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Resolution der Grünen für eine wiederbelebte Steigerwaldbahn: Auch Papst Franziskus fordert Vorrang für den ÖPNV


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SCHWEINFURT / GEROLZHOFEN / KITZINGEN – Bundesweit sind rund 50 einst stillgelegte Bahnstrecken wieder in Betrieb genommen worden – in großer Mehrheit mit Erfolg, 13 wiederbelebte Strecken übertrafen die prognostizierten Fahrgastzahlen sogar deutlich. Was in vielen Regionen Deutschlands gelungen ist, das erhoffen sich die Grünen für ganz Unterfranken und aktuell in „dieser ganz entscheidenden Phase“ vor allem für die Steigerwaldbahn.

In einer am Wochenende verabschiedeten Resolution fordern PolitikerInnen der Umweltpartei aus Schweinfurt und Kitzingen deshalb „Grünes Licht“ für die Wiederbelebung der 50 Kilometer zwischen Schweinfurt und Kitzingen.


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Die wegen der Klimakrise längst eingeleitete Verkehrswende benötige „unabdingbar auch die Schiene“, erklärt laut Pressemitteilung der Grünen-Kreisrat und stellvertretende Schweinfurter Landrat Thomas Vizl. Die weitgehend intakte Bahnlinie zunächst für den Personennahverkehr wieder ans Netz zu bringen, sei eine Riesen-Chance, die wegen der überwiegenden Vorteile „unbedingt ergriffen werden muss“, so Kreisrat und MdL Paul Knoblach (Garstadt).


Die Resolution ist einstimmiges Ergebnis einer mehrstündigen Online-Konferenz mit der „Mobilität der Zukunft“ als einzigem Thema. Unterzeichnet haben neben zahlreichen Stadt-, Gemeinde- und Kreisräten von Bündnis 90/die Grünen aus beiden Landkreisen auch Aktive des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Für den Umweltverband brach Bruder Julian Glienke vom Kloster Münsterschwarzach eine Lanze für die Wiederbelebung der Steigerwaldbahnlinie. Auch er erinnerte an erfolgreich reaktivierte Strecken etwa in Baden Württemberg und nannte „weiteren Straßenbau nicht mehr verantwortbar“. Das sei im Übrigen ganz im Sinn von Papst Franziskus, der jüngst dazu aufgerufen habe, „dem ÖPNV Vorrang zu geben“.

Für die Grünen ist die Steigerwaldbahn wichtiger Baustein im neuen Mobilitätskonzept von Stadt und Landkreis. Sie trage dem Bewusstseinswandel vieler Bürger Rechnung. Vor allem junge Leute seien nicht mehr wie früher aufs Auto gepolt, sondern hätten die vielen Vorteile von Bus und insbesondere der Bahn erkannt (Vizl: „Wer kann fährt Bahn, wer muss Bus“). Das auch vor dem Hintergrund, dass durch die Spezialisierung auf dem Arbeitsmarkt auch eine verkehrliche Vernetzung mit Nürnberg, Würzburg, Erfurt und Bamberg für Berufspendler an Bedeutung zunimmt. Zudem sei die Region zwischen Main und Steigerwald für Tourismus und Freizeit-Aktivitäten sehr attraktiv.

Eine reaktivierte Steigerwaldbahn bedeute in diesem Sinn eine regelmäßige und attraktivere Anbindung an die wichtigen Schienen-Hauptstrecken. „Durch die Reaktivierung der Steigerwaldbahn und der Mainschleifenbahn in Verbindung mit einem modernen Busnetz und Anrufsammeltaxen für bisher abgehängte Dörfer (Bedarfsverkehre) wird die Region attraktiver für Arbeitnehmer und Unternehmen“, heißt es in der Resolution. Der geforderte Stundentakt erleichtere den Weg zur Schule, Uni und natürlich zu den Firmen. Es würden auch keine Dieselloks fahren – wie von interessierter Seite oft falsch behauptet, sondern Batterie- oder Wasserstoffbetriebene Züge eingesetzt.

Durch die Änderung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes gibt es für das Herrichten der Strecke eine 90 Prozent-Förderung durch den Bund, so dass die Gemeinden von einer wiederbelebten Strecke kaum belastet würden. „Bayern darf kein Bahn-Entwicklungsland bleiben“, heißt es in der Resolution. Die Entwicklungsachse Schweinfurt-Kitzingen werde bei einer Reaktivierung der rund 50 Kilometer auch ökonomisch gestärkt. Die Unterzeichner fordern „alle KommunalpolitikerInnen und Abgeordneten der Region auf, die Reaktivierung der Bahnstrecke zu unterstützen.“

Hier der Wiortlaut der Resolution Steigerwaldbahn:

Wir, Grünen-PolitikerInnen aus den Landkreisen Kitzingen und Schweinfurt und aus der Stadt Schweinfurt, verabschieden folgende Resolution: Grünes Licht für die Reaktivierung der Steigerwaldbahn zwischen Schweinfurt und Kitzingen

Die gefassten Beschlüsse der Kreistage in Kitzingen und Schweinfurt und des Stadtrats Schweinfurt für eine Reaktivierung der Steigerwaldbahn werden von uns begrüßt. Die zuständigen politischen Gremien haben mit den Beschlüssen die vier Kriterien des Freistaates Bayern für die Reaktivierung von Bahnstrecken anerkannt und damit den Reaktivierungsprozess eingeleitet.

Aufgrund der immer weiteren Ausdifferenzierung und Spezialisierung des Arbeitsmarktes steigt die Zahl der Berufspendler stark an. Berufspendler, die nicht mehr nur wie in der Vergangenheit nach Schweinfurt pendeln. Zunehmend ist die Vernetzung mit dem Großraum Nürnberg und mit Würzburg, Erfurt und Bamberg wichtig. Zudem ist die Region zwischen Main und Steigerwald für Tourismus und Freizeit-Aktivitäten sehr attraktiv.

Eine reaktivierte Steigerwaldbahn bedeutet:

1. Eine attraktive, barrierefreie Anbindung der Bürgerinnen und Bürger der Region zwischen Main und Steigerwald.

2. Zuverlässige, zügige (und einfache) Erreichbarkeit des Bahnnetzes über Schweinfurt und Kitzingen ohne PKW.

3. Schnelle, regelmäßige und attraktivere Anbindung des Mittelzentrums Gerolzhofen in Richtung Norden nach Schweinfurt und Wiederanbindung an die Hauptstrecke Würzburg-Nürnberg in Kitzingen oder Iphofen.

4. Anbindung der Gemeinden zwischen Main und Steigerwald an das Schienennetz; Erschließung der Gemeinden durch ein auf die Bahn abgestimmtes Busnetz.

5. Diese Verbindungen sollen täglich im Stundentakt stattfinden, um den Weg zu den Arbeitsstätten (Schulen, Uni, Firmen) zu erleichtern.

6. Ein echtes Mobilitätsangebot für (Rad-)Wanderer, Kurz- und Langzeittouristen – auch an Wochenenden.

7. Durch die Reaktivierung der Steigerwaldbahn und der Mainschleifenbahn in Verbindung mit einem modernen Busnetz und Anrufsammeltaxen Resolution Steigerwaldbahn (Bedarfsverkehre) wird die Region attraktiver für Arbeitnehmer und Unternehmen.

8. Ein Paradigmenwechsel in der Verkehrspolitik: Hin zu klimafreundlichen und innovativen Konzepten; diese sollten nicht nachfrage-, sondern angebotsorientiert gestaltet werden. Dazu kann auch der Einsatz von autonom fahrenden Fahrzeugen gehören, z.B. als Zubringer zur Bahn.

9. Die Möglichkeit eines innovativen Modellprojekts für Batterie- oder Wasserstoffantriebe.

10.Die Änderung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes setzt zusätzliche Mittel des Bundes für Gemeinden auch für BahnReaktivierungen frei (90 Prozent-Förderung). Bayern darf kein „BahnEntwicklungsland“ bleiben!M

11.Durch die Reaktivierung der rund 50 km langen Strecke wird die Entwicklungsachse Schweinfurt-Kitzingen auch ökonomisch gestärkt.

Wir fordern alle Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker sowie die Abgeordneten der Region auf, die Reaktivierung der Bahnstrecke zu unterstützen.

Johannes Weiß
Mitglied im Kreistag Schweinfurt

Thomas Vizl
Mitglied im Kreistag Schweinfurt, stellvertr. Landrat

Birgit Schmitt
Mitglied im Kreistag Schweinfurt

Andrea Schmidt
Mitglied im Kreistag Kitzingen

Bruder Julian Glienke
VCD Kitzingen

Brigitte Lenhard-Scheithauer
Mitglied im Kreistag Schweinfurt

Kathrin Tröster
Mitglied im Kreistag Schweinfurt

Kerstin Krammer-Kneißl
Mitglied im Stadtrat Gerolzhofen

Manfred Röder
VCD Schweinfurt

Peter Matl
Mitglied im Gemeinderat Gochsheim

Reginhard von Hirschhausen
Mitglied im Stadtrat Schweinfurt

Stefan Memmel
Grüne Schweinfurt

Stefanie Döpfner
Mitglied im Kreistag Schweinfurt

Uli Drexelius
Grüne Kitzingen



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