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Stell´ Dir vor, Corona ist überstanden – aber was kommt dann? Der Versuch einer Vision…


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STADT UND LANDKREIS SCHWEINFURT / FRANKEN / BAYERN / DEUTSCHLAND – Stell´ Dir vor, die Corona-Pandemie ist überstanden. Aber was kommt dann? Bleibt alles so, wie es mal war? Oder verstehen die Menschen, dass sich grundsätzlich etwas ändern muss? Der Versuch einer Vision von SW1.News-Vielschreiber Michael Horling.

„Sind wir mal guter Dinge, dass alle Willigen bis Herbst geimpft sind, dass das Virus bis dahin nicht unbändigbar mutiert ist und dass spätestens zum Jahresende unser Leben wieder so weiter gehen kann wie bis Anfang 2020. Mit normal geöffneten Schulen, Läden, Restaurants, Kinos, Theatern, Hotels, Flughäfen, Sportstadien und so weiter. Und dann? Kehren wir sofort zurück in den Alltag? Oder versuchen wir, ein paar Dinge besser zu machen als vor der Covid 19-Zeit?


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Mutmaßlich werden wir ein anderes Schweinfurt erleben als zuvor. Kaum vorstellbar, dass alle Gastronomiebetriebe wieder eröffnen. Und wenn, dann ist zu befürchten, dass sie mit immensen Preiserhöhungen den Ausfall der letzten Monate kompensieren werden oder zumindest wollen. Ob das dann dauerhaft zum Erfolg führt? Auch für einige Läden in der seit langen Wochen gähnend leeren Innenstadt muss man schwarz sehen. Zudem für die Stadtgalerie, die schon vor Corona weit mehr Leerstand hatte als bei der Eröffnung gedacht.


In Schweinfurt wird sich in den Jahren nach der Pandemie zeigen, ob eine Fußgängerzone und eine Shopping Mall nebeneinander auf Dauer existieren können. Die Zeichen der Zeit standen schon lange schlecht. Weil es eben noch nicht mal ein Nebeneinander war und ist. Bislang bildet die Galerie Kaufhof auf in etwa halber Strecke das Verbindungsteil zwischen Hochglanz-Einkaufspassagen und teil altehrwürdiger Innenstadt. Doch ob der ohnehin angeschlagene Konzern den riesen Laden, der einst mal als Horten DAS Einkaufsparadies der Stadt war, in Schweinfurt noch viel länger betreiben kann? Auch das ist fraglich.

Lösungsvorschläge? Eigentlich möchte man behaupten, dass eine Stadtgalerie UND eine Innenstadt nach den Erfahrungen schon vor Corona NICHT gemeinsam erblühen können. Doch es gibt hier wie da Sympathisanten, Liebhaber und Ablehner. Um eines von beiden aufzugeben, ist es zu spät. Eine Fußgängerzone freilich darf man ohnehin nie aufgeben. Aber warum nicht versuchen, einen riesigen Amazon-Shop in die Innenstadt zu holen, der die Massen anlockt? Und in die Stadtgalerie mit den aktuell über 20 leer stehenden Ladenflächen einen kleine Ikea-Möbelmarkt, was machbar wäre bei einer Umstrukturierung. Dazu einen Zalando. Und aus drei Flächen entstehen jeweils außergewöhnliche Appartements zum Übernachten für Touristen.

Ein weiterer Bereich könnte stets aktuelle Bilder und Pläne des Geländes der Landesgartenschau 2026 zeigen – mit der Möglichkeit der Besucher, eigene kreative Ideen einzubringen. Einen Shop gibt´s für die Kinos der Stadt, die für sich werben dürfen, einen weiteren für generell die Innenstadt – so wie in der Fußgängerzone in einem Laden die Stadtgalerie auf sich aufmerksam macht. Und täglich läuft ein Walking Act zwischen dem ganz großen Center und dem Rückert-Center auf und ab und zieht die Leute von hier nach da mit. Das 2021 ausfallende Varietéfestival wird für 2022 von Sennfeld ausnahmsweise auf den Marktplatz verlegt und um ein Open Air-Festival mit Schauplätzen in ganz Schweinfurt erweitert.

Dann das Thema Gastronomie: Zum Re-Start nach der Pandemie dürfen im Sommer alle Gastwirte unbürokratisch ihre Außenbereiche nach Lust und Laune erweitern. Niemand erhöht seine Preise, dafür geben die Schweinfurter im ersten Jahr einen Anschub, indem jeder doppelt so oft einkehrt als bisher. Für die, die es sich nicht leisten können, setzen die Wirte jede Woche ein „Gericht für alle“ auf die Karte, das erschwinglich ist: Beispielsweise einen Teller Nudeln mit Soße oder einen Gemüseeintopf. Auch die Essensgewohnheiten sollte jeder Schweinfurter nach Corona überdenken. Muss es denn wirklich immer Fleisch sein? Kann man den Konsum von Tieren nicht auf maximal zwei Tage die Woche beschränken?

Die Schweinfurter Kultur: Nun steht fest, dass das Theater erst frühestens 2024 wieder eröffnen wird. Bis dahin muss es grundlegend für viele Millionen Euro saniert werden. Also besteht die einmalige Chance, das sich die Stadt zumindest die nächsten drei Jahre zu ihrer Kleinkunst-Kulturszene bekennt und solche Einrichtungen wie Disharmonie oder KulturPackt massiv fördert. Holen wir doch mit ihnen die großen Stars nach Schweinfurt und lassen Dieter Nuhr, Michael Mittermeier, Michl Müller, die Ärzte, Wincent Weiß, Rea Garvay, Cro, Mark Forster oder Sarah Conner an ungewöhnlichen Orten auftreten, wenn das wieder möglich ist. In der Kunsthalle, dem Museum Georg Schäfer oder im Konferenzzentrum. Oder in der Stadtgalerie. Oder natürlich als Open Air auf dem Marktplatz oder in den Wehranlagen. Zudem fördert die Stadt gleich jeweils zwei Einkaufsnächte, Kino-Kurzfilm-Festivals und Straßenmusik-Pflasterklänge, Wikinger- und Gaukler-Festivals, ein neues Honky Tonk, das auf vier Tage ausgedehnt Walpurgisgericht in Oberndorf, wöchentlich vier Veranstaltungen in der Disharmonie, zudem, wenn möglich, spätestens 2022 wieder ein Riesenkonzert im Willy-Sachs-Stadion, gerne erneut mit den Toten Hosen.

Schließlich noch der Sport: Die Fußballfans brennen darauf, die Schnüdel möglichst auf dem Weg in die 3. Liga begleiten zu können. Aber der FC 05 ist ja nur einer von so vielen Vereinen, die leiden müssen: Die Basketballer der DJK, die Handballer des MHV, die Faustballer des TVO oder die Puckjäger des ERV haben jeweils eine ganze Saison verloren. Wenn es weiter oder wieder los geht, wenn Zuschauer erlaubt sind, dann sollte jeder Schweinfurter auch mal unterstützend bei einer anderen Sportart vorbei schauen. Und die Vereine können gegenseitig Werbung für sich machen. Gleich nach Pandemieende lädt die Stadt zu einem „Tag des Sports“ auf dem Marktplatz ein, bei dem sich alle Clubs mit ihren Plänen präsentieren dürfen. Natürlich kann sowas auch in der Stadtgalerie stattfinden. Dort die Sportler, auf dem Marktplatz Kulturszene plus Gastronomie. Warum nicht eine Woche lang im Sommer ein „Köchefestival“, bei dem jeder Wirt bei Interesse einen Gratis-Stand buchen kann?

Und ja: Die Schweinfurter wollen auch wieder Urlaub machen. Trotzdem sollte jeder im letzten Jahr gemerkt haben, dass es doch auch ohne Flüge oder Kreuzfahrten geht. Warum nun nicht der Verzicht zumindest weitestgehend auf Fernreisen? Und mal die Ferien – wenigstens probehalber für zwei, drei Jahre – in Deutschland verbringen? Oder sogar in Franken. Urlaub zuhause kann schön sein, im Landkreis Schweinfurt gibt es so viele tolle Ausflugs- und Wandermöglichkeiten, dazu Seen zum Baden. Mit dem gesparten Geld für die Übernachtung geht´s abends in ein Lokal. Oder man setzt sich in den Zug, fährt nach Ebermannstadt, Forchheim, Bamberg, Bayreuth, Bad Kissingen, Bad Neustadt, mit dem Museumszug nach Fladungen. Umweltschonend landet man so in nah gelegenen Paradiesen mit Natur und Erlebniswerten. Und lässt sein Geld in der Region. Die Schweinfurter, die Unterfranken, die Franken – sie unterstützen sich künftig gegenseitig. wäre das nicht wenigstens eine Überlegung wert?“

Michael Horling
redaktion@sw1.news



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