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Im letzten Monat des Jahres ist die Arbeitslosigkeit wieder angestiegen


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SCHWEINFURT / MAIN-RHÖN – Nachdem im November die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat leicht gesunken war, brachte der letzte Monat des Jahres wie erwartet einen saisonüblichen Anstieg. Mit 8.703 Betroffenen waren im Dezember 542 Menschen mehr ohne Arbeit als im November. Die Arbeitslosenquote lag damit in der Region Main-Rhön bei 3,6 Prozent, im November waren es 3,4 Prozent. Diese Erhöhung um 0,2 Prozentpunkte liegt im langjährigen Vergleich im Rahmen der üblichen saisonal bedingten Steigerung. Im Vergleich zum Vorjahr waren 745 Arbeitnehmer mehr bei den Dienststellen der Arbeitsagentur und den Jobcentern arbeitslos gemeldet, vor Jahresfrist lag die Arbeitslosenquote bei 3,3 Prozent. Damit setzte sich der Trend im Jahresvergleich fort. Im August war die Arbeitslosigkeit im Jahr 2012 erstmals höher als im Vorjahr und lag seitdem immer über den Vergleichswerten des Jahres 2011.

„Der Arbeitsmarkt in der Region blieb bis zum Schluss des Jahres 2012 von größeren Belastungen durch die nachlassende Konjunktur verschont“, analysiert Klaus Seebach, der stellvertretende Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt, die neuesten Zahlen. „Schließlich ist eine Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent absolut gesehen immer noch ein sehr günstiger Wert, wie wir ihn auch vor der letzten Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009 nie erreicht hatten“, ordnet Seebach die aktuelle Quote ein. Die geringere Nachfrage nach Arbeitskräften wirkte sich deutlich auf die Zahl der Arbeitslosen aus, die im Dezember wieder eine Erwerbstätigkeit aufnehmen konnten, sie sank von 797 im November auf 613 im Berichtsmonat. Dazu kam ein erhöhter Zugang in die Arbeitslosigkeit. 1.389 Arbeitnehmer mussten sich im Dezember erstmals oder erneut im Anschluss an eine Beschäftigung arbeitslos melden, 183 mehr als im Vormonat. Dabei handelte es sich der Jahreszeit entsprechend überwiegend um Arbeitnehmer aus der Baubranche und anderen Außenberufen sowie aus dem Hotel- und Gaststättenbereich, von denen viele bereits eine Zusage für die Wiedereinstellung im Frühjahr erhalten haben. Allerdings zeichnet sich ab, dass in den kommenden Monaten mit etlichen Arbeitslosmeldungen befristeter Arbeitskräfte aus der Produktion gerechnet werden muss.



Von Januar bis September war der Bestand an offenen Stellen kontinuierlich gestiegen. Die im Oktober eingeleitete Trendwende setzte sich auch im Dezember fort. Die Vermittlungsfachkräfte des gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter konnten im letzten Monat des Jahres auf 1.957 offene Stellenangebote zugreifen. Im November hatte das Stellenangebot noch aus 2.105 zu besetzenden Arbeitsplätzen bestanden. Der Stellenbestand war damit auch 2,9 Prozent geringer als vor einem Jahr. Von den 1.957 der Agentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen waren 85,5 Prozent unbefristet und 92,1 Prozent sozialversicherungspflichtig.


„Interessanter als der Bestand ist für uns aber die Zahl der neu eingehenden Stellenangebote, da diese einen Hinweis auf die weitere Entwicklung gibt“, erklärt Seebach beim Blick auf die lediglich 528 neuen Arbeitsangebote im Dezember. „Im Dezember 2011 verzeichneten wir noch 787 neue Angebote. Das ist ein Rückgang um rund ein Drittel.“ Seebach sieht dies als ein Indiz für einen zurück gehenden Arbeitskräftebedarf im gerade begonnenen Jahr 2013. „Diese Entwicklung korrespondiert auch mit den vermehrten Anfragen nach den Voraussetzungen zur Zahlung von Kurzarbeitergeld. Firmen, die kurz arbeiten beziehungsweise sich im Vorfeld von Kurzarbeit befinden, haben keinen zusätzlichen Personalbedarf“. In absoluten Zahlen war der Rückgang bei den neuen Stellenangeboten im Bereich Produktion und Fertigung am deutlichsten. Hier wurden 77 neue Stellenangebote weniger aufgenommen.

Es muss wohl davon ausgegangen werden, dass im laufenden Jahr das insbesondere in der Produktion zurückgehende Auftragsvolumen vermehrt durch die Einführung von Kurzarbeit ausgeglichen wird, nachdem zunächst betriebsinterne Maßnahmen wie beispielsweise der Abbau von Arbeitszeitguthaben durchgeführt wurden. Aktuell hält sich der Umfang der bereits beantragten Kurzarbeit allerdings noch in Grenzen. Derzeit wurde von 36 Betrieben Kurzarbeit für insgesamt 2.177 Arbeitnehmer beantragt. Erfahrungsgemäß dürfte für ungefähr zwei Drittel der Arbeitnehmer tatsächlich Kurzarbeit eintreten. Sollten, wie teilweise in den Medien angekündigt, vermehrt auch Großbetriebe in größerem Umfang Kurzarbeit einführen, könnte sich diese Zahl schnell steigern. Allerdings ist es noch weit bis zu dem Umfang, den die Kurzarbeit auf dem Höhepunkt der letzten Wirtschaftskrise erreicht hatte. Im Juli 2009 hatten im Bezirk der Agentur für Arbeit Schweinfurt über 430 Betriebe Kurzarbeit für rund 30.000 Beschäftigte beantragt. Tatsächlich abgerechnet wurde Kurzarbeit im Juli 2009 für rund 21.000 Arbeitnehmer.


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