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Informationsabend zur Nationalpark-Debatte: Der Verein Nationalpark Nordsteigerwald will eine Vitaminspritze für die Region


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GEROLZHOFEN – Der Informationsabend mit Fachleuten aus dem Nationalpark Bayerischen Wald letzten Freitag lockte weit über 100 Besucher nach Gerolzhofen – trotz Rekord-Fasching in Veitshöchheim. Der Verein Nationalpark Nordsteigerwald, die Stadtratsliste geo-net und der BN Gerolzhofen hatten eingeladen, sich aus erster Hand über fast 50 Jahre Nationalpark-Erfahrung im Bayerischen Wald zu informieren.

Für die Referenten ist ihr Nationalpark DIE „Erfolgsgeschichte der Region“ schlechthin. Die im Steigerwald kursierenden Katastrophenszenarien sind für die Bayerwäldler unverständlich. Sie gaben auch gleich praktische Tipps und rieten, bei der Ausweisung des Nationalparks auf regionale Vorteile, wie Wiederbelebung von Bahnlinien und Ausbau von Infrastruktur zu pochen. Die Veranstalter appellierten an die hiesigen Kommunalpolitiker, sich bei der Staatsregierung für die Gleichbehandlung des Steigerwalds mit Spessart und Rhön stark zu machen. Wer die Chance auf den 3. Nationalpark jetzt verstreichen lässt, müsse sich später der Frage stellen: „Wo waren Sie, als der Steigerwald eine einmalige Chance bekommen hat?“


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Für Monika Dombrowsky, Geschäftsführerin der „Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald“, ist der Nationalpark eine sehr gute Plattform für den sanften Tourismus. Als Zugpferd spielt er für 54 Prozent der Gäste bei der Wahl des Urlaubsortes eine große bis sehr große Rolle.

Die Prognose von Staatssekretär Sackmann vor der Nationalparkausweisung 1967,  im bestehenden Naturpark Bayerischer Wald liege die Zukunft und im geplanten Nationalpark der Tod des Fremdenverkehrs, ist heute mit Zahlen längst widerlegt: Die Übernachtungszahlen im Gebiet des Altnationalparks stiegen nach dessen Ausweisung 1970 stark an. Sie betragen heute ein Vielfaches von denen im diskutierten Nationalpark-Suchraum des Naturparks Steigerwald. Der Nationalpark-Tourismus als zusätzliches Standbein hat die durch den Rückgang der Glasindustrie gebeutelte Bayerwald- Region stark gestützt. 



Jochen Stieglmeier, Vorsitzender der Nationalpark-Partnerbetriebe, schätzt den Nationalpark als großen Arbeitgeber, der die Fachkräfte in der Region hält. Auch die Wertschöpfung ist vorwiegend regional, da bewusst mit lokale Handwerkern, Lieferanten und Erzeugen zusammen gearbeitet wird. Zu den zertifizierten Nationalpark-Partnern zählen nicht nur Gastbetriebe mit ca. 350 Mitarbeitern, sondern unter anderem auch Dienstleister wie der Öffentliche Personennahverkehr, ÖPNV.

Christine Wibmer entwickelte das prämierte Verkehrskonzept aus Igelbussen und Waldbahn mit, das im Stundentakt die Gemeinden untereinander und mit interessanten Nationalpark-Punkten verbindet. Die Bahnstrecke Zwiesel-Grafenau sollte eingestellt werden, stattdessen wurde sie aufwendig saniert, ebenso der Zwiesler Bahnhof. Vom gut funktionierenden Zug- und Busverkehr mit Bayerwald-Ticket und GUTI-Gästekarte profitieren die Einheimischen ebenso wie die Touristen.

MdL Alexander Muthmann, ehemaliger Landrat von Freyung – Grafenau und stellvertretender Vorsitzender der Landtagsfraktion der Freien Wähler, sprach an diesem Abend rein aus seinen Erfahrungen als Kommunalpolitiker. Zusätzlich zum Geld, das der Tourismus bringt, erhielt der Nationalpark 15 Millionen aus dem bayerischen Staatshaushalt 2016. Über 9 Mio Euro davon waren Personalkosten, 580 000 Euro flossen in Baumaßnahmen. Der Nationalpark ist ein sehr großer Arbeitgeber in der Region, der insgesamt über 1.100 Arbeitsplätze geschaffen hat. Außerdem sorgt er für‘ s gute Image: den „Nationalpark Bayerischer Wald“ kennt man heute über die deutschen Grenzen hinaus.

Das Mitspracherecht der Bevölkerung hat sich im Nationalpark ebenfalls deutlich verbessert. Bürgermeister und Landräte reden bei Entscheidungen im Kommunalen Nationalparkausschuss mit. Kritische Stimmen zum Nationalpark gibt es zwar nach wie vor, aber man hört sie heute kaum noch, selbst im Erweiterungsgebiet des Nationalparks.

„Nur wer sich informiert, kann sich eine Meinung bilden!“: Diese Worte sprach Gerolzhofens Bürgermeister Thorsten Wozniak bei seinem Grußwort und wünschte einen fairen und respektvollen Umgang miteinander. Von fair und respektvoll kann allerdings auf der politischen Bayern-Bühne keine Rede sein. Wird doch dem Spessart gerade etwas hinterher geschmissen, was dem Steigerwald 10 Jahre lang verwehrt blieb und wovon er jetzt ausdrücklich ausgeschlossen wurde: Eine umfassende Informierung seiner Bürger durch die Staatsregierung und die gleichberechtigte Chance auf den 3. bayerischen Nationalpark.

Die Gelder für einen dritten Nationalpark werden irgendwo in eine Region investiert – nur nicht im Steigerwald. Die 20 Gemeinden, die laut „Unser Steigerwald“ zum Teil auch im Landkreis Kitzingen eine Resolution gegen den Nationalpark unterschrieben haben, sind aufgerufen, dies reiflich zu überdenken. Bürgermeister Max-Dieter Schneider aus Ebrach warb für die neu gegründete Allianz „Faire Chance für den Steigerwald“: „Mittlerweile haben schon 160 Wirtschaftsvertreter und Kommunalpolitiker die Allianz  unterzeichnet und es werden weiter Unterschriften gesammelt.“

Dr. Liebhard LöfflerFDP-Kreisrat aus Bamberg und Moderator der Veranstaltung, appellierte an alle Bürger: „Wo bleibt unser Stolz als Steigerwäldler? Wir bitten darum, dass der Steigerwald nicht schlechter behandelt wird, als der Spessart oder die Rhön. Appellieren Sie bitte an Ihren Landrat, ihre Bürgermeister und Kreisräte.“

Foto: Günther Oltsch

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