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Kampf der Produktpiraterie: Schaeffler zerstört 26 Tonnen Wälzlager-Plagiate


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SCHWEINFURT – Wälzlager verschiedenster Bauarten und Größe werden vom Greifarm des Baggers unter lautem Getöse in die Schrottpresse befördert. Heraus kommen die Lager zerhackt und zerbrochen oder zumindest soweit beschädigt, dass sie für eine weitere Verwendung unbrauchbar sind. Den Großlagern mit einem Außendurchmesser von über einem Meter, vor denen selbst die Schrottpresse kapituliert, rückt man mit dem Schneidbrenner zu Leibe. Es handelt sich bei allen Lagern um gefälschte Produkte mit den Markenaufdrucken INA und FAG, die bei Razzien sichergestellt wurden. Das Ziel der Aktion: die Lager unbrauchbar zu machen.

Nach einer spektakulären Aktion im Jahr 2007, bei der rund 40 Tonnen gefälschte Lager auf dem Schaeffler-Werksgelände in Schweinfurt zerstört wurden und zahlreichen weiteren Vernichtungsaktionen weltweit, sind es diesmal rund 26 Tonnen gefälschte Lager im Nominalwert von über einer Million Euro, die auf dem Gelände der INTERSEROH Franken Rohstoff GmbH in Schweinfurt vernichtet werden. Die Plagiate stammen zum Großteil aus Razzien bei Lager-Händlern in Europa, unter anderem aus Italien und Großbritannien. Aber auch gefälschte Lager aus Deutschland sind dabei: „Marken- und Produktpiraterie ist kein Phänomen, das sich auf China oder Südosteuropa beschränkt. Es findet auch hier vor unserer Haustür statt“, so Ingrid Bichelmeir-Böhn, Leiterin des Global Brand Protection Teams bei Schaeffler. „Es sind nicht mehr nur gefälschte Luxus- oder Konsumgüter, die den deutschen und europäischen Markt überschwemmen, sondern zunehmend auch sicherheitsrelevante Industrieprodukte wie Wälzlager“. Die bei dieser Aktion verschrotteten Spindel-, Pendelrollen-, Kugel- und Nadellager stellen nur einen Teil der beschlagnahmten Fälschungen dar. Der Großteil wurde jeweils vor Ort unter Aufsicht der jeweiligen Landesbehörden entsorgt.


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Die Fälschung von Wälzlagern und der Handel damit wird von Schaeffler weltweit konsequent verfolgt und zur Anzeige gebracht: Zum einen drohen zivilrechtliche Ansprüche auf Unterlassung, Schadensersatz und Herausgabe der Fälschungen zur Vernichtung, zum anderen aber auch die strafrechtliche Verfolgung, ggf. verbunden mit einer Geld- und/oder Freiheitsstrafe. Der wirtschaftliche Schaden, der dem Unternehmen durch die Fälschungen entsteht, ist schwer zu beziffern. Denn neben den entgangenen Verkaufserlösen und dem Imageschaden durch die minderwertige Ware entstehen enorme Kosten für Ermittlung, Sicherstellung und fachgerechte Entsorgung der Lager.

Geschädigt werden aber nicht nur die Unternehmen, die Markenwaren herstellen und aufwändig Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung betreiben, sondern auch Firmen, die solche gefälschten Teile einbauen, und deren Kunden. Ein aktueller Fall aus der Schweiz beweist erneut, dass der Ausfall eines Wälzlagers als sicherheitsrelevantes Teil in Anlagen und Maschinen erhebliche Schäden auslösen kann. Aufgrund einer Kundenreklamation stellte sich bei einem Schweizer Unternehmen heraus, dass bei der Reparatur einer Maschine ein gefälschtes Zylinderrollenlager eingebaut wurde. So kam es bereits nach einem halben Jahr trotz regelmäßiger Wartung zum Heißlauf. Dieser wurde zwar vom Kunden rechtzeitig bemerkt, dennoch wurden Reparaturkosten in Höhe von rund 17.000 € verursacht, die den Lagerwert um ein vielfaches übersteigen.

Verbände wie z. B. die World Bearing Association (www.stopfakebearings.com), der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V. (www.markenpiraterie-apm.de) oder das Quality Brands Protection Committee (www.qbpc.org.cn) tragen dafür Sorge, dass die Öffentlichkeit über Risiken, die durch den Einsatz gefälschter Industrieprodukte entstehen, informiert wird und arbeiten mit den zuständigen Behörden zusammen mit dem Ziel, rechtliche und organisatorische Voraussetzungen zu schaffen, um gegen Fälschungen effektiv vorzugehen und dadurch Hersteller und Kunden zu schützen. Generell gilt die Aufforderung von Ingrid Bichelmeir-Böhn, Ware nur aus 100-prozentig sicherer Quelle zu beziehen, sprich vom Hersteller und autorisierten Vertragshändlern. Im Fall von möglichen Unsicherheiten, die bei Händlern und Kunden im Rahmen von Eingangskontrollen aufkommen, stehen Ingrid Bichelmeir-Böhn und ihr Team unter piraterie@schaeffler.com zur Verfügung.

Schaeffler ist mit seinen Produktmarken INA, LuK und FAG ein weltweit führender Anbieter von Wälz- und Gleitlagerlösungen, Linear- und Direktantriebstechnologie sowie ein renommierter Zulieferer der Automobilindustrie für Präzisionskomponenten und Systeme in Motor, Getriebe und Fahrwerk. Die global agierende Unternehmensgruppe erwirtschaftete im Jahr 2012 einen Umsatz von rund 11,1 Mrd. Euro. Mit rund 76.000 Mitarbeitern weltweit ist Schaeffler eines der größten deutschen und europäischen Industrieunternehmen in Familienbesitz. Die Sparte Industrie liefert über eine weltweit marktnahe Organisation und Anwendungsberatung Komponenten und Systeme für rund 60 verschiedene Industriebranchen. Das Portfolio umfasst über 225.000 Produkte und reicht von millimetergroßen Miniaturlagern z. B. für Dentalbohrer bis zu Großlagern mit einem Außendurchmesser von mehreren Metern, z. B. für Windkraftanlagen.

Auf dem Foto (Bild: Schaeffler)
* Gefälschte Wälzlager verschiedener Bauarten und Größen mit einem Nominalwert von über einer Million Euro wurden bei der Firma Interseroh verschrottet.



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