Home / Lokales / Kann Stephan Kuserau Oberbürgermeister? – Auftaktveranstaltung der Schweinfurter SPD-Wahlkampfabende: Flugzeug oder Auto? Ché Guevara oder Willy Brandt? ERV oder FC 05?

Kann Stephan Kuserau Oberbürgermeister? – Auftaktveranstaltung der Schweinfurter SPD-Wahlkampfabende: Flugzeug oder Auto? Ché Guevara oder Willy Brandt? ERV oder FC 05?


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SCHWEINFURT – Kann Stephan Kuserau Oberbürgermeister? Nach der über eineinhalbstündigen Auftaktveranstaltung zu einer ganzen Reihe von Stadtteilveranstaltungen der SPD Schweinfurt im Oberndorfer Feuerwehrhaus ist das Fazit positiv. Rhetorisch hat er sich gut geschlagen, sich als ausgeglichene Führungspersönlichkeit präsentiert und einige gute Gedanken durchblitzen lassen.

Beispiel ausgeglichene Führungspersönlichkeit: Auf die Frage von Moderator Christian Schwarz, was ihm lieber sei, der ERV oder der FC 05 antwortet der 42-jährige „Shooting-Star“ der SPD souverän. „Da würde ich mich für gar nichts entscheiden!“, lautet die salomonische Antwort von ihm, die weder Eishockey– noch Fußballfans verärgert. Geschickt positioniert sich der Referent des Gesamtbetriebsrates von Schaeffler als „Anpacker“, einer der Punkte, die Amtsinhaber Remelé habe liegen lassen, lösen will: Im Bereich Soziales, Gemeinsinn, Fortschritt und demokratische Teilhabe. Oberpunkte, die die SPD in diesem Kommunalwahl mit einer Plakatserie anprangert. „Ich will gestalten. Sebastian Remelé hat zu viel verwaltet und zu wenig gestaltet“, meinte er.


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Kuserau Schmidl 1Der studierte Soziologe Kuserau lässt durchblicken, dass er erkannt hat, welche Herausforderung Schweinfurt bevorsteht: Die Konversion durch den Abzug der Amerikaner und die Asien-Wachstumsstrategien der Schweinfurter Kugellagerindustrie. Bei beiden Punkten bleibt der zweifache Familienvater aber hinsichtlich seiner eigenen Lösungsvorschläge schwammig; man darf gespannt abwarten, ob er im laufenden Wahlkampf noch klarere Worte findet. Als ehemaliger Flugzeugbauer und Vertreter von 27 Schaeffler-Standorten hat er in die Strategien der Großindustrie von Haus aus vertieften Einblick.


Auffällig war sein Zusammenspiel mit Fraktionsmitgliedern im Rahmen der Veranstaltung. Während der Amtsinhaber traditionell über seiner Fraktion schwebt und mit der Verwaltung der Partei die Linie vorgibt, könnte bei der SPD eine andere Rollenverteilung vorherrschen. Bei zahlreichen Punkten schalteten sich Fraktionsmitglieder, vor allem Altstadtrat Dr. Herbert Wiener in die Debatte ein und zeigten so symbolisch, dass die Fraktion ein Wörtchen mitsprechen will. Stephan Kuserau war in Kuserau Schmidl 3diesen Momenten nicht mehr so präsent. „Besser leise und mit Argumenten! Ab und an muss man aber auch laut werden, sonst wird man nicht gehört“, hatte der gebürtige Konstanzer sein Führungsverständnis verraten. Gut denkbar also, dass er im Laufe des Wahlkampfes die mächtige Fraktion besser hinter sich sammeln kann, als es an diesem Abend gelang.

Es gab zahlreiche Fragen zu Themen, wie der Baumschutzverordnung, dem Nahverkehr in Schweinfurt, der Willkommenskultur, dem KKG und dem Ausbau von sozialen Einrichtungen in Schweinfurt. Der ehemalige Direktor des Schweinfurter Amtsgerichtes Günther Siebenbürger fiel mit launigen Fragen auf. Für Verwunderung sorgte der Beitrag des Grünen-Stadtrates Roland Schwab (nun Schweinfurter Liste), der die Willkommenskultur in Schweinfurt hinterfragte und in Richtung Kuserau  äußerte, ob er als „Reingeschmeckter“ diese Vorbehalte auch gespürt habe. Letzterer ließ den Einwand souverän verpuffen und lobte die Schweinfurter stattdessen dafür, dass sie ihm bislang so viel positive Kuserau Schmidl 4Resonanz entgegengebracht hätten. Er sei als Bewohner des Zürch seit zwei Jahren mit dem Herzen in Schweinfurt verwurzelt und habe auch seine familiären Wurzeln in der Region: Der Urgroßvater war Oberbürgermeister von Gerolzhofen gewesen, der Opa dort aufgewachsen.

Weitere interessante Fragen und verblüffende Antworten: „Ché Guevara oder Willy Brandt?“ Kuserau, ehemaliger Mitarbeiter der Willy-Brandt Stiftung,  entschied sich natürlich für letzteren, verriet aber dabei, dass er an der kubanischen Universität in Havanna Spanisch gelernt habe.  Kirche oder Frühschoppen? Als ehemaliger Ministrant habe er den Frühschoppen vor der Messe immer sehr genossen, so dass ihm die Antwort auch leicht fiel. „Fastfood oder Schlachtschüssel?“ Die Frage würde jeder OB-Kandidat sicher gleich beantworten. Last, but not least: Flugzeug oder Auto? Kuserau besitzt kein Privatauto, sagte er sei viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Als Flugzeugbauer müsse er daher die Antwort geben: Flugzeug.

Aus Oberndorf mit Text und Fotos: Christopher Richter für inundumsw.de


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