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Rentenkürzung und Niedriglohn: DGB Schweinfurt-Würzburg warnt vor Altersarmut in Schweinfurt


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SCHWEINFURT – Nach aktuellen Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) muss jeder siebte Vollzeitbeschäftigte in Schweinfurt künftig mindestens 47 Jahre lang arbeiten, um eine Rente zu bekommen, die knapp oberhalb der Grundsicherung liegt. Diese dramatische Entwicklung hat zwei Gründe: In Schweinfurt arbeiten 14 Prozent der Vollzeitbeschäftigten – 5.325 Menschen – zu einem Lohn unterhalb der Niedriglohnschwelle von 1.890 Euro im Monat. Zudem soll das Rentenniveau nach den Plänen der Bundesregierung von heute knapp 50 bis auf 43 Prozent sinken.

Altersarmut wird dadurch auch eine Gefahr für Normalverdienende. Die Durchschnittsrente lag im Zugangsjahr 2012 in Schweinfurt bei nur 1017 Euro (Männer) bzw. 471 Euro (Frauen). Wenn das Rentenniveau von 43 Prozent schon heute gelten würde, läge die durchschnittliche Rente nur noch bei rund 874 Euro (Männer) bzw. 405 Euro (Frauen). Eine gefährliche Entwicklung, wie Frank Firsching, Vorsitzender der DGB-Region Schweinfurt-Würzburg feststellt: „Es ist ein Skandal, dass ein Siebtel der Vollzeitbeschäftigten in Schweinfurt mit Niedriglöhnen abgespeist wird. Genauso unverantwortlich ist die Senkung des Rentenniveaus, weil nicht nur Geringverdienende, sondern auch Normalverdienende dadurch in die Altersarmut abrutschen. Bei einem Rentenniveau von 43 Prozent würde die Durchschnittsrente in Schweinfurt deutlich unter der Grundsicherung landen. Ein solcher Sturzflug der Rente kann und muss verhindert werden. Wir brauchen dringend einen Politikwechsel, um eine Welle von Altersarmut zu vermeiden.


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Das DGB-Rentenmodell zeigt, dass die Sicherung der Renten finanzierbar ist. Der Rentenbeitrag muss dazu bis zum Jahr 2030 nicht einmal höher steigen, als es vom Gesetzgeber ohnehin geplant ist. Es kommt aber entscheidend darauf an, noch in diesem Jahr die Anhebung des Beitragssatzes zu beschließen und eine Demografie-Reserve aufzubauen. Dafür reichen schon moderate Beitragssteigerungen von jährlich maximal 0,3 Prozentpunkten aus. Durchschnittsverdienende müssen dafür jedes Jahr lediglich 4,05 Euro mehr im Monat auf- bringen. Dagegen ist der Plan der Bundesregierung, die Rücklagen der Rentenversicherung aufzulösen, angesichts der älter werdenden Gesellschaft geradezu absurd.


Es ist also nötig und möglich, weitere Rentenkürzungen zu verhindern und die Erwerbsminderungsrente spürbar aufzubessern. Sogar die Erhöhung des gesetzlichen Rentenalters könnte nach unserem Finanzierungskonzept zumindest ausgesetzt werden. Auch dies ist dringend notwendig, denn in Schweinfurt sind nur 11,1 Prozent der 64-Jährigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt“, sagt Firsching.


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