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„Ich liebe Schweinfurt“: Margit Rosentritt ist Chefin des Frisörsalons „Extra Locke“ und Schweinfurts Kreishandwerksmeisterin


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SCHWEINFURT – Aus welchem Holz muss jemand geschnitzt sein, um ein erfolgreicher Unternehmer zu sein? Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Uni Jena, die 1.000 Kinder über Jahrzehnte in einer Fallstudie erfasste, fand heraus: Wer in seiner Jugend mal über die Strenge geschlagen hat, mal eine Ehrenrunde drehen musst oder sich rebellisch zeigt, aus dem kann durchaus ein erfolgreicher Unternehmer werden.

Denn  für solche Leute sind Probleme verkappte Chancen, „Chancen in Arbeitskleidung“, sozusagen. Ein Trost für alle Eltern, die über das miserable Zwischenzeugnis ihrer Kinder die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Auf die Ergebnisse der Studie angesprochen muss Kreishandwerksmeister Margit Rosentritt lachen. „Da trifft eigentlich nichts auf mich zu, rebellisch war ich nie, aber ich muss mich immer mit dem Rücken zum roten Knopf im Aufzug stellen, weil es mich reizt ihn zu drücken!“


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Ihren erfolgreichen Berufsweg hat sie nicht in die Wiege gelegt bekommen, wenn gleich ihr Berufswunsch schon seit dem Kindergarten „Friseurin und Lehrerin“ war. Worüber viele Erwachsene damals lächelten, „entweder Friseurin oder Lehrerin, Du wirst dich entscheiden müssen“. Nach dem Qualifizierenden Hauptschulabschluss ist sie von August 1997 bis 1980 in die Friseurlehre gegangen. Hat danach erst in einen kleineren Salon, dann in einen größeren Salon die Facetten des vielfältigen Berufsleben kennengelernt.


1982 übernimmt sie ihr erstes Ehrenamt in der Frisörinnung. Sie wird Mitglied des Prüfungsausschusses. Mit einer Sondergenehmigung, die durch die Berufsschule forciert war, beginnt sie ihre Meisterprüfung. Denn zu dieser Zeit wurden noch 5 Jahre Gesellenzeit verlangt, bevor man zur Meisterprüfung zugelassen wurde. 1984 ging der zweite Berufswunsch in Erfüllung, Margit Rosentritt wird Lehrkraft für Fachpraxis an der Berufsschule. Dies hat sie bis 1996 gemacht und sich gegen eine Karriere als verbeamtete Lehrerin entschieden.

Im März 1985 hat sie sich in Gochsheim mit 3 Angestellten selbständig gemacht. Eine davon war Kerstin Büttner, eine Kollegin aus der Zeit, als sie selbst noch angestellt war. Diese Kollegin trifft man auch heute noch in der Extra-Locke „wir arbeiten schon so lange zusammen, wie ich verheiratet bin“, so Frau Rosentritt, „und beides klappt prima“. „1993 sind wir mit unseren Salon nach Schweinfurt umgezogen. Von heute auf morgen hatten wir acht Mitarbeiter. Die Verantwortung ist angewachsen und es galt, zwei verschiedenen Arbeitsweisen zusammenzufügen und ein Team daraus zu machen.“ Was allen gut gelungen ist, man merkt es an der Atmosphäre im Salon.

1997 wurde Frau Rosentritt zum Lehrlingswart der Friseurinnung gewählt. Seit 1998 ist sie als Dozentin der Handwerkskammer tätig. „Der Umgang mit jungen Menschen macht Spaß und außerdem möchte ich im Alter ja vielleicht auch zum Friseur und dort gut bedient werden“, meint Margit Rosentritt. Nebenbei schnupperte sie in der lokalen Politik. Als Vorsitzende der Selbstständigen in der SPD wurde der damalige Handwerkskammerpräsident auf sie aufmerksam.

Seit 1999 sitzt sie in der Vollversammlung der Handwerkskammer für Unterfranken. Im Jahr 2000 kam noch mal ein Salonumzug, der Traum vom Salon mit Kosmetikkabine und Nageltisch wurde wahr. 2001 wollte Marianne Soldmann, ein Name der in Schweinfurt wohl bekannt ist, die aktive Frau als stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsvorstandes der neu zu gründenden Oskar Soldmann Stiftung gewinnen. „Den Wunsch habe ich gerne entsprochen, vor allem da der Vorsitzende Kurt Petzold war und ist, und von ihm kann man nur lernen.“

Ab Januar 2003 kommt sie ihren bürgerlichen Pflichten nach und wird zur Schöffin berufen. Im Mai 2003 tritt Rosentritt das Amt der stellvertretenden Obermeisterin der Friseurinnung an, dadurch hat sie den ersten Kontakt zur Kreishandwerkerschaft .2005 geht sie die Prüfung für die Gutachterin im Friseurhandwerk an. Im Februar 2006 wird sie vom damaligen Handwerkskammerpräsident vereidigt. Bis heute ist sie öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige mit dem Bestallungstenor: Friseurdienstleistung und Zweithaar. Noch dazu kommt 2006 die Entsendung der HWK zur ehrenamtlichen Arbeitsrichterin. Anfang des Jahres 2011 wird sie als stellvertretendes Mitglied in den Berufsbildungsausschuss der HWK gewählt.

Im November 2011 wird Margit Rosentritt nach nur 4 Jahren als stellvertretende Kreishandwerksmeisterin zur ersten fränkischen Kreishandwerksmeisterin gewählt. Sie möchte dieses Amt zwar als Frau leiten, hofft aber als Vollbluthandwerkerin gewählt worden zu sein. „Nur Frau sein, wäre etwas wenig“ sagt sie und zeigt damit, was sie von einer Quotenregelung hält – nämlich gar nichts. Eigentlich könnte man meinen, es ist alles erreicht, aber im Januar 2013 fusioniert die Friseurinnung Schweinfurt Stadt und Land mit der Friseurinnung Rhön/Grabfeld. Heute ist es die Friseurinnung Main-Rhön und ihre Obermeisterin heißt Margit Rosentritt.

Parteiämter strebt die gebürtige Schweinfurterin nach eigener Aussage nicht mehr an, will etwas fürs Handwerk erreichen und nicht in irgendeine politische Ecke gestellt werden. Margit Rosentritt steht nach eigenen Worten voll hinter der Handwerkerzunft:  „Handwerker sein, das ist eine Lebenseinstellung und nicht nur ein Beruf!“  Das sieht man auch daran, dass seit 1995 schon über 40 Auszubildende zur Gesellenprüfung geführt wurden.

Die Unternehmerin Margit Rosentritt ist eine Powerfrau und ein Vorbild für andere junge Frauen. „Meine Arbeitskolleginnen sind auch fast alle ehrenamtlich aktiv. Nicht weil ich es ihnen verordnet habe, sondern weil ich es vorlebe“, berichtet die Chefin über zwölf Mitarbeiterinnen. „Und wenn alles gut geht, wird Melanie Engelbrecht irgendwann einmal meine Nachfolgerin.“

Was sicherlich noch ein paar Jahre dauern wird. Auf die Frage, woher sie eigentlich die Energie nimmt, um alles zu organisieren, lacht sie und meint: „Der liebe Gott hat es gut mit mir gemeint, ich hatte eine tolle Jugend mit prima Eltern, habe einen Mann, der mich unterstützt und hier im Salon eine Mannschaft, die mir den Rücken freihält. Also was liegt näher, von dem vielen Guten, das ich bekommen habe, wieder etwas zurück zu geben?“

Christopher Richter für inundumsw.de

Margit Rosentritt sagt: „Ich liebe Schweinfurt, weil… …ich mit erlebt habe wie es gewachsen und sich verschönert hat; und die Schweinfurter trotzdem so geblieben sind wie sie waren, einfach liebenswert“



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