofmann sagt: „Ich liebe Schweinfurt…, weil dies meine Geburts- und Heimatstadt ist. Und sie vereint in sich Tradition, Fortschritt und Lebensqualität.“



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