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Mit Schlitzohrigkeit werden Gedichte lebendig: Peter Hub bot einen unterhaltsamen Abend im Sennfelder Bürgersaal


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SENNFELD – Einen unterhaltsamen Abend für Jung und Alt bot Peter Hub im Bürgersaal der „Alten Schule“ mit Gedichten, Balladen und Liedern aus der Jugendzeit. Schon (Johann Wolfgang von) Goethe umschrieb Gedichte als „gemalte Fensterscheiben“. Wenn man vom Markt in die Kirche hineinblickt, ist alles düster und dunkel. Nach dem Hereinkommen begrüßt jedoch die heilige Kapelle, wo es „farbig hell ist und Geschicht und Zierat glänzen“.

So erfahren die Zuhörer über Eduard Mörike, dem Dichter von „“Frühling lässt sein blaues Band“, dass Mörike als evangelischer Pfarrer mit 39 Jahren in Rente gegangen ist und sich dann ganz dem „Dichten“ widmen konnte. Hub hebt die Gedichte hervor, die durch die Vertonung zu Liedern bekannt wurden. Dazu zählt er Franz Schuberts „Heidenröslein“, während das Gedicht Goethe verfasst hat.


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Hub spricht den vermutlichen Missbrauch eines jungen Mannes an einer jungen Frau an. Auch im „Erlkönig“, den er mit verschiedenen Stimmlagen der drei handelnden Personen vorträgt, vermutet Hub Hinweise auf „Kindesmissbrauch. Auch zum  „Loreley-Lied“ von Heinrich Heine gibt es eine besondere Geschichte. Da sich die Nationalsozialisten nicht trauten das Lied zu verbieten – Werke Heines waren geächtet -, schrieben sie „Verfasser des Volksliedes unbekannt“. Mit der sächsischen Fassung des Loreley-Gedichtes hatte Hub dann die Lacher auf seiner Seite.


Mit Mimik und Gestik setzt Hub seine Gedichte eindrucksvoll in Szene und zieht mit seinem faszinierenden Spiel seine Zuhörer und Zuschauer in den Bann. So spielt Hub Theodor Fontanes Gedicht, „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ einschließlich Birnbaum. Bei „Arm Kräutchen“ von Joachim Ringelnatz schlüpft Hub in einen alten Mann, an dem alles vorbeizieht und dem das Leben nichts mehr bietet.

Als „armer Sauerampfer, sah er niemals einen Dampfer“. Auch das „Windgespräch“ von Morgenstern erfüllt Hub mit Leben, wenn sich in Sennfeld der um die ganze Welt gereiste „Passat“ und der „Lokalwind“ begegnen.

Mit schlitzohrigen Spielweise oder mit  ruhigem Vortrag, schlüpft Hub gekonnt in die Gedichte hinein und erweckt sie zu prallem Leben. So motivierte Hub seine Zuhörer, mal einen Gedichtband wieder in die Hand zu nehmen und sich an den farbig und lebendig beschriebenen Ereignissen  zu erfreuen.

Auf dem Bild: Mit Heinz Erhardt und seinem Gedicht vom Liebeskummer verabschiedete sich Peter Hub. Er spielt die Szene, wo sich Erhardt mit einem Sprung in den Bach das Leben nehmen will – „der Bach ist jedoch viel zu flach!“.
Foto: Klemens Vogel


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