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Weiter Diskussionen zur Reaktivierung der Steigerwaldbahn: „Ludwig, das stemmen wir!“


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GOCHSHEIM – Die Steigerwaldbahn auf der von Schweinfurt nach Gerolzhofen und darüber hinaus noch vorhandenen Trasse: Ob sie nochmal reaktiviert wird? Die Grünen sehen dafür nach wie vor die Chancen gut und setzen sich weiter dafür ein. Nun kam zu einem Pressetermin am Alten Bahnhof Gochsheim der Fraktionsvorsitzende der Grünen Landtagsfraktion, MdL Ludwig Hartmann.

Zusammen mit dem Schweinfurter Landtagsabgeordneten Paul Knoblach, mit dem Gerolzhöfer Stadt- und Kreisrat Thomas Vizl von geo-net und Manfred Röder vom ökologische Verkehrsclub VCD ging´s am Mittwochmittag natürlich um das Thema, wieso so viele Gegner der Bahn das Comeback der benutzten Gleisen verhindern wollen und weshalb das Gutachten der Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) einfach von der Regierung nicht vollständig veröffentlicht wird.



„Der technische Zustand würde mit ein bisschen Arbeit einen Betrieb heute schon ermöglichen. Aber wir haben mächtige Gegenspieler“, weiß Knoblach, der mit einem „Ludwig, das stemmen wir!“ dem Fraktionsvorsitzenden den Ball zuwarf. In dem Moment fuhr ein Laster mit Dixie-Klos auf dem Platz vor. „Da wird wohl schon aufgebaut für das erste Bahnhofsfest“, scherzte Hartmann, um gleich ernster zu werden: Der Verkehrssektor sorge dafür, dass der Co2-Ausstoß die letzten Jahre zunahm.


Deshalb müsse man alle noch vorhandenen Bahnstrecken reaktivieren. Aber nicht nur aus Umweltgedanken. Auch wegen des Mobilitätsbedürfnisses. Bei rund 83 Millionen Einwohnern gibt es in Deutschland „nur“ 43 Millionen Pkws. „Jeder zweite hat also kein Auto!“ Und statistisch sei auch nachweisbar, dass in Ortschaften mit Bahnhof oder -halt am ehesten Ärzte bleiben oder sich wieder ansiedeln würden. Züge würden den ländlichen Raum stärken, weshalb für Hartmann auch durch Gochsheim wieder die Bahn fahren müsse.

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Sein Gerolzhofen als Mittelzentrum brauche einen Bahnanschluss, sagt Thomas Vizl, und er könne gar nicht verstehen, wieso sich die Bürgermeister der anliegenden Gemeinden so sehr dagegen wehren würden. Möglicherweise spekulieren sie auf Grundstücke oder haben Angst vor den Kosten für zu bauende Bahnübergänge. Das Mobilitätskonzept des Landkreises Schweinfurt verweise doch deutlich darauf, dass eine Schiene nur vorteilhaft sein.

Und die Bahn sei klimafreundlich, weiß Manfred Röder, der mit dem VCD 18.000 Umfragezettel in alle Briefkästen der Strecke steckte. 1800 Rückläufe auf neun Fragen kamen. Über 50 Prozent sehen in einer Steigerwaldbahn nur Vorteile. Und legen Wert auf eine vernetzte Mobilität. Immerhin seinen 35 Prozent der Anwohner unter 20 und über 65, also nicht die typischen Autofahrer. Dazu kämen in der mittleren Altersschicht sozial schwach gestellte Menschen ohne Pkw. „Wir reden also nicht von einer Minderheit“, weiß Röder.

Alle vier Befürworter der Bahn kritisieren die fehlenden Informationen für die Allgemeinheit aus dem von öffentlichen Geldern bezahlen BEG-Gutachten. Daten und Zahlen würden da nicht rausgerückt werden, außer dass sich eine Reaktivierung nicht lohnen würde. Den bis zu doppelten Bedarf ermittelten zwei Gutachten zuvor. das mache stutzig, Auch weil es in Volkach ähnlich war, wo die BEG auch zunächst von einem niedrigen Wert ausging, der sich beim Nachbessern der Studie verdoppelt. Zwischen Seligenstadt bei Würzburg und Volkach wird die Bahn nun reaktiviert!

Zwei Anfragen an die Staatsregierung brachten nur nichtssagende Antworten diesbezüglich. Nun prüfe die Justiziarin der Grünen gerade, inwieweit man eine Offenlegung erzwingen kann. Das Ganze zügig, aber ohne echte Eile. Denn nachdem eine Gesellschaft aus Thüringen die Bereitschaft angemeldet hat, wieder einen Zug auf die Gleise zu bringen, wird eine Entwidmung der Bahnstrecke, wie sie die CSU anstrebt, so einfach nicht möglich sein.

Auf dem Aufmacherfoto von links: Paul Knoblach, MdL (GRÜNE), lokaler Abgeordneter / Sprecher für Weinbau, Sonderkulturen und Tierwohl der Landtagsfraktion; Ludwig Hartmann, MdL (GRÜNE), Vorsitzender der Landtagsfraktion; Manfred Röder, VCD; Thomas Vizl, Kreisrat Schweinfurt (GRÜNE)


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