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Schweinfurt und seine verhungernden Stadttauben: „Die Verwaltungsspitze ist engstirnig, uninformiert, inhuman!“


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SCHWEINFURT – Schweinfurt und seine Tauben – anscheinend wird das nun ein bundes- oder zumindest bayernweites Thema, wenn man nach der inzwischen großen Zahl an Kritikern geht, die dem CSU-Oberbürgermeister Sebastian Remelé und vor allem dem CSU-Ordnungsreferenten Jan von Lackum völlige Inkompetenz vorwerfen. Was ist passiert in der Stadtratssitzung des Ferienausschusses am Dienstag, der außerhalb der Ferien in der Besetzung des Bau- und Umweltausschusses tagte?

An sich waren die Befürworter der Stadttauben, die in einem fraktionsübergreifenden Antrag seitens der Initiative Zukunft./ödp-Stadträtin Dr. Ulrike Schneider mit Unterstützung der SPD, Linken, Freien Wähler und Grünen vor allem das Zulassen einer kontrollierten, artgerechten und regelmäßigen Fütterung der Stadttauben und das Aufheben des Fütterungsverbots während der Pandemie anregten, zuversichtlich. Doch was dann passierte, ließ Schneider schon am Dienstagabend das Urteil verbreiten, die Haltung der Verwaltungsspitze sei „engstirnig, uninformiert, inhuman“.


AOK - Keine Kompromisse



Was ist passiert? Einerseits war natürlich klar, dass die CSU mit den Stadträten/innen Rüdiger Köhler, Renate Walz, Oliver Schulte, Uli Hader und Werner Christoffel gegen alle drei Antragspunkte stimmte – also auch gegen die 350 Euro an Zuschuss für die Taubenhilfe White Angels, die sich rund um die Uhr um die Stadttauben kümmern würde und das jetzt schon tut, sowie gegen eine tierschutz-adäquate Lösung des Problems durch die Errichtung von betreuten Taubenhäusern.


7:8 endete die Abstimmung gegen ein allgemeines, zeitlich auf die Pandemie beschränktes Fütterungsverbot, weil nur Ulrike Schneider, der Grüne Holger Laschka, die SPD´ler Johannes Petersen, Julia Stürmer-Hawlitschek, Marianne Prowald, AfD-Mann Stefan Madeiski und Sinan Öztürk von den Linken dafür stimmten. Neben OB Remelé verhinderten die fünf CSU´ler, der stets mit der CSU abstimmende Grüne Dr. Reginhard von Hirschhausen und vor allem der kippende Freie Wähler Adi Schön entgegen der Zusage und entgegen dem Willen seiner Fraktion die Aufhebung des Fütterungsverbotes. Schön stellte zu allem Überfluss einen Änderungsantrag – für die Fütterung nur unten am Main. „Als wenn die Taubenpopulation dort es brauchen würde. Für die anderen in der City ist es zu weit weg“, kann Ulrike Schneider nur den Kopf schütteln. Dieser Antrag wurde dann auch noch mit 8:7 angenommen… „Aber die Taubenhilfe will da unten gar nicht füttern, da es der falsche Platz ist…“, wundert sich Schneider…

Für die finanzielle Unterstützung der Taubenhilfe gab´s ebenso ein 7:8. Halbwegs löblich: Das 11:4 pro zeitnahe Taubenschläge. Jasmin Poyette von der Stadttaubenhilfe White Angels aber befürchtet: „Bei dem ´großen´ Interesse des Ordnungsreferenten werden weitere Jahre ins Land ziehen. Er hat behauptet, in regem Austausch mit uns zu stehen, die bei einer Standortsuche helfen soll – das aber ist nicht wahr, wir haben sei über einem Jahr nichts mehr von der Stadt gehört!“.

Die Zukunft./öpd-Stadträtin wirft der Stadtverwaltung generell ein unmögliches Verhalten vor. Erstens weil sie behauptet, den Tauben gehe es gut. OB Remelé disqualifizierte sich in den Augen (und den Ohren) einiger Zuhörer damit, indem er behauptete, im Winter gebe es ohnehin immer wenig zum Fressen für die Tauben und er hätte sich auf dem Weg ins Rathaus mit dem Fahrrad davon überzeugen können, dass es den Tieren gut geht: Denn als er auf sie zufuhr, wären sie aufgescheucht weggeflogen…

Zweitens brachte die Stadtverwaltung die Anmerkung ein, die Tauben könnten ja Körner auf den umliegenden Feldern suchen. Weil das wegen ihrer Ortsreue aber nicht möglich sei, weil Stadttauben keine Kilometer fliegen und weil auf den Feldern selbst für Wildtauben nicht ausreichend Futter im Winter vorhanden wäre, hieß es, die Tauben müssten sich an diese Gegebenheiten eben gewöhnen. „Als wenn aus einem Hund mal eben wieder ein Wolf werden könnte… und bis dahin lassen wir ihn verhungern…“, schimpft Schneider.

Was sie auch noch besonders stört: Jan von Lackum nennt die Stadt Basel als Vorzeigemodell – dort wurden Tauben aber getötet, Wissenschaftler arbeitet mit Vergrämungsfirmen zusammen. Genau das will die Taubenhilfe in Schweinfurt eben rein gar nicht, weil das nichts mit einem Schutz der Tiere zu tun habe. Die langwierigen Ausführungen des Referenten, dass es ein Konzept brauche in Schweinfurt und er aus dem Grund von einem zwischenzeitlichen Füttern abrät, rauben Schneider jeden Zweifel am Tun im Schweinfurter Rathaus in dieser Sache.

„Da sitzen zwei Männer in der Verantwortung, die alles andere als christlich und human eingestellt und noch weit von der Erkenntnis entfernt sind, dass die Menschheit achtsamer mit ihrer Umwelt umgehen muss“, bilanziert Ulrike Schneider – und lädt zu einem größeren Pressetermin in der Innenstadt ein. Dort will man dann Geld an die Taubenhilfe spenden, nachdem die Stadt Schweinfurt nicht helfen mag.

Fortsetzung folgt, garantiert! Man will sich nun auch an überregionale Medien wenden, um die Missstände in Schweinfurt noch öffentlicher zu machen.


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