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Kein Geld mehr für die Panzer der Saudis: Sennfeld und Gochsheim haben einen Plan für die Energiewende und starteten nun ein Energiekonzept


Johanniter Hausnotruf

SENNFELD – Einen „Plan für die Energiewende“ haben laut der Pressemitteilung die beiden Nachbargemeinden Sennfeld und Gochsheim. Vielleicht auch deshalb stellten die beiden Bürgermeister Emil Heinemann und Wolfgang Widmaier zusammen mit Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Nordbayern im gleich neben dem Plan gelegenen Sennfelder Rathaus den Medien am Montag das Energiekonzept vor, für das nun offiziell der Startschuss erfolgt ist. Kurz zusammengefasst: Sennfeld und Gochsheim wollen nach Schwebheim als dritte Gemeinde des Schweinfurter Mainbogens ihr Chancen im Bereich der Energiewende untersuchen lassen.

Die beratende Energieagentur, die ihren Sitz in Nordbayern hat, verspricht den Kommunen dabei nach einer grundsätzlichen Analyse eine Bestandsaufnahme und will gegen Jahresende 2013 dann konkrete Vorschläge machen. Es geht um Energieeffizienz, Einsparungen und natürlich das Thema Wende. Erzeugungspotenziale für Wind, Sonne, Wasser und Biomasse möchte die Energieagentur aufzeigen. „Dabei wollen wir die Bürger so weit wie möglich mitnehmen“, verspricht Ruckdeschel. Im April, spätestens Mai soll eine Auftaktveranstaltung dazu stattfinden. „Weil es in vielen Orten Menschen gibt, die für diese Thematik Leidenschaft mitbringen“, weiß er.


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Die Energiewende sei „die Chance des Jahrtausends“, sagt Ruckdeschel und vergleicht sie mit dem Bau der Eisenbahn in Oberfranken. Weil die Energieerzeugung nun wieder zurück in die Region kommen könnte. 2000 Euro pro Kopf und Jahr gibt jeder Menschen bei uns im Schnitt für Energie aus. „Das Geld fließt bisher aus der Region ab nach Russland, Saudi-Arabien oder Lybien. Es kommt nur dann zurück, wenn die Saudis Panzer bei uns bestellen“, vergleicht Markus Ruckdeschel bitterböse. Doch künftig soll das wieder anders sein.


Wobei Sennfeld und Gochsheim schon einiges tun: In Gochsheim gibt es schon jetzt fünf Blockheizkraftwerke, vor 13 Jahren beim Neubau des Rathauses dachte man an energiesparende Maßnahmen. Das Restholz aus den 376 Hektar Gemeindewald verkauft Gochsheim nicht mehr billig, sondern lässt Hachschnitzel produzieren und erzeugt damit jährlich 600.000 kWh. 1,6 Millionen kWh sind es gar durch Photovoltaikanlagen. Sennfeld, mit seinen vier Industriegebieten natürlich Energiefresser, bezieht Grünstrom aus Wasserkraft von der Schweinfurter Cramermühle, begann vor 15 Jahren schon mit Energiesparlampen auf den Straßen, dimmt im Baugebiet Rempertshag nachts sparend das Licht. PV-Anlagen auf diversen Ligenschaften gibt es, ein Blockheizkraftwerk im Familienschwimmbad. In der Freizeitanlage wird das Brauchwasser durch die Sonne geheizt. Beide Gemeinden planen nun für den jeweiligen Lärmschutzwall an der Autobahn weitere Photovoltaikanlagen.

Übrigens: Mit Grafenrheinfeld, Röthlein und Grettstadt machen drei der sechs Mainbogen-Gemeinden (noch) nicht mit beim Energiekonzept. „Wir sehen uns in der Vorreiterrolle und wollen die ein oder andere Kommune anstecken“, sagt Sennfelds Bürgermeister Emil Heinemann. 26.000 Euro kostet für seine Gemeinde das beauftragte Energiekonzept, Gochsheim muss 28.000 Euro zahlen. Doch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten übernimmt 75 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten. „Unsere eigenen Kosten wollen wir dann durch Einsparungen abdecken“, so Heinemann, der glaubt: Für beide Gemeinden geht das Konzept finanziell ganz schnell auf.

Unser Bild zeigt Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Nordbayern GmbH (links) zusammen mit den beiden Bürgermeistern Wolfgang Widmaier (Gochsheim, Mitte) und Emil Heinemann (Sennfeld), der hier das Blockheizkraftwerk im Keller des Sennfelder Rathauses vorstellt.



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