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Innovatives Leben und Wohnen: Bekommt Sennfeld ein „Experimentelles Kulturgelände“ mit „Tiny House Park“?


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SENNFELD – Wer kennt nicht, die ehemalige SKF-Erholungsanlage zwischen den Schweinfurter Wehranlagen und der Gemeinde Sennfeld, der das Gelände nun gehört, nachdem die riesige Erholungsanlage von dem Großunternehmen nicht mehr genutzt wird. Alle drei Jahre findet dort beispielsweise das Varietéfestival von Dirk Denzer statt.

Die Sennfelder Seestuben als früheres Ausflugslokal sind allerdings längst geschlossen. Noch immer ziert ein Schild des Brauhaus Schweinfurt den Eingangsbereich. Das gibt es nun auch schon einige Jahre nicht mehr. Was also tun mit diesem überaus attraktiven Areal?Mittlerweile gibt es drei Interessenten, nachdem die Gemeinde ein Anfrage eines Investors ablehnte, der dort ein Hotel erreichten wollte und eine Machbarkeitsstudie beauftragt hat.


AOK - Keine Kompromisse

Nun gibt es drei Bewerber – einer hat Interesse, dort eine Flugschule für Drohnen zu eröffnen, ein zweiter möchte einen Outdoor-Fitnesspark dort entstehen lassen und eben eine Bewerbergruppe aus drei Projektpartnern, welche das bestehende Gelände und baulichen Anlagen gemeinsam für ein „Experimentelles Kulturgelände mit Tiny House Park“ der Gemeinde Sennfeld mit fundierten Bewerbungsunterlagen vorgestellt hat. Eine faszinierende Idee…

Die drei Projektpartner sind da Ute Solf und Prof. Khalil Abdel Rahman. Sie, aus Kolitzheim, würde gerne aus dem Platz des bisherigen Fußballfeldes und dahinter sowie möglicher Weise in Teilbereichen des Gebäudes ein Bildungszentrum für Wildkräuterwissen, Permakultur und heimische Kräuterküche anbieten. Nachhaltige Gartenbaukultur also. Mit Kräutergarten und bestehenden Seminarhaus auf dem Gelände. Er, aus Damaskus stammend, momentan Pächter des Restaurants Naturfreundehaus Sennfeld auf der anderen Seite Sennfelds und regionaler Kulturschaffender, würde gerne internationale Kunst und Kulturevents auf dem Gelände etablieren und kuratieren und westlich vom Gebäude in der ehemaligen Kegelbahn barrierefreie Gästezimmer schaffen sowie Baumstützenhäuser für Gäste zum Übernachten unter Bäumen anbieten.


„Bäume sind glücklicher als Menschen, sie wachsen jeden Tag ein kleines Stück Richtung Himmel“ (Khalil Abdel Rahman)

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Sennfeld bislang kaum – so ein Ergebnis aus dem Bürgerworkshop. Der große Festplatz mit dem Pavillon ist gedacht für öffentliche Kultur und Kunstveranstaltungen, freilich auch weiterhin für das Varietéfestival. „Experimentelles Kulturgelände“ wird dieser westliche Eingangsbereich genannt.

Sennfelder Bürger begutachteten am Samstagnachmittag nun auf Einladung der örtlichen Grünen den östlichen Bereich der Anlage, in dem ein „Tiny Houses Park“ angedacht ist. Kleinwohnformen, Container, Modulhäuser, Zirkus- und Bauwägen oder Leichtbauten auf Stützen angrenzend an den Sennfelder See zum Leben und Arbeiten. Ein barrierefreier Fußweg und eine bestehende Treppe führt vom Kulturgelände hinunter zu einer bestehenden gefliesten Badesstelle – wo viele Sennfelder und Schweinfurter Bürger damals das Schwimmen gelernt haben. Ebendort stellen sich die Projekterfinder einen bewaldeten „Dorfstrand“ vor, also eine Art Sommer-Erholungs- und Erlebnisraum für die Sennfelder und auch andere Bürger, bewirtet von Khalil Abdel Rahman und seinem Team. Wer in letzter Zeit am „Ellershäuser See“ war, kann sich vorstellen, was hier ortsnah möglich ist.

In Mehlmeisel unweit von Bayreuth im Fichtelgebirge gibt es so ein Tiny House Village bereits. Auch für Sennfeld ist angedacht, im östlichen Teil des Kulturgeländes im Uferbereich zunächst sieben oder acht solche temporären Minihäuser zu errichten und zum See hin drei oder vier Baumhäuser als Leichtbau. Alles anschließbar an die vorhandene Kanalisation, versehen mit Strom, natürlich mit Heizung. Zum dauerhaften Bewohnen und Leben und teils auch für Naturtouristen und Urlauber zum Mieten. Um die 15 Interessenten aus Schweinfurt und Sennfeld gibt es bereits. Und eine größere Freifläche hinter zwei bestehenden Häuschen, in denen man beispielsweise eine Gemeinschaftsküche einrichten könnte und Platz für Duschen, Waschmaschinen und Hausanschlüsse hat.

BEWERBUNG_KULTURGELÄNDE°Sennfeld_K

Tiny Houses, also Minihäuser sind in der Regel ca 15 qm groß, es gibt etwas komfortablere, man kann sie aber auch addieren und miteinander kombinieren – je nach Platzbedarf und Familiensituation. Inszwischen gibt es viele Firmen und Handwerker, welche sich auf diese innovative Minihäuser spezialisiert haben. Es wurde sogar schon ein Architektenpreis für so ein Minihaus vergeben. Einen Seecontainer kann man ab 1500 Euro erwerben und sofern handwerklich begabt auch selbst ausbauen und schon ab 10.000 Euro eine Unterkunft erschaffen. Einen mittleren fünfstelligen Betrag sollte investieren, wer zumindest ein kleines bisschen individuellen Luxus haben möchte – in so einer kleinen „Bude“. Auch die Gemeinde könnte als Projektpartner Tiny Houses erwerben und selbst vermieten.

Momentan läuft noch die Machbarkeitsstudie mit Berücksichtigung dieser Projektidee „Experimentelle Kulturgelände mit Tiny Houses Park“. Die „temporären“ Häuser sind für das prognostizierte Überschwemmungsgebiet HQ100 und „Hochwasser-Risiko-bewusstes Planen und Bauen“ ausgelegt. „Aber an Hochwasser dort auf dem Gelände kann sich kein Sennfelder mehr erinnern“, sagt Architekt und Stadtplaner Andreas Unser, federführend in Sachen des Projektes. Das liege zwischen den Zentren von Sennfeld und Schweinfurt, beides gar per Fuß in 15 Minuten erreichbar – weshalb das neue „Experimentelle Wohngebiet“ ideal sei für naturverbundene Berufstätige, die hier oder da arbeiten. Man denkt daran, selbst Energie zu erzeugen, durch die Sonne, Wärmepumpen mit Geothermie, mit Biogas durch Gartenabfälle.

„Leben und Lernen in natürlichen Regelkreisen“, nennt Andreas Unser das alles, was auf der ehemaligen Erholungsanlage entstehen könnte. Nach der Präsentation der Machbarkeitsstudie wird der Sennfelder Gemeinderat und seine Bürger entscheiden, wie das im „Dornröschenschlaf“ liegende Gelände künftig genutzt wird. Die nationale Resonanz in Mehlmeisel auf einem ehemaligen Campingplatz zeigt, dass Sennfeld mit einem „Tiny Houses Park“ sowie dem „Experimentellem Kulturgelände“ wohl definitiv sogar bundesweit für Aufsehen für „Zukunftsdörfer“ und „experimentelle Baukultur“ sorgen könnte.

Kontakt für Interessenten:
PlanEden@online.de oder 0179/7482086 Bruni Käser

Aufmacherbild: Tiny House Village Mehlmeisel
www.tinyhousevillage.de

INFO: Das Tiny House Netzwerk trifft sich am 1.März 2020 um 17 Uhr im Natur- und Kulturfreundehaus Sennfeld bei Khalil

Rita Weber vom Ortsverband der Grünen in Sennfeld hat den gesamten Nachmittag zusammengefasst:

„Zukunftsideen brauchen Raum und Menschen, die sich auf den Weg machen, um sie zu verwirklichen.“ So könnte die zentrale Botschaft der GRÜNEN und Aktiven BürgerInnen für Sennfeld lauten. Sie hatten zu einem öffentlichen Spaziergang durch Sennfeld eingeladen und an ausgewählten Plätzen einige ihrer kommunalpolitischen Zukunftsideen vorgestellt.

„Wir hoffen, dass die Reaktivierung der Bahnstrecke Schweinfurt-Gerolzhofen-Kitzingen tatsächlich gelingt. Die Chancen stehen derzeit gut, da viele Menschen inzwischen die Bedeutung der Strecke erkannt haben und sich für eine Reaktivierung stark machen“, erklärte Eugen Morlang am Bahnübergang in der Handwerkerstraße. Würde die noch existierende Schienenverbindung ins Hafengebiet wieder nutzbar gemacht und eine Schienenverbindung über die Maxbrücke in die Stadt hinein geschaffen werden, wäre das ein zusätzlicher Gewinn – unter anderem auch für die immer größer werdende Zahl von Berufspendlern. Eine Direktverbindung zum Hauptbahnhof, der zukünftig auch ICE-Anschluss bekommt, wäre sicherlich auch für Sennfelder attraktiv. Zusätzlich zur Bahnverbindung bliebe die Stadtbusverbindung für Sennfeld laut Landratsamt erhalten. Wo Bahnhaltepunkte in Sennfeld sinnvoll wären, erläuterte Morlang auch mit Hilfe von Bildmaterial.

In der Birkenstraße stellte Olger Schmidt den Zuhörern sein privates Energieprojekt vor, das er 2016 verwirklichte. Mit Hilfe von Photovoltaikmodulen auf dem Haus- und Garagendach, einem 7,5 KWh-Batterie-Speicher und einem 620 l-Wasserspeichers deckt Schmidt in weiten Teilen nicht nur seinen Strom- sondern auch seinen Warmwasserbedarf. Eine intelligente Batteriesteuerung sorge dafür, dass mit dem erzeugten Strom zunächst die Batterieladung und dann die Warmwassererzeugung sichergestellt werde. Nicht selbst benötigter Strom werde ins öffentliche Stromnetz eingespeist und vergütet. Mit einer kleinen Anekdote veranschaulichte Schmidt seine Energie-Unabhängigkeit: „Von einem längeren Stromausfall, den es einmal in der Straße gab, habe ich erst am nächsten Tag erfahren“.

Am alten Bauhof in der Friedhofstraße berichtete Gemeinderätin Helga Jurisch von der grün-aktiven Idee, den Bauhof zukünftig als Ort der Begegnung für BürgerInnen zu nutzen. Jugendtreff, Seniorentreff, ein barrierefreier Raum zum Feiern … .Vieles sei auf dem Gelände mit dem vorhandenen Baubestand möglich. Eine Bürgerin schlug vor, die im Bauhof vorhandene Autowerkstatt für Bürger nutzbar zu machen.

Für einen Unverpackt-Laden in Sennfeld setzt sich Lilan Wolpert gemeinsam mit anderen Menschen im Ort ein. „Im Bamberger Unverpackt-Laden kann man erleben, dass es hier nicht nur um Plastik- bzw. Müllvermeidung sondern auch um einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln und um Begegnung geht. Dort einzukaufen ist ein echtes Erlebnis“, so Wolpert. Verschiedene leerstehende Gewerberäume in Sennfeld böten sich als Standort für einen Unverpackt-Laden an.

Auf dem ehemaligen SKF-Erholungsgelände in Sennfeld endete der Ortsspaziergang. Hier erfuhren die Spaziergänger von Denise Wiederer, dass viele ihrer Ideen in die Machbarkeitsstudie mit eingeflossen seien, die von der Gemeinde Sennfeld für die Platznutzung in Auftrag gegeben worden sei; auch die Idee einer Tiny-House-Siedlung. Gemeinsam mit einer Netzwerkinitiative, in der sich drei Projektpartner zusammengeschlossen haben, engagiert sich Wiederer inzwischen für die Projektverwirklichung auf dem SKF-Platz. Ein Vertreter der Initiative, Architekt Andreas Unser, stellte abschließend Details des Projektes vor. „Der naturnahe SKF-Platz bietet einen idealen Raum für neue Wohnformen im Gleichgewicht mit der Natur, für experimentelle Kultur, für nachhaltige Bildungsarbeit und Gartenbaukultur“, erklärte Unser. Und zeitgleich könne der Platz weiterhin als gemeindlicher Erholungs- und Festplatz genutzt werden.



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