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Schonungen baut seinen Wald um: Forstbetrieb stellt sich auf zunehmende Trockenheit und Hitze ein


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SCHONUNGEN – Viel ist gerade in den letzten Monaten und Jahren über den anhaltenden Klimawandel, über lange Hitzeperioden, Dürre und ausbleibenden Regen in den Medien berichtet worden. Doch welche Folgen und Auswirkungen haben die Wetterextreme genau auf den heimischen Wald? Gibt es auch hierzulande sichtbare Schäden und Negativentwicklungen? Und wie kann der kommunale Forstbetrieb gegensteuern und den Baumbestand mit seiner ganzen Artenvielfalt erhalten?

Im Rahmen einer Exkursion hat sich der Gemeinderat dazu aufgemacht, genau diesen Fragen nachzugehen. Neben den Räten konnte Bürgermeister Stefan Rottmann auch Forstdirektor Stephan Thierfelder und Revierförster Reiner Seufert von der Bay. Forstverwaltung begrüßen. Vier Stationen mit anschaulichen Beispielen galt es zu besichtigen. Wie Bürgermeister Stefan Rottmann erklärt, ist Schonungen mit über 1.200 Hektar Wald mit Abstand der größte kommunale Forstbetrieb im Landkreis. „Der Wald ist für uns in jeglicher Hinsicht ein großer Schatz: So stellt er nicht nur ein erhebliches Grundvermögen dar, sondern bietet auch unermesslichen Wert für die Naherholung, Klimaschutz und Artenvielfalt.“, sagt Bürgermeister Stefan Rottmann.


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Weil die Bäume wegen des Wassermangels und der anhaltend hohen Temperaturen geschwächt sind, haben folglich auch Schädlinge leichtes Spiel. Dabei haben gerade Fichtenbestände das Nachsehen. Knapp 3% macht diese Baumart am Gesamtbestand noch aus – tendenziell wird die Fichte in einigen Jahren komplett verschwunden sein, wie Thierfelder und Seufert übereinstimmend erklärten. Der Nadelbaum kommt mit den klimatischen Bedingungen nicht mehr zurecht, was auch ein Nachpflanzen sinnlos macht. In der Forstabteilung Hegholz hat der Käfer besonders stark gewütet: Um Schlimmeres zu verhindern mussten befallene Stämme unmittelbar entfernt und mindestens einen Kilometer zu den nächsten Fichtenbeständen gelagert werden, damit der Käfer nicht auf andere Fichten übergreift. Und so musste der Forstbetrieb entgegen der sonst üblichen Einschlagsaison tätig werden und schweren Herzens ein großes Loch in den Wald reißen um so vie


Etwas weiter oberhalb von Marktsteinach liegt das „Käferholz“ – knapp 1.000 Festmeter – schließlich in Reih und Glied und warten auf ihren Käufer. Auch hier hat der Gemeinderat Halt gemacht. Forsttechniker Thomas Helmschrott stemmte die Rinde an einigen Baumstämmen ab und siehe da: Die gefräßigen Käfer, die mit ihrem Befall die Qualität des Holzes merklich mindern, kamen zum Vorschein. Weil das Phänomen aktuell viele Forstbetriebe treffe und dadurch viel Holz auf den Markt kommt, sind die Preise im Keller.

Die Fahrt geht weiter durch die Gemeindewälder Richtung Hausen, vorbei an mächtigen Buchen, deren Kronen schon braun-gelb gefärbt – oder teilweise komplett kahl sind, während die untere Hälfte des Baums saftig, grüne Blätter vorweist. Eine typische Erscheinung aufgrund des Wassermangels – gerade auf den dortigen Kalkböden haben es die Baumbestände schwer. Die Folgen sind auch immer öfter, dass ohne Vorwarnung große dürre Äste abbrechen und eine Gefahr für Passanten darstellen. Dort am bekannten Gendarmenpfad in Hausen, wo sich regelmäßig Mountainbiker und Wanderer kreuzen, kümmert sich der Forstbetrieb so gut es eben geht um die Verkehrssicherung – wenngleich es keine hunderprozentige Sicherheit geben kann. Auch für die Waldarbeiter stellen die abbrechenden Äste und Baumkronen eine große Gefahr dar: Immer aufwendiger, mit Seilwinde bis hin zu hydraulischen Spalter und teilweise Verkehrssperrungen, müssten Bäume gefällt werden. Und schließlich hat der Wasser- und Nährstoffmangel auch einen ökonomischen Aspekt: Anhand von vier Baumscheiben zeigt Revierförster Verfärbungen des Holzes, das dann wiederum auf dem Holzmarkt für Abschläge beim Preis sorgt.

Es geht aber auch anders, wie die letzte Station der Exkursion zeigt. Etwas oberhalb des Hauener Steinbruchs laufen gerade großangelegte Baumverjüngungsprojekte. Nachhaltigkeit und Diversifikation werden im gemeindlichen Forstbetrieb großgeschrieben: So wachsen über 7.000 Festmeter Holz Jahr für Jahr im Gemeindewald nach, etwas mehr als 6.000 Festmeter werden eingeschlagen. Es wächst also deutlich mehr nach, als tatsächlich entnommen wird und so hat der Waldbestand in den letzten Jahren messbar zugenommen. Außerdem setzt der Forstbetrieb auf eine Durchmischung verschiedenster Baumarten um Risiken durch Klimawandel und Schädlingsbefall vorzubeugen, weil dann nicht alle Bäume gleichermaßen betroffen sind und Risiken minimiert werden. Im Vordergrund steht eine Artenreiche Naturverjüngung und eine genetische Vielfalt in der Region. Aber auch neue anpassungsfähigere Baumarten sollen heimisch werden: Dazu zählt beispielsweise die Libanon-Zeder, die zwar eigentlich in türkischen Gefilden Zuhause ist, nun aber tausendfach neu gepflanzt wurde und sich in der Großgemeinde prächtig entwickelt. Die Baumart ist äußerst widerstandsfähig und kommt mit Trockenheit und Hitze sehr gut klar.

Wie Forstdirektor Stephan Thierfelder erklärt, sei dies ein Aufforstungsprojekt das sogar unter Professoren und Fachleuten besondere Beachtung findet. Als größter kommunaler Waldeigentümer hat Schonungen in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle eingenommen: Alleine etwa 20 Hektar Waldfläche hat die Gemeinde aus der aktiven Waldbewirtschaftung herausgenommen. Dort entwickelt sich die Flora und Fauna komplett eigenständig. Auch mit verschiedensten Umwelt- und Naturschutzprojekten macht die Gemeinde von sich reden und nutzt dabei auch speziell angelgte Förderprogramme. Bürgermeister Stefan Rottmann erinnert an den neuen Waldkindergarten, der die Bedeutung des Gemeindewaldes besonders ins Bewusstsein gerufen hat aber auch für ein positives Image gesorgt hat.

Auf den Fotos: Im Bereich Hegholz mussten aufgrund von massivem Käferbefall dem Wald viele Fichten entnommen werden. Der Gemeinderat informierte sich gemeinsam mit Bürgermeister Stefan Rottmann, Forstdirektor Stephan Thierfelder und Revierförster Reiner Seufert von der Bay. Forstverwaltung an Ort und Stelle.
Fotos Stefan Rottmann



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