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„Spahns Bekenntnisse sind nur Schall und Rauch“: Gegenwind für Bundesgesundheitsminister aus Schweinfurt


AOK - Arztpraxis zu?

SCHWEINFURT – Wer an der Nordseeküste wohnt, soll sich künftig auch bei der AOK Bayern versichern können. Umgekehrt gilt: Wer in Schweinfurt wohnt, könnte sich bei der AOK in Niedersachsen versichern. Dies sehen die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor, der die regionalen Kassen bundesweit öffnen will.

„Das klingt zunächst gut, gefährdet aber die Gesundheitsversorgung vor Ort“, sind sich die Beiratsvorsitzenden der AOK in Schweinfurt Frank Firsching und Dr. Gerd Sachs einig. „Angesichts des ohnehin sehr starken Wettbewerbs unter den Krankenkassen erscheint es wenig zielführend, einen Preiswettbewerb innerhalb der AOK Familie zu erzwingen“, so Dr. Gerd Sachs.


Kindertafel Glühwein

Darüber hinaus würden die Spahnschen Pläne bedeuten, dass der bayerischen Staatsregierung die Zuständigkeit für einen wesentlichen Teil der Regionalversorgung entzogen würde. Vor allem junge und gesunde Versicherte werden unterschiedliche Beitragssätze nutzen, um zu wechseln. Die Folge: „Der AOK fehlt dann das Geld für die Gestaltung einer guten und passgenauen Versorgung vor Ort“, so die AOK-Beiräte. Die Kranken haben das Nachsehen. Das geplante Verbot von Gesundheitsminister Spahn für regional tätige Kassen bedeutet unter dem Strich nicht mehr, sondern weniger Auswahl für die Versicherten. Schon heute können Versicherte aus mehr als 50 Krankenkassen in Bayern frei wählen. Für Firsching ist klar: „Die AOK ist eine regionale Kasse und das muss sie auch bleiben.“

Mehr Spielräume im Freistaat statt Gleichmacherei


Offensichtlich steht die AOK nicht allein. „Wir sind mit unserer Sorge in guter Gesellschaft, denn auch die bayerische Staatsregierung lehnt die Pläne von Spahn vehement ab“, informiert der Schweinfurter AOK Direktor Frank Dünisch. Statt eines unsolidarischen Preiswettbewerbs sei ein Wettbewerb um die beste Gesundheitsversorgung gefragt. Jetzt sorge die AOK Bayern durch ihre starke Verankerung vor Ort gemeinsam mit den bayerischen Ärzten, Kliniken und Gesundheitsberufen für eine gute regionale Gesundheitsversorgung. „Um dies zu erhalten und regional noch passgenauer werden zu können, brauchen wir mehr vertragliche Spielräume und kein Verbotswesen à la Jens Spahn“, sagt Frank Dünisch. Nur so könne die Gesundheitsversorgung vor Ort dauerhaft gesichert werden, gerade in einem Flächenland wie Bayern. Die Verhandlungen für den Bereich Heilmittel – darunter fällt zum Beispiel Krankengymnastik – habe Spahn bereits völlig zentralisiert. Die Musik spiele jetzt in Berlin. „Die bayerischen Gestaltungsmöglichkeiten sind auf ein Minimum reduziert“, ärgert sich Firsching.

Arbeitsplätze in der Region erhalten

Mit 12 Geschäftsstellen in der Region Main-Rhön gestaltet die AOK Versorgung. Bei der AOK Bayern arbeiten über 90 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Regionen. Sie kennen die Menschen und die Gesundheitspartner vor Ort. „Die Nähe zu den Menschen ist unser Erfolgsmodell und das soll auch so bleiben“, sagt Firsching. In den letzten zehn Jahren habe die AOK im Freistaat über 400.000 Versicherte gewonnen. „Vor allem wollen wir die qualifizierten Arbeitsplätze in den bayerischen Regionen erhalten“, betont der Beirat. Nur so könne eine wohnortnahe Betreuung und Beratung sichergestellt werden. Eben dies mache eine regional tätige Krankenkasse aus, die Herr Spahn verbieten wolle.

Vertreter der Beitragszahler übergangen

Die Vertreter der Beitragszahler sind vom Gesundheitsminister mal wieder nicht gefragt worden. Für die Beiräte zeigt dies, dass Spahn die gesetzlich verankerte Selbstverwaltung der Krankenversicherung nicht ernst nimmt. Dabei sei im Koalitionsvertrag verabredet worden, die Sozialpartnerschaft und ihre Institutionen zu stärken. Firsching: „Spahns Bekenntnisse zur Sozialpartnerschaft sind offensichtlich nur Schall und Rauch.“



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