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Auf dem Bild mit dem Spendenscheck sind abgebildet - von links: Peter Geibel, 1. Vorsitzender des Montessori-Vereins Schweinfurt e.V. und Ulrich Bauer, Schulleiter der Montessori-Mittelschule Schweinfurt Bildrechte: © Montessori-Zentrum Schweinfurt

Über 3.200 Euro kamen zusammen: Die Montessori Schulfamilie Schweinfurt hilft Flutopfern


Kauzen Frankonia Vollbier

SCHWEINFURT – Auf Initiative des Leiters der Montessori-Mittelschule Schweinfurt, Ulrich Bauer, wurde dort eine Spendenaktion für die Flutopfer gestartet und über 3.200 Euro kamen zusammen. Die gesamte Montessori-Familie – von der Krippe bis zur Fachoberschule – hat daran mitgewirkt.

Die Bilder der Flutkatastrophe im Juli im Westen Deutschlands haben alle erschüttert. Die große Welle der Solidarität danach zeigte aber auch, dass viele Menschen etwas tun wollen, auch in Schweinfurt. Im Montessori-Zentrum Schweinfurt, also Fachoberschule, Mittelschule, Grundschule und auch das Kinderhaus kamen innerhalb von kürzester Zeit 3.200 Euro zusammen.





Ulrich Bauer, der Schulleiter der Montessori-Mittelschule in Schweinfurt, hatte die Idee. Er habe gemerkt, wie diese Flutkatastrophe auch in der Montessori Schule alle bewegt und umgetrieben habe, so Bauer. Immer wieder hörte er Sätze wie, „wir müssen etwas tun“. Nach kurzer Rücksprache mit der Schulleitung, einigen Kolleginnen und Kollegen wurde die Aktion abgesprochen und eine eigene Spendenaktion starten. „Die Resonanz war überwältigend“, beschreibt Bauer noch immer beeindruckt.


Anfangs war man sich noch gar nicht im Klaren, was genau mit dem Geld geschehen solle. Es war ja auch offen, wieviel Geld tatsächlich zusammenkommen würde, führte der 1. Vorsitzende des Trägervereins, Peter Geibel, aus. Der erste Gedanke war, das Geld an eine der zentralen Hilfsorganisationen wie „Deutschland hilft“ zu spenden. Dann jedoch kam die Idee auf, etwas direkt zu bewegen, „etwas was gut zu uns passt“, erläutert Ulrich Bauer.

So sei man auf die junge Montessori-Sonnenschein-Schule in Mendig bei Koblenz gestoßen. Diese habe spontan ein Hilfsprogramm entwickelt, mit einer kurz- und mittelfristigen Betreuung für Kinder aus dem Überflutungsgebiet. Inzwischen wurde über das Projekt u.a. in TV-Magazinen und der Süddeutschen Zeitung groß berichtet.

In der Schule in Mendig werde Kindern fernab der Zerstörung und der teils gesundheitsgefährdenden Umstände in den betroffenen Gebieten die Möglichkeit geboten, ein paar unbeschwerte Stunden zu verbringen. Besonders nach der langen Coronazeit sei es wichtig, den Kindern ein Stück ihrer unbeschwerten Kindheit zurückzugeben, denn die Bilder und Traumata haben sich bei vielen bereits festgesetzt, wie die Schulleitung eindrucksvoll berichtet habe, so Bauer weiter.

Das Bild zeigt das Montessori-Zentrum Schweinfurt. Hinter dem Kinderhaus (linke Seite mittig) und der gegenüberliegenden Turnhalle entsteht ein Erweiterungsbau, dessen Räumlichkeiten auch der Montessori-FOS zur Verfügung stehen werden.
Bildrechte: © Peter Leutsch

Mit den Spenden erhielten die Kinder nun dort eine warme Mahlzeit, Snacks, Getränke sowie Bastel- und Spielmaterial. Auch eine zusätzliche Betreuungskraft würde darüber finanziert, da das Personal in der Schule teilweise selbst aus betroffenen Gebieten komme und nicht zur Verfügung stünde, informiert Geibel.

Ein Punkt sei ihm noch besonders wichtig: Es werde noch weiteres Geld benötigt. Wer zusätzlich unterstützen möchte, könne dies über die Homepage der Schule www.sonnenschein-montessori.schule und die Spendenplattform betterplace.org tun.

Über das Projekt in Mendig hat ebenfalls bereits Report Mainz berichtet. Ab Minute 16 sind einige Bilder zu sehen. www.ardmediathek.de/video/report-mainz/report-mainz-vom-3-august-2021/das-erste/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE1MDc2MTI/ Auch die Süddeutsche griff am 27.08. das Thema in einem großen Artikel auf.

Hintergrund:
Das Montessori-Zentrum Schweinfurt macht ein breites Bildungsangebot. Seit seiner Gründung vor über 30 Jahren ist die Einrichtung stetig gewachsen. 2011 erfolgte der Umzug an die „Bildungsallee“ Geschwister-Scholl-Straße. Dort gibt es unter einem Dach eine Montessori-Kinderkrippe, das Waldkinderhaus und Kinderhaus, die Montessori-Grundschule und Montessori-Mittelschule und seit September 2020 die Montessori Fachoberschule mit der zukunftsträchtigen Fachrichtung Gesundheit. Aktuell wird wieder gebaut. Im Süden des Grundstücks entstehen weitere Unterrichts- und Funktionsräume, die auch von der Montessori-Fachoberschule genutzt werden können.

Bildrechte: © Montessori-Zentrum Schweinfurt

Wie es zu der Idee kam und was mit dem Geld gemacht wurde, haben wir in einem kurzen Gespräch mit dem Schulleiter erfahren:

Herr Bauer, wie kam es zu der Idee?
Ulrich Bauer: Als ich an dem Freitagabend nach der Flutkatastrophe die Bilder in den Nachrichten sah, war ich dermaßen betroffen, dass ich noch am selben Abend eine Nachricht an alle KollegInnen geschickt habe mit der Idee einer gemeinsamen Sammelaktion. Ich bat damals die KlassenleiterInnen, den Vorschlag auch an alle Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern über die interne schul.cloud , einen Messengerdienst für Schulnachrichten, weiterzuleiten.

Im Ergebnis kamen jetzt über 3.200 Euro zusammen. Hattet Ihr Euch schon vorher Gedanken gemacht, was mit dem Geld geschehen sollte?
Ulrich Bauer: Ehrlich gesagt, nein. Wir wussten ja auch nicht, wieviel Geld tatsächlich zusammenkommen würde. Der erste Gedanke war, dass wir das Geld an die zentralen Hilfsorganisationen wie „Deutschland hilft“ spenden. Dann jedoch kam die Idee auf, ob es nicht möglich wäre, auch direkt etwas zu bewegen, etwas was gut zu uns passt. Und so haben wir geschaut, ob in der Region eine Montessori-Schule direkt betroffen ist. Das war zwar nicht so, aber dabei haben wir von der jungen Montessori-Sonnenschein-Schule in Mendig bei Koblenz erfahren. Sie haben spontan ein Hilfsprogramm entwickelt, mit einer kurz- und mittelfristigen Betreuung für Kinder aus dem Überflutungsgebiet. Das fanden wir eine großartige Idee.

Was geschieht konkret mit dem Geld?
Ulrich Bauer: Die Schule liegt mitten im Katastrophengebiet, ist aber nicht betroffen und gut erreichbar. Sie bietet jetzt Kinder fernab der Zerstörung und der teils gesundheitsgefährdenden Umstände in den betroffenen Gebieten die Möglichkeit, ein paar unbeschwerte Stunden zu verbringen. Besonders nach der langen Coronazeit ist es wichtig, den Kindern ein Stück ihrer unbeschwerten Kindheit zurückzugeben, denn die Bilder und Traumata haben sich bei vielen bereits festgesetzt, wie uns die Schulleitung eindrucksvoll berichtete. Mit den Spenden erhalten die Kinder jetzt eine warme Mahlzeit, Snacks, Getränke sowie Bastel- und Spielmaterial. Auch eine zusätzliche Betreuungskraft wird darüber finanziert, da das Personal in der Schule teilweise selbst aus betroffenen Gebieten kommt und nicht zur Verfügung steht. Ganz wichtig: Es wird natürlich noch weiteres Geld benötigt. Wer zusätzlich unterstützen möchte, kann dies über die Homepage der Schule www.sonnenschein-montessori.schule und die Spendenplattform betterplace.org tun.

Auf dem Bild mit dem Spendenscheck sind abgebildet – von links: Peter Geibel, 1. Vorsitzender des Montessori-Vereins Schweinfurt e.V. und Ulrich Bauer, Schulleiter der Montessori-Mittelschule Schweinfurt
Bildrechte: © Montessori-Zentrum Schweinfurt

 


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