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Investoren für Gewerbeerschließung stehen bereit: Flächen für Einzelhandel, Handwerk und Gewerbe in Schonungens „Tiefen Graben“


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SCHONUNGEN – Es war schon eine beeindruckende Zusammenstellung an Projekten und Themen, mit der die Verwaltung und Gemeinderat in der Großgemeinde Schonungen dieses Jahr beschäftigt war. Bürgermeister Stefan Rottmann zog eine rundum positive Bilanz, auch wenn die Haushaltsdaten keine großen Sprünge zulassen: Man habe mit den finanziellen und personellen Ressourcen die Entwicklung der Großgemeinde best möglichst vorangebracht. „Mit Kreativität und den Blick für Veränderung ist vieles möglich.“, resümiert Rottmann. Gleich zu Beginn seines Vortrags bedankte er sich schließlich auch bei seinem Vorgänger und Altbürgermeister Kilian Hartmann für seine hervorragende und bürgernahe Arbeit.

Es war vor allem ein Jahr des Umbruchs, nicht nur im Hinblick auf den Bürgermeisterwechsel: Einschneidende Fluktuationen mussten in vielen Bereichen der Verwaltung überwunden werden, erklärte Bürgermeister Stefan Rottmann: Veränderungen in der Bauamts-, Standesamts- und bald auch Kämmereileitung sind nur einige der gravierenden Veränderungen der letzten Monaten. Trotz dem Wegfall bewährter und kompetenter Kollegen lautet das Motto mit Blick auf die Großprojekte in der Gemeinde „Business as usual“.


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Vor allem die Beseitigung der Sattler-Altlast mit dem Beginn der Städtebaulichen Neuordnung bindet große personelle Ressourcen. Nach zwölfjähriger Untersuchungs- und Planungszeit wurde heuer im August mit den Sanierungsarbeiten begonnen. Der Städtebau mit einem Fördervolumen von 5 Mio. Euro habe höchste Priorität: Mit den EU-Geldern sollen Parkflächen, Radwege, Straßenneubau, Quartiersplätze, Bachtreppenanlagen, Grünflächen und schließlich auch die Bachverlegung bis 2015 gelingen. Eine Herkulesaufgabe ist das so genannte Spartenprojekt, das sich mit der Infrastruktur im Untergrund (Kanal, Strom, Wasser etc…) auseinandersetzt. Der Bürgermeister will in den kommenden Jahren neben der ständigen Bauüberwachung und Baubegleitung vor allem Imagearbeit leisten: Gespräche mit Investoren sind bereits erfolgsversprechend angelaufen.


Ein neues Gesicht soll der Dorfanger in Forst erhalten: Im Zuge eines Dorferneuerungsprojekts werden Kanal und Hausanschlüsse für 329.000 Euro erneuert – ab kommenden Frühjahr startet die Oberflächengestaltung mit einem Investitionsvolumen von 835.000 Euro. In Reichmannshausen wartet man unterdessen auf die Anordnung der Dorferneuerung: Der Startschuss für das ehrgeizige Seesternprojekt soll noch in diesem Jahr fallen. Ein umfassender Maßnahmenkatalog wurde geschnürt – demgegenüber stehen 630.000 Euro Förderung. Weitere 200.000 Euro erhält die Ideenwerkstatt Seestern mit den fünf Anrainerortsteilen, der auch Löffelsterz angehört. Bürgermeister Stefan Rottmann lenkte den Blick Richtung Hausen: Dort soll das Sanierungsprojekt „Alte Schule“ weiter vorangetrieben werden. Abbrucharbeiten, Trockenbau, Bodenbeläge, Sanitäreinrichtungen, Heizung sowie die Außenfassade sind Teile der Kostenkalkulation. Insgesamt 460.000 Euro sind für die Umgestaltung zu einem modernen Bürgerhaus eingeplant, hinzu kommt die Aufwertung der Außenanlagen. Ähnlich komplex stellt sich die Restaurierung der „Alten Schule“ in Waldsachsen dar, die von engagierten Bürgern angestrebt wird: Derzeit wird eruiert, ob ein Verein zur Erhaltung des Gebäudekomplexes gegründet werden könnte. In absehbarer Zeit sind weitere Dorferneuerungen in Mainberg und Löffelsterz geplant, die vor allem auch wegen der hohen Förderung für Privatmaßnahmen interessant werden dürften. Mit den Bachgärten und dem Abschluss der Kanalbaumaßnahme in der Ludwig-Grobe-Straße konnte im Herzen Schonungens eine „Oase“ geschaffen werden: Beleuchtung, Treppenanlage, Spielgeräte, Baumpflanzungen und Wegebau kosteten dank großartiger Eigenleistung lediglich 51.350 Euro. Ein touristisches Projekt wird mit der Kanuanlegestelle in Mainberg verwirklicht: Die Gesamtinvestition für die Anlegestelle, ein Sonnensegel, Sitzgruppen und Baumbepflanzungen liegen bei 12.614 Euro – einen beachtlichen Beitrag leisten EU-Fördermittel, zeigte sich Rottmann dankbar.

Eine weitere Baustelle liegt im Bereich der gemeindlichen Wohnungen: „Wir wollen den Wohnstandard spürbar erhöhen!“, erklärte Rottmann entschlossen. Eine neue Heizung mit Pellets und Solarunterstützung, moderne Bodenbelägte und Sanitäreinrichtungen sowie energetisch hochwertige Fenster und Türen wurden eingebaut. Die Sanierung der Wohnungen „Hegholz 6“ schlagen mit 336.000 Euro zu Buche, weitere Wohnungssanierungen sollen in den kommenden Jahren angestoßen werden. Als ein „Jahrhunderprojekt“ bezeichnete Rottmann den Neubau der Schule, der mit etwa 5 Mio. Euro veranschlagt ist. Das neue Gebäude soll im Bereich der Realschule „An der Tann“ angesiedelt werden und neben modernen Räumlichkeiten auch einen attraktiveren Pausenhof bieten. Rottmann erinnerte an die Argumente, die für einen Neubau sprächen: Sanierung und Neubau halten sich kostenmäßig die Wage. Der Wegfall von Schranken- und Ampeldienst sowie vieler Busfahrten beispielsweise zum Schwimm- und Sportunterricht wirken sich positiv auf Finanz- und Personalressourcen. Synergien könnten sich beim Heizungsbetrieb, Hausmeister und Grünpflege ergeben. Eine Machbarkeitsstudie für das neu zuplanende Schulgebäude liegt bereits vor, ein Skizzenwettbewerb soll dem Gemeinderat eine Entscheidungsgrundlage für mögliche Gebäudezuschnitte liefern.

Ein wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung der Großgemeinde ist die Bereitstellung von Bauland: Rottmann unternahm mit Hilfe einer Bildpräsentation einen Ausflug zu realisierten oder bereits geplanten Baugebieten in den einzelnen Ortsteilen. Die Nachfrage nach Grundstücken sei enorm: Die Gemeinde ist bemüht Bauland zu schaffen, aber auch Privateigentümer müssten sich bewegen, um die Weiterentwicklung der Gemeinde nicht zu hemmen. Zukünftig müssten große Anstrengungen unternommen werden, um bauwillige Familien in den Ortsteilen zu halten, bzw. um zuzugswillige Familien zu gewinnen. Positiv fällt der Ausblick zur Erschließung von Gewerbeflächen aus: Wie der Bürgermeister mitteilt, liegen seit einigen Wochen konkrete Angebote von Investoren für das knapp 83.000 qm große Schonunger Gewerbegebiet „Tiefer Graben“ vor. Hier stehen noch abschließende Gespräche mit Behörden und schließlich Entscheidungen des Gemeinderats aus – ehe es zur Umsetzung geht. Auch zu den Gewerbeflächen in Abersfeld gäbe es konkrete Anfragen: Das Gewerbegebiet liegt strategisch günstig an der B303. Bis nach Coburg gibt es an dieser Trasse kein gewerbliches Angebot, stellt der Bürgermeister fest.

Als ein wegweisendes Infrastrukturprojekt für die Gemeinde kristallisiert sich der Bahnhaltepunkt heraus, der durch die Deutsche Bahn finanziert werde: Ab März 2014 starten die Baumaßnahmen, so dass Ende 2014 die ersten Züge halten können. Der Breitbandausbau ist seit wenigen Tagen abgeschlossen: Schnelles Internet ist via Richtfunk jetzt auch in den Ortsteilen flächendeckend möglich. Als ehrgeiziges aber vor allem kostspieliges Projekt stelle sich die Situation der Entwässerung in der Gemeinde dar: Der Weiler Rednershof bekommt in Kürze den langersehnten Erstanschluss, der mit 580.000 Euro kalkuliert ist. Die Planung der Kanaltrassen Schonungen-Marktsteinach und dann weiter nach Abersfeld, Waldsachsen und Löffelsterz läuft auf Hochtouren: Derzeit laufen Grundstücksverhandlungen zum ersten Bauabschnitt. Außerdem die Planung des Einmündungsbereichs am Hegholz, das Teil des Spartenprojekts der Sattler-Altlasten ist. Insgesamt müssen alle Medien im Untergrund (Wasser, Strom, Kanal, Gas…) im Zuge der Baumaßnahme zeitweise teilweise provisorisch verlegt werden. Der Aufwand und die Komplexität ist enorm, so dass wöchentlich Besprechungen und Sitzungen stattfinden. Der Windpark am Forster Hardberg nahe Waldsachsen bekommt Zuwachs: Weitere drei Windkraftanlagen wurden im Bereich der Konzentrationsfläche genehmigt, wie Rottmann berichtet. Die Stadtwerke Schweinfurt planen die Übernahme der Windräder und wollen eigens eine Gesellschaft mit Sitz in Schonungen gründen, was sich positiv auf zukünftige Gewerbesteuereinnahmen auswirkt. Insgesamt stehen damit 11 Anlagen auf Gemeindegebiet: Der Gemeinderat ist deshalb bemüht, den Windkraftlehrpfad im Zuge des ausgelobten Windstützpunktes auf dem Hardberg zu installieren. Eine Bewerbung für das Förderprojekt wurde zügig abgegeben.

Eine grundlegende Veränderung soll im Bereich Öffentlichkeitsarbeit durchgesetzt werden: Bestehende Medien wie beispielsweise das „Amtsblatt“ sollen sukzessive Inhaltlich und optisch aufgewertet werden. Ein neuer Name wurde mit dem Titel „Wir sind Neun745drei“ bereits vom Gemeinderat auserkoren. Gleichzeitig sollen „neue Medien“ Einzug halten, um einen größeren Wirkungskreis zu erzielen. Broschüren und Flyer von gemeindlichen Einrichtungen sollen modernisiert, aber auch regelmäßige Befragungen wie kürzlich eine Umfrage im Bereich des Hallenbads durchgeführt werden. Bürgermeister Stefan Rottmann erinnerte an das neue Selbstvertrauen der Großgemeinde, das durch ortsteilübergreifende Projekte wie das Dorffest, die neue Schonunger Weihnacht oder der Faschingsumzug weiter wächst.

Erste Erfolge konnten im Bereich Jugendarbeit erzielt werden: Im Sommer fand ein Jugendforum zu dem der Kreisjugendring und die Gemeinde einlud. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Mitglieder aller Ortsteile kümmert sich fortwährend um die Ideenfindung und Umsetzung von Jugendprojekten unter der Regie von Dipl. Sozialpädagogin und Gemeindemitarbeiterin Christiane Köhler, sowie dem Jugendbeauftragten Stefan Wedlich. Jugendtreffs in Abersfeld und Mainberg konnten nun unter professioneller Begleitung des Kreisjugendrings installiert werden. Auch eine verstärkte Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen konnte erreicht werden. Mit der Gründung einer Bürgerstiftung hat der Gemeinderat den Grundstein für bürgerschaftliches Engagement gelegt: Finanzielle Zustiftungen und Spenden in allen Größenordnungen fließen in unterschiedlichste Gemeindeprojekte zum Wohle der Bürger. Gerade zur Weihnachtszeit könnten so Gelder für gemeinnützige Zwecke vor Ort eingesammelt werden: Informationen halte die Gemeindeverwaltung bereit. Mit dem Sprechersitz liegt in der Großgemeinde Schonungen die Verantwortung über die zukünftige Entwicklung des Schweinfurter Oberlands: In seiner Funktion als Allianzsprecher berichtet Rottmann von unzähligen Projekten und Themen, größte Herausforderung war die Erweiterung mit der Gemeinde Thundorf i.Ufr. sowie dem Markt Maßbach; damit besteht die Allianz aus 22.000 Einwohnern, sowie einer Fläche von 280 Quadratkilometern.

Eine Herzensangelegenheit ist Bürgermeister Stefan Rottmann die Entwicklung der Bevölkerung und Altersstruktur: Durch den Einwohnerschwund sei die lieb gewonnene Infrastruktur (Buslinien, Kindergärten, Grundschule, Hallenbad, etc…) ernsthaft gefährdet. Die Verödung der Ortsteile und Ortskerne könne nicht mehr aufgehalten werden: Hier bestehe gleichzeitig größte Gefahr für die Existenz von Vereinen und Verbänden in der Nachfolge von Vorstandschaften. Zudem könnten sich Bürgerinnen und Bürger auf steigende Gebühren- und Beitragszahlungen einstellen bei gleichzeitig abnehmenden Steuereinnahmen für die Gemeinden durch den Einkommensteueranteil. Eine weitere Folge sind unkalkulierbare Umsatzeinbußen für das örtliche Gewerbe und Fernbleiben von Investoren. In Anbetracht der begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen ist Kreativität gefragt, aber auch die Mithilfe aller Bürgerinnen und Bürger, um eine Trendwende zu erreichen, unterstreicht Rottmann. Bereits im Sommer wurde mit der Überprüfung der Zweitwohnsitze begonnen: Aktuell sucht die Gemeindeverwaltung das Gespräch mit allen privaten Grundstückseigentümern, da es vor allem an erschlossenen Baugrundstücken fehlt, die den Zuzug bzw. Verbleib von Bürgerinnen und Bürgern hindert. Bürgermeister Stefan Rottmann appelliert an alle Hausbesitzer, Wohnungen zu schaffen bzw. Leerstände nahtlos zu vermieten. Gleichzeitig könne jeder Bürger potentielle Neubürger, Investoren und Gewerbetreibende werben. Auch Hinweise von Leerständen und freie Wohnungen sind für das agieren der Gemeinde hilfreich.

Eine Analyse der Einwohnerzahlen zeigt, dass besonders der Hauptort Schonungen vom Einwohnerschwund betroffen ist (-9,8% = -303 Einwohner seit 2000), dagegen zeigen sich die Ortsteile insgesamt sehr unterschiedlich in ihrer Entwicklung, aber insgesamt sehr stabil (-2,5% = -129 Einwohner seit 2000).  Zum Ende seines Bildvortrags unterstrich Rottmann die Absicht, Wachstum, Fortschritt, Belebung und Zusammenhalt in allen Ortsteilen zu erreichen. Die Großgemeinde, als zweitgrößte und flächengrößte Gemeinde sei einzigartig und hat jede Menge zu bieten, so Rottmann. Selbstbewusst solle Schonungen nach außen hin verkaufen und am Image weiter arbeiten: Dazu kann jede/r Bürgerin und Bürger beitragen.


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