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Moderner Verkehrsrechner überwacht 67 Ampelanlagen Schweinfurts: Das neue Superhirn der Stadt steht im Theater-Keller


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SCHWEINFURT – Rund 20.000 Besucher werden am 20. Juli ins Willy-Sachs-Stadion kommen, um sich das Livekonzert der Toten Hosen anzuschauen. Nach Beendigung strömen alle Fans zurück zu ihren Autos. Droht ein Verkehrschaos rund um den Volksfestplatz? Ganz auszuschließen ist das sicherlich nicht. Doch die Stadt Schweinfurt kann ihre Ampelanlagen rund um das Gelände derart programmieren und steuern, dass zu diesem Zeitpunkt an den Hauptverkehrsströmen die Pkws längere Grün-Phasen genießen können. Den neuen Verkehrsleitrechner dazu stellten die Verantwortlichen der Stadt und des Staatlichen Bauamtes nun vor.

Und das an einem höchst ungewöhnlichen Ort: Nämlich im zweiten Untergeschoss des Theaters. Warum dort? „Das ist historisch gewachsen. Vor 20 Jahren war das ein zentraler Platz“, erklärt der heutige Tiefbauamt-Leiter Christof Klinger den Grund, warum die Stadt sich 1992 ein Prozessrechner-System an dieser Stelle einbauen ließ. Die Firma Siemens tauschte nun den robusten, aber auch viel größeren Rechner nach 21 Jahren in ein hochwertiges, kleineres Gerät („SITRAFFIC Scala“) aus dem Windows-Zeitalter aus. „Es ist ein Hochleistungsrechner. Der alte kam in die Jahre“, weiß Oberbürgermeister Sebastian Remelé. „Die Störanfälligkeit war hoch und es waren keine Ersatzteile mehr zu bekommen. Technik und Software sind jetzt auf dem neuesten Stand“, ergänzt Baureferent Jochen Müller. Immerhin gilt Schweinfurt mit seinen über 50.000 Einwohnern und weiteren 50.000 beruflichen Pendlern verkehrstechnisch als Großstadt.


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220.000 Euro kostete die Investition, von der die Stadt mit zusätzlichen 45.000 Euro vom Freistaat geförderte zwei Drittel trägt, also nur 100.000 Euro selbst aufbringen muss. Zwei Prozent bezahlt der Freistaat Bayern, aufgrund einer Ampelanlage über die Bahngleisen bei Sennfeld an einer Staatsstraße. Rund ein Drittel übernimmt die Bundesrepublik Deutschland über das Staatliche Bauamt, weil 30 Ampelanlagen an Bundesstraßen liegen. Insgesamt sind 67 der 78 Ampelanlagen im Schweinfurter Stadtgebiet an den Rechner angeschlossen.  „Es ist das neue Superhirn der Stadt“, sagt Müller. Vom Theaterkeller aus, aber auch von der Zentrale des Tiefbauamtes in der Bodelschwinghstraße kann der Rechner gesteuert werden. Die Stadtwerke überwachen ihn zudem 24 Stunden am Tag. Und auch Siemens hat einen Zugriff darauf. Störmeldungen erreichen sofort die Leitstelle.


Das flexiblere Eingreifen ist ein weiterer Vorteil. Ebenso die Erweiterungsmöglichkeiten. „Man kann zentral Daten erfassen und verwalten, Meldungen archivieren und vielleicht auch mal angesichts der Verkehrsentwicklung sich vom Rechner Signalpläne ausarbeiten lassen“, erklärt Volker Grießmann, Vertriebsleiter Bayern bei Siemens. „Eine Vision wäre“, sagt Jochen Müller, „dass man als Autofahrer über eine App auf das Obertor schauen kann, um zu sehen, ob die Verkehrswege dort an einem Freitag verstopft sind, weil bei Regen alle Leute mit dem Wagen unterwegs sind. Dann nimmt man einfach eine andere Strecke..“, so der Baureferent. Eine Art Verkehrsmanager könnte der neue Rechner werden. Was er schon jetzt kann: 28 Ampeln im Stadtgebiet derart mit Informationen versorgen, dass die öffentlichen Linienbusse beim Verkehrsfluss bevorrechtigt werden.

Binnen zwei Tagen im März wurden alle 67 Ampelanlagen an den neuen Verkehrsrechner angeschlossen. „Jetzt könnten wir sofort in den städtischen Verkehr eingreifen. Aber das wollen wir den Schweinfurtern nicht antun“, lacht Christof Klinger beim Pressetermin und bringt das folgende Beispiel: Wenn man bei der Steuerung am Mittag auf das Nachtprogramm umschalten würde, „dann bricht der Verkehr sofort zusammen“. Ein Mal pro Woche indes kommt es an Ampelanlagen in etwa zu Störungen. Die letzten Tage erst wurden zwei Ampeln bei Unfällen umgefahren. Kurios sei es einst mal gewesen, als eine Ampel nach einem Crash umgeknickt war, die Elektronik aber trotzdem noch funktionierte. Dann nämlich kommt es zu keiner Störmeldung.

Unsere Bilder zeigen u.a. Oberbürgermeister Sebastian Remelé bei der Besichtigung des neuen Rechners sowie Siemens-Servicetechniker Simon Arends (links) und den Siemens.Vertriebsleiter Bayern Volker Grießmann.


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