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„Kippenfreie Altstadt“: Mehr als 70 Gerolzhöfer lesen weggeworfene Zigarettenreste auf


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GEROLZHOFEN – „Finger weg von Kippen“, ermahnen Eltern ihre Kinder. „Ran an die Kippen“, hieß es dagegen am Sonntag in der Gerolzhöfer Altstadt. Die Naturgucker und Matschzwerge der örtlichen Jugendgruppe des BUND Naturschutz hatten gerufen – und viele kamen, um weggeworfene Zigarettenreste von Straßen und Plätzen aufzusammeln.

Initiatorin Ute Höfner und ihr Team staunten nicht schlecht, als sie um 17 Uhr am Marktplatz in die Runde blickten. Mehr als 70 Kinder und Erwachsene waren bei strahlendem Sonnenschein zusammengekommen, um sich 60 Minuten lang nach jeder Kippe zu bücken. Sie wurden schnell fündig, ja, die zur Verfügung gestellten Behälter erwiesen sich oft als zu klein für all den giftigen Müll.


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Mit Eifer waren vor allem die Kinder bei der Sache und wunderten sich immer wieder, wo überall der Abfall lag: Kippen in den Fugen des Kopfsteinpflasters, Kippen in den Rinnsteinen, Kippen um Bänke herum – wo oftmals auch Abfalleimer stehen -, Kippen in Hecken und Gebüschen.


Als sich nach einer Stunde alle wieder auf dem Marktplatz trafen, um ihre Behälter abzuliefern, war das Ergebnis ebenso beeindruckend wie erschreckend: Rund drei Kilogramm an Zigarettenresten waren innerhalb kurzer Zeit zusammengekommen. “Das dürften rund 36.000 Zigaretten gewesen sein“, schätzte Ute Höfner, nachdem die Organisatoren den Abfall gewogen hatten.

Wieviel Gift in den Kippen steckt, verdeutlichen die Statistiken. Nicht nur, dass herkömmliche Zigarettenfilter aus Kunststoff bestehen, in ihnen sammeln sich zahllose Chemikalien an. Von den rund 5,6 Billionen jährlich und weltweit gerauchter Zigaretten – Tendenz übrigens steigend – werden nach Angaben des Magazins biorama.eu etwa 4,5 Millionen achtlos weggeworfen. Unzählige Zigarettenfilter landen nicht nur im Abwassersystem und verseuchen große Mengen an Trinkwasser, sie sind auch eine tödliche Gefahr für Tiere und Menschen. “In Berlin etwa befasst sich der Giftnotruf jährlich rund 250 Mal mit Vergiftungen bei Kindern, die Zigarettenreste verschluckt haben“, sagte Ute Höfner, die am Marktplatz auch Bürgermeister Thorsten Wozniak begrüßen durfte. Der war wie alle überrascht von der großen Anzahl an Helfenden und zeigte sich begeistert von der Aktion „Kippenfreie Altstadt“.

Wer sich einen persönlichen Eindruck verschaffen möchte: Die in einer großen und verschlossenen Box gesammelten Kippen werden am Marktplatz bis zum 2. Oktober zu sehen sein. “Niemandem soll das Rauchen verboten werden, aber Kippen gehören in den Müll und nicht auf die Straße. Und wir würden uns freuen, wenn wir auf diese Weise dazu beitragen könnten, alle für das Thema zu sensibilisieren“, sagte Höfner, ehe sie alle mit einem herzlichen „Dankeschön“ verabschiedete.

Text und Fotos: Matthias Seng


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