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Kuschelburg gesucht, Füttern erlaubt: So wird der Garten im Herbst igelfreundlich


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KREIS SCHWEINFURT – Jungtiere geraten bei der Suche nach einem passenden Winterquartier oft in zeitliche Bedrängnis, da sie mehr mit der Nahrungsaufnahme beschäftig sind und weniger mit dem Bau des Winterquartiers. Die Kreisgruppe Schweinfurt des Bund Naturschutz bittet alle Gartenbesitzer, das Laub liegen zu lassen und den Garten igelfreundlich zu gestalten. Wer draußen zufüttern möchte, kann das jetzt tun. Aber Achtung: Füttern alleine reicht nicht!

Die Tage werden kürzer, die Nächte länger. Unsere dämmerungs- und nachtaktiven Igel haben nun mehr Zeit, sich den überlebenswichtigen Winterspeck anzufressen. „Im Oktober lösen sich die letzten Familienverbände auf und jeder Igel versucht nun allein zurechtzukommen“, weiß Edo Günther, 1.Vorsitzender der Kreisgruppe Schweinfurt. Unerfahrene Jungigel haben aber ihre zeitlichen Probleme mit dem Bau ihrer Kuschelburg. So kommt es häufig vor, dass die Qualität der Winterquartiere um ein Vielfaches schlechter ist, als bei erwachsenen Tieren. „Gut genährt in den Winterschlaf zu gehen ist enorm wichtig, aber ebenso wichtig sind trockene und gut geschützte Winternester“, erklärt Günther.


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Fressen und Kuscheln


Für einen erfolgreichen Winterschlaf braucht es mehr als die – oft zitierte – 500 Gramm Gewichtsgrenze. „Tiere, die kein gutes Versteck besitzen, verwenden ihre vorhandene Energie dafür, die eigene Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Der Teufelskreis ist vorprogrammiert, da untergewichtige Igel bei kalten Temperaturen, ohne Schutzquartier, somit kaum zunehmen können“, erklärt Erich Rößner, stellvertretender Vorsitzender der KG. Doch jeder kann helfen: Gute Schlaf- und Überwinterungsquartiere sind Laub-, Holz- und Steinhaufen mit Hohlräumen. Wer in seinem Garten keine Möglichkeit für einen natürlichen Igel-Unterschlupf hat, kann ein fertiges Igelhaus anbieten und dieses mit viel trockenem Laub befüllen. Das Igelhaus sollte anschließend auch von außen mit Reisig und Laub geschützt werden. „Je wilder und natürlicher sich Igelhäuser in die Umgebung einfügen, umso besser werden sie angenommen“, weiß Rößner.

Füttern alleine reicht nicht

Wer Igel im Herbst unterstützen möchte, kann draußen zufüttern. Gefressen werden gerne Rühreier, Katzenfutter, gekochtes Geflügel oder gebratenes ungewürztes Hackfleisch. Milch dagegen schadet den Tieren. Eine flache Schale mit frischem Wasser sollte in keinem Garten fehlen. Wichtig: Eine Fütterung ohne zusätzlichen Unterschlupf in der Nähe macht keinen Sinn. Futterstellen werden von Igeln gerne angenommen, finden die Tiere dagegen kein Versteck in der unmittelbaren Umgebung, müssen sie bei kühlen Temperaturen weit laufen und verlieren dadurch ihre Energie wieder. Die beste Lösung ist deshalb immer ein Naturgarten, in dem der Igel alleine zurechtkommt.

Igelhilfe – was ist erlaubt?

Der Igel ist eine besonders geschützte Tierart. Es ist nicht erlaubt, die Tiere aufgrund kalter Außentemperaturen im Haus aufzunehmen. Nur kranke und verletzte Igel dürfen häuslich aufgenommen und gepflegt werden. Sobald sich diese Tiere wieder selbst erhalten können, müssen sie unverzüglich in die Freiheit entlassen werden. Ein Durchfüttern von Igeln, über den gesamten Winter hinweg, lehnt der BUND Naturschutz ab. „Sollte ein Auswildern aufgrund des Wetters nicht mehr möglich sein, können Igel auch kontrolliert den Winterschlaf antreten“, erklärt Erich Rößner. Für die Pflege eines hilfsbedürftigen Igels reicht Tierliebe allein nicht aus. Igelfinder sollten sich in jedem Fall die nötige Sachkenntnis aneignen oder im Zweifelsfall fachkundigen Rat einholen.

Mehr Infos hierzu finden Interessierte auf:
www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/igel

Foto: Marcus-Bosch

Gartentipps für den Herbst:

Wilde Ecken voller Leben

Mit der richtigen Pflege kann der heimische Garten zum Jahresende hin zu einem wertvollen Lebensraum für Schmetterlinge, Igel & Co. werden. Der BUND Naturschutz zeigt auf, wie es geht.

Wer ein Herz für Tiere hat, sollte im Herbst seinen Garten nicht blitzblank aufräumen. „Äste und Zweige, die beim Zurückschneiden von Bäumen und Stauden entstehen, können in einer Gartenecke zu einem Reisighaufen aufgeschichtet werden. Darauf kann zusätzlich altes Laub geschichtet werden. Das ist ein idealer Platz für den Winterschlaf der Igel. Aber auch Kröten oder Eidechsen finden hier Schutz und Nahrung“, erklärt Edo Günther von der Kreisgruppe Schweinfurt des BUND Naturschutz.

Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern bestes Vogelfutter. Alte Blüten und Pflanzenstängel bieten außerdem vielen Insekten Möglichkeiten zur Überwinterung. Ebenso hilfreich ist es, ein Stück der Blumenwiese nicht zu mähen und über den Winter stehen zu lassen. Auch das bietet Insekten Überwinterungsquartiere.

Grundsätzlich sollten Hobby-Gärtner*innen besser seltener und später mähen, rät auch Erich Rößner von der Kreisgruppe Schweinfurt. „Wer dem Rasen Zeit zum Wachsen gibt, der fördert Lebensraum für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge. Nektar- und pollenhaltige Wildkräuter wie Klee, Margeriten oder Löwenzahn vertragen keinen häufigen Schnitt. Wer häufig mäht, verhindert die Entwicklung dieser für Insekten wertvollen Pflanzen.“ Der Rasenschnitt kann zusammen mit Laub und zerkleinerten Zweigen als Mulch-Material locker auf Gemüsebeete oder um Beerensträucher gestreut werden. So kommen Wildkräuter nicht hoch und man spart sich das häufige Jäten. Außerdem schützt der Mulchen vor dem Austrocknen des Bodens im Winter.

Im Herbst ist auch die richtige Zeit, um Blumenzwiebeln von Frühblühern im Garten zu verteilen. Insekten wie Bienen oder Hummeln ernähren sich im Frühjahr von Schneeglöckchen, Krokussen, Märzenbechern und Tulpen. Es ist sinnvoll, kleine Frühblüher wie Schneeglöckchen und Krokusse in größeren Gruppen zu setzen. Bei der Aussaat sollten die Zwiebeln etwas tiefer in die Erde eingearbeitet werden – mindestens die doppelte Zwiebelgröße. Im Frühjahr können sie sich dann zu schönen Blütenteppichen entwickeln.

„Dass Laubbläser tabu sind sollte sich mittlerweile rumgesprochen haben“, so Rößner abschließend. „Sie sind nicht nur laut, sondern behindern zudem die Humus- und Nährstoffbildung, da die weggeblasenen Blätter und Äste nicht mehr auf dem Boden verrotten können. Die am Boden lebenden Kleintiere wie Würmer, Insekten, Spinnen und Kleinsäuger verlieren Nahrung und Lebensraum. Außerdem wird die Deck-Schicht entfernt, die den Boden vor Austrocknung und extremer Kälte schützt.“

Info-Material zum „Naturgarten“ gibt es kostenlos in der BN- Geschäftsstelle Schweinfurt unter der Telefonnr. 09721/185353 (AB) oder der Mail schweinfurt@bund-naturschutz.de.

Weitere Infos:
www.bund-naturschutz.de/oekologischleben/naturgarten/laubsauger-und-laubblaeser
www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten


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