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„Sappho in Deutschland“ und Bestseller der deutschen Literatur: Termine und Ausstellungen des Museums Otto Schäfer


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SCHWEINFURT – Am Mittwoch, den 13. März 2019, um 17 Uhr, eröffnet im Augustinum Schweinfurt, Ludwigstraße 16, 97421 Schweinfurt der zweite Teil der Ausstellungsreihe „Sappho in Deutschland – Frauen deutscher Feder von Sophie von La Roche bis Marianne von Willemer“.

Einführung: Georg Drescher
Rezitation: Erna Rauscher
Musikalische Umrahmung: Jutta Müller-Vornehm


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Am Sonntag, den 17. März 2019, um 15 Ur, findet im Museum Otto Schäfer eine Führung mit Georg Drescher statt durch die neue Ausstellung „Vom Narrenschiff bis Max und Moritz – Bestseller der deutschen Literatur“ statt.

SAPPHO IN DEUTSCHLAND
Deutsche Frauen der Feder


Vom Barock bis zum Vormärz und von Anna Ovena Hoyer bis Annette von Droste-Hülshoff

Eine Ausstellungsreihe des Museums Otto Schäfer und des Augustinums Schweinfurt

Immer wieder ist deutschen Dichterinnen der Ehrenname Sappho beigelegt worden: Sybille Schwarz (1621-1638) wurde als pommer’sche Sappho apostrophiert, Anna Louise Karsch, vulgo „die Karschin“(1722-1791) gar als deutsche Sappho gefeiert, Karoline von Günderrode (1780-1806) gilt als die Sappho der Romantik. Trotzdem blieben sie meist im Schatten ihrer männlichen Kollegen. Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) ist die erste, die sich einen unangefochtenen Platz im Kanon der deutschen Literaturgeschichte sichern konnte. Den Dichterinnen war diese Situation durchaus klar. Anna Louisa Karsch etwa sah voraus, dass ihr Geschlecht dauerhaften Ruhm verhindern würde:
„Homer, Virgil, Horaz und Pindar sind geblieben
Die Griechin aber nicht, die meine Leyer trug,

Nichts blieb uns als ein Brief und zwei beflammte Lieder.

Frau, solch ein Schicksal trifft auch meine Lieder einst!
Wenn Du voll Zärtlichkeit bei meiner Asche weinst.
Noch ehe sich an mir die Würmer satt gefressen,
Dann, Frau, hat schon die Welt mich und mein Buch vergessen.“
Karoline von Günderrode zerbrach an der gesellschaftlichen Rolle als Frau und erdolchte sich mit 26 Jahren am Ufer des Rheins: „Ich habe keinen Sinn für weibliche Tugenden, für Weiberglückseligkeit. Nur das Wilde, Große, Glänzende gefällt mir.“ Therese Huber (1769-1829) dagegen suchte lange Zeit, die Konventionen ihrer Zeit einzuhalten, publizierte unter dem Namen ihres Mannes und verwehrte sich dagegen als Blaustrumpf zu gelten: „weil ich in 28 Jahren mehr sah und hörte als die meisten Weiber in 80 hält man mich für gelehrt“. In ihrem Roman „Die Ehelosen“ – ihrem Vermächtnis – bekennt sie hingegen: „Ich sehe, daß wir einerseits fortfahren, bei der Erziehung unserer Töchter mehr oder weniger auf das Verheirathen als ihre Bestimmung hinzudeuten, und sehe, daß andererseits das Heirathen durch die Umstände immer mehr erschwert und immer weniger beglückend wird. Das Erstere zu vermeiden, ist die Aufgabe der Erziehung; die Ursachen des letzteren hängen mit dem Zeitpunkte, – wenn man es so nennen will – mit der Krisis unserer Bildungsstufe zusammen“.
Von Januar bis Mai 2019 werden in einer dreiteiligen Ausstellungsreihe im Schaufenster Augustinum rund 20 Autorinnen, die vom Barock bis zum Vormärz wirkten, mit Originalausgaben aus der Sammlung Deutsche Literatur der Bibliothek Otto Schäfer vorgestellt. Am Mittwoch, den 13. März wird um 17 Uhr der zweite Ausstellungsteil im Augustinum eröffnet. Er widmet sich der Zeit um 1800, der Zeit des Weimarer Viergestirns. Er beginnt mit Sophie von La Roche (1731-1807), der Kusine Wielands und der Großmutter von Clemens Brentano und Bettina von Arnim. Ihr Erstling „Geschichte des Fräuleins von Sternheim“ (1771) ist anonym erschienen und wurde von ihrem Vetter herausgegeben. Er charakterisierte in seiner Vorrede diesen frühen deutschen Briefroman dezidiert als „Frauenroman“. Mit „Pomona für Teutschlands Töchter“ gab Sophie de la Roche als erste Frau eine Frauenzeitschrift heraus. Auch Benedikte Naubert (1752-1819) betrat Neuland – sie gilt mit weit über 50 Schriften als eine der Begründerinnen des historischen Romans in Deutschland. Sophie Mereau (1770-1806) – in zweiter Ehe mit Clemens Brentano verheiratet – stand auch mit Schiller in enger Verbindung, der ihre Gedichte in seiner Zeitschrift „Die Horen“ veröffentlichte. An Goethe schrieb er am 30. Juni 1797: „Ich muß mich doch wirklich darüber wundern, wie unsere Weiber jetzt, auf bloß dilettantischem Wege, eine gewisse Schreibgeschicklichkeit sich zu verschaffen wissen, die der Kunst nahe kommt.“ Der bereits erwähnten Karoline von Günderrode sind einige der schönsten Gedichte der Zeit zu verdanken. Mit Karoline von Herder (1750-1809), wird die Biographin ihres Mannes, mit Caroline von Wolzogen (1763-1847), der Schwägerin Schillers, eine weitere Romanautorin und mit Marianne von Willemer (1784-1860) die Mitautorin am West-östlichen Divan vorgestellt. Die Ausstellung ist in der Eingangshalle des Augustinum täglich von 9 bis 18 Uhr zu sehen und endet am 14. April 2019.

Ausstellungsort
Augustinum Schweinfurt
Ludwigstraße 16
97421 Schweinfurt
Sappho in Deutschland, Teil 2: Von Sophie de La roche bis Marianne von Willemer
14. März 2019 – 14. April 2019, täglich 9-18 Uhr
Eröffnung: Mittwoch, 13. März 2019, 17 Uhr
Einführung Georg Drescher
Rezitation: Erna Rauscher
Musikalische Umrahmung: Jutta Müller-Vornehm

17. März – 29. Juli 2019
Museum Otto Schäfer

Vom Narrenschiff bis Max und Moritz
Bestseller der deutschen Literatur

Das Museum Otto Schäfer präsentiert mit der Ausstellung Bestseller der deutschen Literatur – Vom Narrenschiff bis Max und Moritz ein gutes Dutzend Werke der deutschen Literatur, die seit dem ausgehenden Mittelalter bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts im Druck erschienen. Nicht alle Schriften waren von Anfang an Bestseller, haben sich aber zu Longsellern entwickelt. Das Narrenschiff von Sebastian Brant hingegen war sofort ein Verkaufsschlager. Zur Fasnacht 1494 in Basel herausgegeben, wurde es in diesem Jahr bereits viermal nachgedruckt – in Nürnberg, Reutlingen und Augsburg. 38 deutsche oder niederdeutsche Ausgaben erschienen bis 1730, 23 lateinische Fassungen bis 1572, daneben etliche französische, englische und niederländische Übertragungen bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. Faksimile-Editionen, Neudrucke und hochdeutsche Bearbeitungen sowie weitere Übersetzungen ins Italienische, Russische oder Japanische prägen das Bild im 19. und 20. Jahrhundert. Auch Hans Sachs Spruchgedicht Die Wittenbergisch Nachtigall aus dem Jahr 1523 verbreitete sich schnell und gehört zu den wichtigsten Propagandaschriften bei der Durchsetzung der Reformation und der Marke Luther. Das Gedicht des Nürnberger Schusters wurde häufig rezipiert und etwa von Wagner in seinen Meistersingern aufgegriffen oder diente Strindberg als Titel für sein Lutherdrama Näktergalen i Wittenberg.

Grimmelshausens Simplicissimus fehlt ebensowenig wie das Nibelungenepos, das erstmals 1757 in einem Teildruck erschien. Lessings Trauerspiel Emilia Galotti, Goethes empfindsamer Briefroman Die Leiden des jungen Werthers, Schillers Glocke, das wohl am häufigsten parodierte Gedicht der deutschen Literatur, oder Bürgers Münchhausen markieren bereits das so produktive letzte Drittel des 18. Jahrunderts. Eine besondere Stellung nimmt Goethes Drama Faust I ein. Arnim, Brentano und die Gebrüder Grimm sind mit ihren Sammlungen Des Knaben Wunderhorn und den Kinder- und Hausmärchen vertreten. Heines Buch der Lieder und Eichendorffs Taugenichts läuten das Ende der Schau ein, den Schlusspunkt setzt der Kinderbuchklassiker Max und Moritz.

Die Präsentation wird nicht nur die jeweilige Erstausgabe, sondern durch die Jahrhunderte auch besondere oder Gebrauchsausgaben zeigen. Raubdrucke, Gegenschriften, Vorläufer, Parodien und um die Gunst des Publikums konkurrierende Werke anderer Autoren werden ebenfalls ausgestellt und die Rezeption in Literatur und Bildender Kunst aufgezeigt.

Termine

Sonntag, 17. März 2019, 15.00 Uhr Führung mit Georg Drescher
Sonntag, 26. Mai 2019, 11.00 Uhr Midissage mit Lesung Hans Driesel

Öffnungszeiten
Samstag 14-17 Uhr
Sonn- und Feiertage 10-17 Uhr

Werkliste
Sebastian Brant: Narrenschiff. 1494
Hans Sachs: Die Wittenbergisch Nachtigall, 1523
Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen: Simplicissimus teutsch. 1668/1669
Nibelungen (um 1200, Erster Teildruck 1757)
Gotthold Ephraim Lessing: Emilia Galotti. 1772
Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werthers. 1774
Gottfried August Bürger: Wunderbare Reisen zu Wasser und Lande, Feldzüge und lustige Abentheuer des Freyherrn von Münchhausen, wie er dieselben bey der Flasche im Cirkel seiner Freunde selbst zu erzählen pflegt. 1786
Friedrich Schiller: Das Lied von der Glocke, 1799
Johann Wolfgang von Goethe: Faust. 1790 (Urfaust), 1808 (I), 1833 (II)
Achim von Arnim und Clemens Brentano: Des Knaben Wunderhorn. 1806-1808
Jakob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen. 1812-1815
Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts. 1826
Heinrich Heine: Das Buch der Lieder. (Loreley) 1827
Wilhelm Busch: Max und Moritz. 1865

Museum Otto Schäfer
Judithstraße 16
97422 Schweinfurt
09721 387097-0, Fax -99
dosstiftung@aol.com
www.museumottoschaefer.de



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