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Talent kennt kein Geschlecht: Malerinnen und Maler der Romantik auf Augenhöhe


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SCHWEINFURT – Vom 16.02. bis 10.05.2020 ist im Museum Georg Schäfer eine neue Ausstellung zu sehen. Während in den Jahrhunderten zuvor den Künstlerinnen allenfalls der Status von Ausnahmetalenten zuerkannt wurde, erfolgte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein breiter Aufbruch der Malerinnen als eine sich untereinander vernetzende Gruppe.

Dieser Aufbruch ging in Deutschland von wenigen, für Frauen nunmehr offenstehenden Kunstakademien aus und traf auf erhebliche Vorurteile seitens der männlichen Kollegen. Selbst Künstler, die in direktem Kontakt zu einer Kollegin standen, ja mit ihr befreundet waren, sahen deren Handeln im Zusammenhang mit dem gesellschaftlich geforderten Rollenbild der Frau. So „lobte“ Wilhelm von Kügelgen seine Kollegin Caroline Bardua mit den Worten „An Ausdauer, Fleiß und Konzeptionsfähigkeit übertraf sie ihr Geschlecht“. Das Qualitätskriterium war also nicht die Kunst ihrer Zeit, sondern die Kunst der Frauen.


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Aber gab es überhaupt eine geschlechtsspezifische Kunst? Nach heutiger Ansicht ist dies zweifelhaft, doch 1834 forderte die englische Kunstschriftstellerin Anna Jameson von den Malerinnen, in ihren Werken solle der „weibliche Verstand“ und ihre Hand als eigene Macht zum Ausdruck kommen. Sie traf während ihrer Reisen auf die führenden deutschen Künstlerinnen und beginnend mit Raffael reihte sie deren Werke ein in die lange Geschichte der Malerei – ein Statement, das damals so wenig selbstverständlich war wie überhaupt das Urteil einer Frau in Sachen Kunst. Ein weiteres Vorurteil war die Behauptung, dass sich die von Frauen gemalten Bilder in der Qualität nicht mit denen der Männer messen konnten. Aufgrund der Ausstellungspraxis der Zeit gelang es nur wenigen Malerinnen, dies durch direkte Vergleiche widerlegen zu können.

Für die Ausstellung wurden insgesamt 40 Arbeiten, hauptsächlich Gemälde, aus 23 Museen, Kirchen und privaten Sammlungen geliehen und sind mit 50 Arbeiten aus dem Museum Georg Schäfer vereint. Viele Werke waren noch nie öffentlich zu sehen, neu ist auch die Kombination der Werke anhand vergleichbarer Themen und Techniken. Ausstellung und Katalog gehen dabei auch der Frage der historisch einzuordnenden Rollenzuweisung als Künstlerin in der Romantik nach. Dabei sind die Themenkreise der Ausstellung in acht Sektionen chronologisch angelegt und reichen von der Stilllebenmalerei über höfische Porträts, Familie und Geselligkeit bis hin zu Italien und Raffael als Vorbild. Durch die Gegenüberstellung mit Werken von männlichen Zeitgenossen ergeben sich spannende Vergleiche hinsichtlich der Themenbehandlung, der Qualität wie auch der Bildtraditionen von ca. 1770 bis 1840.


Vertreten sind 16 Künstlerinnen, darunter Angelika Kauffmann, Caroline Bardua, Marie Ellenrieder und Louise Seidler, sowie 20 Künstler. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog im Hirmer Verlag. Die Ausstellung wird im Anschluss im Kunstmuseum Moritzburg Halle zu sehen sein.

16.02.2020 – 10.05.2020
Eintrittspreise: 11,- Euro, erm. 9,- Euro
Öffnungszeiten: Di 10 – 20 Uhr, Mi – So 10 – 17 Uhr
An jedem ersten Dienstag im Monat freier Eintritt für das gesamte Haus.
Museum Georg Schäfer
Brückenstraße 20, 97421 Schweinfurt
Tel: +49 (0)9721 – 51 4820
E-mail: mgs@schweinfurt.de
www.museumgeorgschaefer.de

Eröffnung der Ausstellung in Schweinfurt: Sa., 15.02.2020, 15 Uhr
Begleitprogramm zur Ausstellung

Kuratorenführungen mit Prof. Dr. Wolf Eiermann
Di., 03.03.2020, 18:30 Uhr
So., 19.04.2020, 11 Uhr

So., 08.03.2020, 10-17 Uhr
Internationaler Frauentag: freier Eintritt für alle Frauen
Führungen um 14 und 15 Uhr: „Mächtig ist die Malerin, die mit Kopf und Hand malt“
Mit Colleen Reuss

Do., 09.04.2020, 10:30-13 Uhr
Osterferien-Workshop: Pinsel und Farbe sind für alle da
Für Kinder von 6 bis 12 Jahre

Ostermontag, 13.04.2020
⦁ 11 Uhr Matinee: Kuratorenführung mit Prof. Dr. Wolf Eiermann
⦁ 14 Uhr Kuratorenführung mit Prof. Dr. Wolf Eiermann (nur in Kombination mit dem Konzertbesuch)
⦁ 15:30 Uhr Konzert
Talent kennt kein Geschlecht – Komponistinnen und ihre Kollegen auf Augenhöhe
Anja Gutgesell, Gesang und Bernhard Kuffer, Klavier
Kombiticket für Führung, Eintritt und Konzert 20 €, ermäßigt 18 €
Eintritt nur für das Konzert 12 €, ermäßigt 10 €

Sa. 25.04.2020, 11 bis 14 Uhr
Zeichnen im Museum: Trau dich! Zeichnen nach Modell
Frech – fröhlich – mütterlich: Frauenleben in allen Facetten
Unter dem Eindruck der Bilder der Sonderausstellung soll im Workshop das Zeichnen nach einem (bekleideten) Modell geübt werden. Zu Beginn stehen einfache Seh- und Zeichenübungen zum Aufwärmen, die gerade auch ungeübten Zeichnern einen Einstieg bieten. Es gibt verschiedene Materialien zum Ausprobieren. Der Kurs richtet sich an Neugierige, Anfänger und Fortgeschrittene ab 14 Jahren, die Spaß am Zeichnen haben.
Maximal 15 Teilnehmer, Kosten 15 € (Modellgebühr wird direkt im Kurs entrichtet)
Anmeldung bitte unter 09721/514830

Auf den Fotos:

01
Franz Krüger: Bildnis Karl Robert Graf von Nesselrode, um 1825/30, Öl auf Leinwand, 98,5 x
81 cm, Museum Georg Schäfer, Schweinfurt
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

03
Angelika Kauffmann: Porträt der Freifrau von Bauer, 1786, Öl auf Leinwand, 76 x 64 cm, Staatsgalerie Stuttgart
© bpk / Staatsgalerie Stuttgart

06
Katharina Geiger: Schweinfurter Vogelschuss, nach 1804, Öl auf Leinwand, 60 x 75 cm, Kulturforum der Stadt Schweinfurt
© Museen und Galerien Schweinfurt

07
Franz Eybl: Bildnis des Freiherrn von Jaccomini und dessen Tochter, 1834, Öl auf Holz, 36 x
29 cm, Museum Georg Schäfer, Schweinfurt
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

09
Barbara Krafft: Bauer mit Pfeife, 1799, Öl auf Leinwand, 60,5 x 47,2 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München
© bpk/Bayerische Staatsgemäldesammlungen

11
Caroline Bardua: Johanna Henriette Schopenhauer, geb. Trosiener (1766-1838) mit ihrer Tochter Luise Adele Schopenhauer (1797-1849) vor der Staffelei, um 1806, Öl auf Leinwand, 107,2 x 84,5 cm, Klassik Stiftung Weimar, Museen
© Klassik Stiftung Weimar, Museen



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