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Sieben Stunden Sicherheit pur in Schweinfurt und Stress für den Staatssekretär: Zum Landestag der Verkehrssicherheit öffnete auch noch das Technische Ämtergebäude – MIT VIELEN FOTOS


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SCHWEINFURT – „Ich habe mich noch nie so sicher gefühlt wie heute in Schweinfurt“, spaßte Jürgen Gläser, einer der beiden Moderatoren, die beim 3, Bayerischen Landtag der Verkehrssicherheit in Schweinfurt durch das Programm führten. Gläsner übernachtete zuvor im Jugendgästehaus an der Mainlände und bekam morgens schon mit, wie beim Aufbau für eine Rettungsübung am Main sämtliche Hilfsdienste und Organisationen mit anpackten und aufbauten. Auf dem Marktplatz, wo der Tag schließlich eröffnet wurde und wo vor der Bühne die meisten Stände einen Platz fanden, wimmelte es schließlich vor lauter Polizisten. In Schweinfurt konnte am Samstag wirklich nichts passieren.

Ein bisschen zu überladen mag der Tag gestaltet gewesen sein mit seinen vielen Programmpunkten vor dem Rathaus und eben am Main sowie zudem mit einem parallelen Tag der offenen Tür im vor genau 25 Jahren bezogenen Technischen Ämtergebäude Schweinfurt und in der benachbarten Polizeiinspektion. Mit dem Joystick durch Bayern surfen konnten Interessierte beispielsweise im Vermessungsamt und dort die ganze Geodatenwelt Bayerns erfahren. Bei der Polizei gab´s eine Vorführung der Rettungshundestaffel zu sehen, echtes Falschgeld, verbotete Waffen oder Vorführungen im Schießkino. Das Staatliche Bauamt zeigte aktuelle Projekte des Hoch- und Straßenbaus und setzte einen Pendlerbus zur Hahnenhügelbrücke ein, die es zu besichtigen galt. Bei sieben Stunden Dauer der Gesamtveranstaltung und der Anzahl der geöffneten Gebäude war ein kleiner Ausdauer-Marathon notwendig für diejenigen Neugierigen, die sich alles anschauen wollten. Doch das Wetter zeigte sich dafür von der besten Seite.


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Höhepunkte? Ganz klar: Die Rettungsübungen! Während auf dem Marktplatz Feuerwehr und Rettungsdienst einen Verkehrsunfall simulierten und Verletzte aus einem Fahrzeug bargen, kamen eine Stunde später Wasserwacht, DLRG und THW an der Mainlände zum Einsatz. Es galt, einen Pkw aus dem Main zu bergen und – ganz aktuell – mehrere Hochwasseropfer von einem Hausdach zu retten. Dafür wurde ein solches in den Fluß gezogen und verankert. Darauf nahmen ein paar Freiwillige Platz, darunter, simuliert natürlich aus Sicherheitsgründen, ein Rollstuhlfahrer. Mit dabei: Die 17 Jahre alte Lena Koch (Foto) aus Kützberg. Sie bekam fachkundig eine Platzwunde auf die Stirn gemalt und auch ein paar gefälschte Blutspritzer auf das Brein, das gebrochen sein sollte. „Gute Frage, wie das passierte…“. schmuzelte sie selbst, „ich glaube, ich bin auf dem Dach ausgerutscht!“ Jedenfalls kam die Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes und rette vor doch zahlreichen Schaulustigen fachkundig. „Das macht Spaß. Man ist mit Leuten zusammen und lernt neue kennen“, meint Lena Koch damit nun nicht explizit solche eher seltenen Schauübungen. Doch sie, die bei der Wasserwacht aktiv ist und vor einiger Zeit den großen bronzenen Rettungsschwimmer machte, hat öfters schon mal Dienst am Baggersee. „Wir beobachten die Badenden. Passiert ist bislang noch nichts!“


Richtig stressig war der Samstag für Staatssekretär Gerhard Eck, der bei der Veranstaltung des bayerischen Staatsministeriums des Inneren ein Heimspiel hatte. Der Ökumenische Gottesdienst am frühen Morgen leitete seinen Tag ein. Um 10 Uhr durfte er mit Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé und der unterfränkischen Polizeipräsidentin Liliane Matthes den Landtag starten, den um 12 Uhr allerdings der erst später anreisende Innenminister Joachim Herrmann eröffnete. Zwischendrin düsten Eck und Remelé schnell noch als Ehrengäste zum Startschuss im Ämtergebäude. Das hatte zur Folge, dass zahlreiche Kinder eine halbe Ewigkeit auf die für 11 Uhr angekündigte Preisverleihung eines Malwettbewerbes warten mussten.

Alle vierten Klassen der Grundschulen in Stadt und Landkreis Schweinfurt waren nämlich aufgerufen, zum Thema Verkehrssicherheit eine imaginäre Reise zur Schule auf Papier zu bringen. Sieben Schulen mit 14 Klassen machten mit. Das farbenfrohe Bild der 4c aus Schonungen mit dem Schulweg der Zukunft und einem 3D-Bus nur für Jungs wählte die Jury für Platz eins (Lohn: Ein Gratis-Kinobesuch für alle in der Schweinfurter Filmwelt) aus. Rang zwei (Freier Eintritt für alle ins Silvana-Schwimmbad) belegte die 4a aus Poppenhausen mit lauter per Fahrrad zur Schule kommenden Kids. Und Platz drei (eine Runde Minigolf umsonst für alle) ging an die 4a aus Dittelbrunn für eine komplette 3D-Stadt. Neue Radios für die Klassenzimmer stiftete der durchs Programm führende Radiosender, „damit ihr immer die Verkehrsnachrichten hören könnt“, so Jürgen Gläser. „Und die Durchsage, wenn es nächste Woche vielleicht Hitzfrei gibt“, bekannte sich Gerhard Eck als Hörer der Wettervorhersage. Der Innenstaatssekretär spendierte zudem für alle Schülerinnen und Schüler einen Eisdielen-Besuch und bekannte sich als früher eher mittelmäßiger Maler. Tiere brachte er gerne zu Papier. „Aber es hat seine Zeit gebraucht, bis sie identifiziert werden konnten…“

Zurück zum Ernst: Mobilität bringt zwar Lebensqualität, egal ob für Fußgänger, Radler, Skater oder Auto- oder gar Rollstuhlfahrer. „Die Polizei aber ist tagtäglich mit zu schnellem Fahren, Selbstüberschätzung, Übermüdung oder Fahren unter Alkoholeinfluss konfrontiert“, weiß Liliane Matthes, die Chefin über rund 2500 Polizeibeamte in Unterfranken. 66 Unfalltote im Bezirk im Jahr 2012 sind zwar die wenigsten seit 1950, „jeder einzelne aber ist einer zu viel“. 36.662 Unfälle mit 6447 verletzten Personen gab es letztes Jahr in Unterfranken. In Schweinfurt jedoch sind die Zahlen leicht gestiegen im Vergleich zu den Vorjahren. Gerade alkoholsierte Lenker im Auto oder auf dem Fahrrad gab es zu viele zu verzeichnen.

Der alkoholfreie Cocktail am Marktplatz passte zum Versuch der Vorbeugung, ebenso die die vielen Stände, die zur Sensibilisierung hinsichtlich der Unfallverhütung beitragen sollten. 51 Aktionsflächen zu unterschiedlichen Themenfeldern prägten den Verkehrssicherheitstag, vom richtigen Bremsen über den Toten Winkel beim Busfahren bis zum Fahrradparcours war für alle Alterschichte etwas geboten. Besonders auf dem Herzen lag den Verantwortlichen das Thema Rettungsgassen bei Unfällen, wo ausgerechnet in Österreich das Zuhilfekommen drei Mal so schnell funktioniert wie in Deutschland, sowie die Schnelligkeit auf den Landstraßen. „Das ist das Unfallrisiko Nummer eins“, weiß Gerhard Eck, „und wir müssen überlegen, wie wir die Dinge da angehen“. Am Beispiel der Bundesstraße B 286 wird bald teils vierspurig aus- und werden Überholmöglichkeiten eingebaut. Beim Freimachen von Spuren für eine Bergung „setzen wir auf die Freiwilligkeit“, so Eck. „Aber wenn das nicht funktioniert, dann müssen wir an Bußgelder denken.“



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