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In Schweinfurt heißt es: „Visionen werden Wirklichkeit“ – Tolles Werk zeigt auf über 200 Seiten alle Projekte nach 40 Jahren Städtebauförderung


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SCHWEINFURT – Gleich fünf „Bücherwürmer“ stellten im Rathaus ein außergewöhnliches Werk vor. „Visionen werden Wirklichkeit“ heißt eine Broschüre, die mit fast 230 Seiten schon ein kleines Buch wurde und die zur 40-jährigen Geschichte der Städtebauförderung in Schweinfurt mit einer Auflage von 3000 Exemplaren erscheint. Herbert Lupprian, der die Sanierungsstelle bis 2011 leitete, schrieb den Großteil der Texte. Hans Hatos, heute stellvertretender Leiter neben Richard Riegler, machte die meisten Fotos. „Schweinfurt ist eine richtig schöne Stadt geworden“, weiß Oberbürgermeister Sebastian Remelé und drückt damit aus: Das Werk dokumentiert, was sich städtebaulich in den letzten 40 Jahren verändert hat.

„Wer Visionen hat, soll zum Augenarzt gehen“, zitierte der OB zwar launig Altkanzler Helmut Schmidt und dessen Ansicht. Schweinfurt aber setzte seine Visionen um. „Geburtshelfer und Mentor“ sei bereits Kurt Petzold gewesen, Oberbürgermeister vor Gudrun Grieser, der die Epoche der Veränderungen einleitete. Erstmals fassten die Schweinfurter nun zusammen, was sich alles tat. Eine „atemberaubende Fülle“ stellte selbst Baureferent Jochen Müller fest, der immerhin schon seit 1989 leitend tätig ist. Sehr viele Bilder hat das Buch, Gegenüberstellungen mit Fotos der Vorzeit.


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Bis 2012 flossen bereits rund 48 Millionen Euro an Fördermittel aus Europa, vom Bund, vom Freistaat, dem Bezirk oder dem Landesamt für Denkmalpflege nach Schweinfurt. Etwa sieben Mal soviel an Mitteln wurde investiert, schätzt Müller, weil in Schweinfurt eben immer konsequent und ohne Kompromisse die Vorhaben auch in die Tat umgesetzt wurden. Ausnahmen bestätigen die Regel: Die geplante Überdachung der Keßlergasse ließ sich letztlich nicht realisieren. Auch dieses Beispiel ist in „Visionen werden Wirklichkeit“ aufgeführt.


Herbert Lupprian gab sich „ohne Fachchinesisch“ (Müller) Mühe, die einzelnen Projekte möglichst kurz und knackig zu beschreiben. Ab dem Jahr 2000 habe dabei ein Goldenes Jahrzehnt begonnen, um die letzten großen Lücken der im Zweiten Weltkrieg so stark zerstörten Stadt zu schließen. Ab da entstanden beispielsweise das Museum Georg Schäfer, die Grünanlagen zwischen Obertor und Main, das Konferenzzentrum mit Hotel auf der Maininsel, der neue Ebracher Hof mit Stadtbücherei, Restaurant und Hotel, das neue Jugendgästehaus an der Mainlände oder die Kunsthalle im ehemaligen Ernst-Sachs-Bad.

Das Buch zeigt die sechs Sanierungsgebiete (Südliche Altstadt, Alt-Oberndorf, Zürch, Krumme Gasse mit Oberem Wall, Neue Gasse mit Zeughaus und Keßlergasse mit Langer Zehntstraße) und dann einzelne Projekte. Junge Schweinfurter werden nie erlabt haben, wie durch die Spitalstraße noch die Autos rollten. Erst 1982 und damit elf Jahre nach Beginn der Städtebauförderung wurde daraus eine Fußgängerzone. Der Bau der Tiefgarage Postplatz, der Wohnhof Am Schrotturm (beides 1987), die Neugestaltung des Postplatzes (heute Georg-Wichtermann-Platz, 1988), die Aufgabe der Brauerei Hartmann am Wall (1989), der Bau der Fußgängerzonen Brücken- und Rückertstraße (1992) oder die Erschließung des Industrie- und Gewerbeparks Maintal (1998) waren weitere Meilensteine. Auch das Beleuchtungskonzept verschiedenster Sehenswürdigkeiten hat Schweinfurt attraktiver gemacht.

„Der Stadtumbau ist mit dem heutigen Tag aber nicht beendet“, weiß Jochen Müller. Der Ausblick spielt im Buch deshalb eine große Rolle. Der Platz um das Zeughaus wird bald neu gestaltet. Die Neue Gasse und Alt-Oberndorf bieten viele Ideen. Die Mainlände wartet noch auf die Vollendung. In der westlichen Innenstadt sind Blockinnenhöfe teils überlastet. Eine Grünverbindung vom Obertor zum Theater ist angedacht. Im Zürch warten weitere Baudenkmäler auf neuen Glanz. Und natürlich hat die US-Armee mit ihrem Abzug 2014 ganz neue Baustellen aufgemacht. Die Militärkonversion sorgt nicht nur für das baldige Verschwinden von rund 12.000 Soldaten inklusive Angehörigen aus der Region, sondern auch für die Aufgabe, alleine in der Stadt für rund 100 Hektar bislang militärisch genutzter Areale neue Verwendubgszwecke zu finden.

In rund 20 Jahren dürfte eine überarbeitete Auflage von „Visionen werden Wirklichkeit“ sicherlich ganz neue Seiten von Schweinfurt zeigen…

Zu erwerben für einen Unkostenbeitrag von fünf Euro ist „Visionen werden Wirklichkeit“ ab Donnerstag im Tourismusbüro 360 Grad, im Bürgerbüro, in der Kunsthalle und online auf schweinfurt.de, wo man das Werk bestellen kann. Anlass des Erscheinens ist auch die Ausstellung „40 Jahre Städtebauförderung in Bayern“, die am Donnerstag im Foyer des neuen Rathauses eröffnet wird.

Auf dem Foto bei der Präsentation – hinten von links:  Sanierungsstellenleiter Richard Riegler, Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Baureferent Jochen Müller und vorne der stellvertretende Leiter und Hauptfotograf Hans Hatos und Autor Herbert Lupprian, der die Sanierungsstelle bis 2011 leitete.



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